Kreis Kusel
Kommentar zu den Einsparzwängen des Landkreises Kusel: Gleich alles zuschließen

Es ist gut und richtig, dass Landesrechnungshof und Aufsichtsdirektion den Kommunen auf die Finger schauen. Ihnen auch mal draufhauen, wenn sie sorglos mit des Bürgers Geld umgehen. Aber: Das sollte mit Maß und Ziel geschehen. Das tut es in diesem Falle nicht.
Ja, der Kreis Kusel hat sich das zum Teil selbst eingebrockt. Er ist zuletzt zu oft auffällig geworden. Siehe Schwesternhaus, wo die Kosten für ein fragwürdiges Projekt aus dem Ruder gelaufen sind. Siehe Haus Pfälzer Bergland, wo die merkwürdige Förder-Konstruktion ebenso ins Fadenkreuz der Prüfer gerückt ist wie die dritte Tourist-Info auf gut einem Kilometer Länge. Siehe nun auch Hallenbad, wo dereinst die Besucherzahlen zu hoch und das Betriebsdefizit offenkundig zu gering gerechnet wurden. Wer weiß, ob die Sanierung, die ein Neubau ist, je Genehmigung und Förderung erhalten hätte, wenn diese Zahlen vor einigen Jahren vorgelegen hätten? Der Landkreis, ohnedies höchst verschuldet, ist damit noch mehr in den Fokus gerückt.
Nur: Was die ADD fordert, ist Unsinn. Würde die Umlage um vier bis sieben Prozentpunkte erhöht, wären viele der ohnedies klammen Ortsgemeinden am Ende in Sachen Eigeninitiative.
Und vier der fünf Millionen Euro freiwillige Leistungen einsparen? Dann könnte man den Laden gleich zuschließen. Dann sind die Burgen verkauft – wer kauft sowas? –, das Hallenbad auch, die Bücherei wäre dicht, das Kulturprogramm tot, die Musikschule ebenso, sogar Wirtschaftsförderung gäbe es nicht mehr. Und das alles vor dem Hintergrund, dass der Kreis, wie andere, nur deshalb in der Bredouille steckt, weil Bund und Land nicht ausreichend für das bezahlen, was sie bestellen.
Übrigens: Der Montag hat aufgezeigt, wo es als nächstes brennt. In der Verbandsgemeinde Kusel-Altenglan. Denn das Kuseler Bad gehört zur Hälfte ihr. Und mithin das hohe „freiwillige“ Defizit.