Kreis Südwestpfalz Zwei Geldhäuser verschmelzen

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Den Weg für die Fusion der VR-Bank Westpfalz mit Sitz in Landstuhl und der Volksbank Kaiserslautern-Nord zur Volksbank Kaiserslautern eG mit Sitz in Kaiserslautern haben die Vertreter der VR-Bank frei gemacht. Einmütig stimmten die anwesenden Vertreter dem für 1. Januar 2017 geplanten Zusammenschluss zu.

Von Vertreterseite sei die Fusion aus nostalgischen Gründen bedauert, aus betriebswirtschaftlichen Gründen aber als unumgänglich erachtet worden, resümierten die VR-Bank-Vorsitzenden Alexander Kostal und Karlheinz Stemler, die Anfang des Jahres in zwei Bezirksversammlungen die Notwendigkeit der Verschmelzung erläutert hatten. Der Aufsichtsratsvorsitzende Georg Spieß hatte festgestellt, dass das bisherige Geschäftsmodell „Geld einsammeln, Kredit gewähren, Geld anlegen“ angesichts wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Veränderungen auf dem Prüfstand stehe. Eine unumgängliche Antwort auf Herausforderungen wie die niedrige Zinsspanne, sich verschärfende Regularien und demografischer Wandel seien Fusionen. Die VR-Bank Westpfalz müsse sich diesem Handlungsdruck stellen, um zukunftsfähig zu bleiben. Am genossenschaftlichen Grundgedanken als Fundament des Handelns werde nicht gerüttelt. Das unterstrichen Kostal und Stemler, die gemeinsam mit den bisherigen Vorständen der Volksbank Kaiserslautern-Nord – Peter Kullmann, Karl-Heinz Reidenbach und Albrecht Steller – die Geschäfte der neuen Volksbank führen werden. Die VR-Bank Westpfalz hatte 2015 neun Filialen geschlossen beziehungsweise in SB-Stellen umgewandelt. Zwölf Filialen gibt es noch. Die Frage der Vertreter, wie es mit deren Bestand aussehe, „hat nichts mit der Fusion zu tun“, unterstrich Kostal. Das hänge allein von Marktentwicklungen ab. Es zeichne sich ab, dass in einigen Filialen die Auslastung steigt, beispielsweise in Weilerbach, wo die Volksbank Kaiserslautern-Nord nicht vertreten ist. Die neue Bank, bei der fusionsbedingte Kündigungen bis 2018 ausgeschlossen sind, wird vier Kompetenzzentren haben: Waldfischbach-Burgalben, Landstuhl/Ramstein, Kaiserslautern und Rockenhausen. Dort werden alle Bank-Leistungen geboten. Was die Fusion anbelangt, steht als nächster Schritt die heutige Vertreterversammlung der Kaiserslauterer Bank an. Bis zum 24. September soll das Zusammenführen der EDV-Systeme folgen. Die Kunden der VR-Bank Westpfalz erhalten im ersten Quartal 2017 neue EC-Karten sowie Kontonummern. Die 316 Vertreter für die neue Bank, die nach derzeitigem Stand 31 600 Mitglieder hat, werden in diesem Jahr gewählt. Der neue Aufsichtsrat wird zunächst 15 Mitglieder haben. Die Vertreter der VR-Bank Westpfalz segneten den Jahresabschluss 2015 ab. Mit einem Überschuss von 951 767 Euro bei einer Bilanzsumme von 489 Millionen Euro schließt das Geschäftsjahr ab. 450 000 Euro werden zurückgestellt. Die 11 471 Mitglieder erhalten eine Dividende von 3,25 Prozent – was als wenig kritisiert wurde. Angeregt wurde, statt Rückstellungen für die neue Bank vorzunehmen, sollte mehr Geld an die bisherigen Mitglieder ausgeschüttet werden. Laut Stemler entspricht die Ausschüttung einer Summe von 282 000 Euro. 124 000 Euro würden zusätzlich ausgeschüttet, weil Mitglieder Sonderkonditionen bei der Kontogebühr erhalten. (add)

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