Kusel
Verbandsgemeinde Oberes Glantal: 2020 fallen viele wichtige Entscheidungen
Dass einige für 2019 geplante Projekte wohl erst in diesem Jahr umgesetzt werden, liegt nicht etwa daran, dass bei der Verwaltung im Oberen Glantal, die noch immer Fusionsfolgen abarbeitet, vieles liegengeblieben wäre. Sondern daran, dass externe Gutachten länger dauern als geplant. In den kommenden Monaten aber wird entschieden, ob ein neues Rathaus gebaut wird, wie es mit dem Breitenbacher Bergmannsbauernmuseum weitergeht, wann das Carsharing anläuft.
Allen voran mit Spannung erwartet werden die Ergebnisse eines Ingenieurbüros und der Kommunalberatung Rheinland-Pfalz zur Zukunft der Rathäuser in der Verbandsgemeinde. Beide Studien seien mittlerweile fertig, müssten aber noch zusammengeführt werden, berichtet Bürgermeister Christoph Lothschütz. Vier Alternativen werden untersucht: der Fortbestand der Rathäuser an allen Standorten in bisheriger Form, ein kleiner sowie ein umfangreicherer Anbau in Schönenberg-Kübelberg – damit verbunden jeweils die Aufgabe einiger Flächen an den Außenstandorten – sowie ein kompletter Neubau in Schönenberg-Kübelberg für die Verwaltung. „Bis April, Mai müssen die Ergebnisse vorliegen“, fordert Lothschütz.
Carsharing: Problem Datenschutz
Ebenfalls etwas ins Stocken geraten sind die Planungen fürs Carsharing. Das Konzept für die Autos, die tagsüber für die Verwaltung im Einsatz sein sollen, am Abend von Privatleuten und am Wochenenden auch von Touristen geliehen werden können, steht schon seit einiger Zeit. Nun aber will Partner WVE, eine Tochter der Stadtwerke Kaiserslautern, erstmal Erfahrungen abwarten, die die Stadtwerke bei ihrem Projekt in der Barbarossastadt sammeln.
„Man muss ja nicht alles doppelt erfinden“, zeigt Lothschütz dafür Verständnis. Es habe sich gezeigt, dass neben dem reinen Betrieb noch einiges im Vorfeld zu klären sei. Beispiel: Datenschutz. Weil etwa durch die Buchungsmöglichkeit per App offensichtlich werde, wo die Verwaltungsmitarbeiter die Fahrzeuge zuletzt genutzt haben.
Museumskonzept liegt vor
Das Grobkonzept für das Bergmannsbauernmuseum in Breitenbach liege mittlerweile vor, schildert der Bürgermeister. Wie berichtet, soll das einzige Museum in Trägerschaft der VG ein professionelleres Gesicht erhalten. Demnächst wird es laut Lothschütz Abstimmungsgespräche mit der Ortsgemeinde und mit den Pfadfindern geben, die das Museum ehrenamtlich betreuen.
Noch im ersten Halbjahr soll sich dann der VG-Rat mit der Zukunftsplanung befassen. Eine Möglichkeit, die laut Bürgermeister zur Disposition steht: Damit bei einer geplanten Straffung der Ausstellung keine Exponate auf der Strecke bleiben, könnte die Ortsgemeinde in dem Gebäude ein kleines Heimatmuseum einrichten, das dann parallel läuft. Mehr als die Entscheidung wird es aber 2020 nicht geben – im Haushalt sind noch keine Mittel für den Umbau eingestellt.
Die Arbeiten für die Erweiterung des Begehbaren Geschichtsbuchs dagegen haben bereits begonnen. Die Produktion einiger Infotafeln ist bereits beauftragt, für andere werden noch Texte geschrieben. Auch mehrere Exponate sind bereits in Arbeit. Zwar müssen auch noch einige Wege ausgebessert werden, doch der Bergmannsbauernweg und der Weg Jüdische Kultur sollen noch in diesem Jahr fertiggestellt werden. Ebenfalls noch 2020 könnte die Nordschleife des Diamantschleiferwegs als Qualitätswanderweg zertifiziert werden.
Kitas: Übernimmt die VG?
Wichtiges Thema sind auch die Kindergärten. Denn vielerorts übersteigt der Bedarf an Kita-Plätzen bereits die Betriebserlaubnis. Lothschütz berichtet von Gedankenspielen, die sich sicherlich nicht von heute auf morgen umsetzen ließen, aber bereits – zumindest ein Stück weit – gediehen seien: Für die Glantalschule, in der die Realschule Plus im Sommer ausläuft, wäre eine Kita „eine passende Nutzungsmöglichkeit“.
Das gelte auch für das Schulgebäude in Herschweiler-Pettersheim. Es sei vorstellbar, an diesen Standorten Kitas in Trägerschaft der VG zu betreiben – ohne die alten Kitas aufzugeben. Lothschütz: „Dadurch würden einige Ortsgemeinden besser gestellt, als wenn sie eigene Um- und Anbaumaßnahmen angehen müssen.“