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Mittwoch, 03. Januar 2018 Drucken

Kreis Germersheim

Kandel: Schweigemarsch endet mit Rangelei

Von Andreas Lapos

Schweigemarsch durch die Kandeler Hauptstraße.

Schweigemarsch durch die Kandeler Hauptstraße. ( Foto: Iversen)

Ausgangs- und Endpunkt des Schweigemarsches war der Drogeriemarkt in der Lauterburgerstraße.

Ausgangs- und Endpunkt des Schweigemarsches war der Drogeriemarkt in der Lauterburgerstraße. ( Foto: Iversen)

Wegen der bunten Schirme kam es zu einer Rangelei.

Wegen der bunten Schirme kam es zu einer Rangelei. ( Foto: Lap)

Rund 400 Menschen folgten dem Aufruf eines Mannes aus dem Raum Mannheim. Unter ihnen befanden sich viele Angehörige der rechten Szene.

Der Schweigemarsch startete vom Parkplatz des dm-Marktes in der Lauterburger Straße, in dem die 15-jährige Schülerin am Mittwoch von einem Afghanen erstochen wurde. Der Marsch führte über die Jahnstraße und Beethovenstraße in die Innenstadt bis zum Marktplatz und wieder zurück. Transparente und Schilder durften nicht mitgetragen werden, eine Ansprache war nicht geplant. Nur ein kleinerer Teil der Menschen trug Kerzen mit sich. Der Versuch einiger Teilnehmer, auf dem Marktplatz „Merkel raus“-Sprechchöre zu beginnen, fand wenig Widerhall. So verlief auch aus Sicht der Polizei der Marsch bis zur Rückkehr zum dm-Markt störungsfrei. Die Stimmung war entspannt, etliche Teilnehmer war erkennbar erfreut, Freunde und Bekannte zu treffen.

Wüste Beschimpfungen in Richtung der Mahnwache

Bei der Rückkehr zum dm-Markt stießen die Teilnehmer des Schweigemarsches auf eine Mahnwache, gebildet von etwa 30 Menschen im Alter von 10 bis 50 Jahren. Sie standen vor dem Eingang zum Markt unmittelbar vor den Kerzen und Blumen, die dort zum Andenken an die 15-Jährige liegen. Als Mitglieder dieser Gruppe bunte Schirme in die Luft hielten, fühlten Teile der Schweigemarsch-Teilnehmer sich provoziert. Sie gingen offenkundig davon aus, dass sie es mit Mitgliedern der Antifa zu tun hätten, die regelmäßig rechte Veranstaltungen zu verhindern oder zu stören versuchen. In der Folge wurden in Richtung der Mahnwache wüste Beschimpfungen und Drohungen ausgestoßen.

Ende des Marsches mit "Wir sind das Volk" und Deutschlandlied

Als ein schwarz gekleideter und vermummter Mann versuchte, die Schirme an sich zu reißen, kam es zu einer Rangelei. Darauf schritt die Polizei ein, beendete das Gerangel und stellte sich vor die Teilnehmer der Mahnwache. Nach einigen Minuten legte sich die Aufgeregtheit. Mit „Wir sind das Volk“ und dem Deutschlandlied endete gegen 19.30 Uhr der Schweigemarsch.

Bereits am Nachmittag führte laut Polizei eine kleinere Personengruppe eine Spontankundgebung am Drogeriemarkt durch. Hier wurde die Teilnehmerzahl von den Beamten auf etwa 30 Menschen geschätzt.

Freude über Aufmerksamkeit bei Ex-AfD-Stadträtin

Am Vormittag stand die ehemalige Landauer AfD-Stadträtin Myriam Kern mit einem Pappschild am Seiteneingang der Verbandsgemeindeverwaltung Kandel gegenüber der Sparkasse. Auf einem Pappschild warf sie „dem Bürgermeister“ vor, sich mehr um die „angebliche Fremdenfeindlichkeit“ zu sorgen als um „unsere Kinder, die von Fremden abgeschlachtet“ würden. Gemessen am Anlass war Kern erstaunlich gut gelaunt und posierte mit erkennbarer Freude über die Aufmerksamkeit für Fotoaufnahmen.

Hier geht es zu einem Überblick über die bisherige Berichterstattung.

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