Kreis Germersheim Hunderte wollen Tina Knoll helfen

Volles Haus bei der Typisierungsaktion von DKMS für die an Blutkrebs erkrankte Tina Knoll am Sonntag in der Festhalle.
Volles Haus bei der Typisierungsaktion von DKMS für die an Blutkrebs erkrankte Tina Knoll am Sonntag in der Festhalle.

Am Sonntag fand in der Wörther Festhalle eine große Stammzellentypisierungsaktion statt. Fast 150 Helfer hatten sich zusammengefunden, um unter dem Motto „Und heute retten wir Tina“ Spender zu registrieren und Geld für die gemeinnützige Organisation DKMS (ehemals Deutsche Knochenmarkspenderdatei) zu sammeln. Die Resonanz war überragend.

Als im Januar 2018 Tina Knoll und ihre Familie die schlimme Nachricht erreichte, dass sie an Blutkrebs leidet, war schnell klar: Aufgeben ist nicht! Spätestens seit Sonntag kann die Familie auf ihrem schweren Weg aus der Gewissheit Kraft ziehen, dass sie bei diesem Kampf nicht alleine dastehen. Da sind zum einen die vielen freiwilligen Helfer, die sich am Sonntag beim Kuchenverkauf, am Bratwurststand oder als Betreuer bei der Spenderregistrierung einsetzten. Bereits im Vorfeld wurde auch bei der Werbung großer Einsatz gezeigt und in der ganzen Südpfalz Plakate und Flyer für die Aktion verteilt. Feuerwehrleute aus Büchelberg, Wörth, Maximiliansau und Schaidt waren genauso unter den Helfern wie der DRK- Rettungsdienst Südpfalz, Eltern aus dem Kindergarten der Tochter, Freunde und Familie. Zum anderen waren da aber auch die vielen, vielen Menschen, die sich auf den Weg gemacht haben, um sich typisieren zu lassen. Den ganzen Tag über gab es Warteschlangen im Registrierungsbereich – und das, obwohl dort gut 60 Helfer gleichzeitig im Einsatz waren. Aus dem Karlsruher Raum waren zwei Fußballmanschaften angereist, um sich geschlossen als Spender zu registrieren. Am Ende waren es ganze 927 Spender; es wurden über 30.000 Euro an Spenden gesammelt. „Wie soll man das heute in Worte fassen?“, fragt sich Rüdiger Knoll. „Es ist schon überwältigend, was nicht nur heute, sondern im ganzen letzten Jahr an Hilfsbereitschaft an uns herangetragen wurde.“ Er erzählt von Helfern, die in einer Dönerbude Flyer für die Aktion verteilt haben – daraufhin hatte ihnen der Inhaber ihr Essen spendiert, mit der Bitte, den Gegenwert ans DKMS zu spenden. Michaela Biank wurde bereits vor acht Jahren zur Stammzellenspenderin. Am Sonntag konnte sie interessierten Spendern von ihren Erfahrungen berichten und Sorgen aus dem Weg räumen. Nach der Spende ist man zwar einige Tage etwas angeschlagen, es gibt aber keinerlei Langzeitschäden – ein kleiner Preis also, um ein Leben zu retten. „Die Empfängerin war eine 24-jährige Irakerin mit einem kleinen Kind – wir waren also etwa im gleichen Alter, und doch war sie schon so krank. Es war für mich ein sehr emotionales Erlebnis, jemandem so helfen zu können“, sagt Biank. Auch Gesundheitsstaatssekretär Thomas Gebhart (CDU) freut sich über den großen Erfolg der Aktion: „Man wünscht sich, dass es den Anlass gar nicht geben müsste. Aber wenn man sieht, wie die Menschen hier zusammenkommen, um einander zu helfen, dann gibt das wirklich Hoffnung.“ Die Chance, dass bei der Typisierungsaktion ein Spender für Tina Knoll gefunden wird, sei zwar gering – doch mit jeder Registrierung erhöhten sich die Chancen für Betroffene auf der ganzen Welt. Info —Jede Registrierung kostet den DKMS 35 Euro, weshalb Spenden willkommen sind. DKMS-Spendenkonto, IBAN DE41 7004 0060 8987 0000 29 Verwendungszweck Tina. Via Paypal oder Kreditkarte sind Spenden ebenfalls möglich. —https://www.dkms.de/de/aktion/heute-retten-wir-tina

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