Hauenstein RHEINPFALZ Plus Artikel Wie die Renaissance der Partnerschaft mit Chauffailles gestaltet werden könnte

Die Boulefreunde Hauenstein unterhalten eine rege Partnerschaft mit dem Petanque Club aus Chauffailles. Vor einigen Jahren wurde
Die Boulefreunde Hauenstein unterhalten eine rege Partnerschaft mit dem Petanque Club aus Chauffailles. Vor einigen Jahren wurde gemeinsam bei einem Turnier in Ludwigshafen angetreten.

Neue Ansätze für eine alte Freundschaft: Die Partnerschaft von Hauenstein und Chauffailles im Burgund soll wiederbelebt werden. Welche Ideen es dazu gibt.

Wird der große Hauensteiner Jubiläums-Schuhmachermarkt 1926 zugleich eine Renaissance der einstmals sehr lebendigen Städtepartnerschaft Hauenstein-Chauffailles werden? Die Mitglieder des zuständigen Gemeindeausschusses sind sich einig: Der Jubiläums-Schuhmachermarkt im Sommer 2026 anlässlich des 140-jährigen Bestehens der Hauensteiner Schuhindustrie ist fest eingeplant. Denn passenderweise jährt sich dann auch zum 60. Mal der Besuch einer 150-köpfigen Hauensteiner Delegation in Chauffailles. Sie fuhr unter Führung des Musikvereins ins 570 Kilometer entfernte Südburgund, um den Freundschaftsbesuch des „Réveil Chauffaillon“ im Jahr 1964 zu erwidern.

Offiziell wurde die Partnerschaft während der Kerwe im Jahr 1970, vor nun 55 Jahren, in einer historischen Feierstunde im damaligen Festsaal des Turnvereins Hauenstein geschlossen. Lange Zeit galt die Partnerschaft mit dem südburgundischen Städtchen als dynamisch und nachhaltig, was 1988 mit der selten vergebenen Jean-Monnet-Medaille in Frankreich honoriert wurde.

Boule-Verein hält Partnerschaft am Leben

Ortsbürgermeister Steffen Mellein betonte in der öffentlichen Ausschusssitzung: „Für mich führt an der aktiven Belebung unserer Partnerschaft kein Weg vorbei.“ Er sieht sowohl auf deutscher als auch auf französischer Seite „neue Formen einer neuen Partnerschaft“. Mellein bedauert, dass die seit Jahren angestrebte Wiederbelebung bisher nicht umgesetzt wurde.

Ein zentraler Akteur dieser Renaissance ist Thomas Merz, Gründer und Motor des Hauensteiner Boule-Vereins. Seit mehr als 20 Jahren pflegen Merz und seine Boule-Freunde ein lebendiges sportliches und gesellschaftliches Partnerschaftsleben. Merz überbrachte auch Grüße der Bürgermeisterin von Chauffailles, Stéphanie Dumoulin, die ebenfalls eine Wiederbelebung der Partnerschaft auf breiterer Gemeindebasis anstrebe. Auch in Chauffailles bedauere man, dass die Aktivitäten auf Gemeindeebene seit 2004 eingeschlafen sind. „Ich kann jedenfalls unsere Boule-Freundschaft in höchsten Tönen loben, und ich werde auch bei der Wiederbelebung in größerem Maße meinen Teil beitragen“, sagte Merz.

Kölsch: „Möglichst lebendig umsetzen“

Ein weiterer Ansatz für die Erneuerung der Partnerschaft kommt von der Einrichtung „Kultur im Dorf“. Ausschussmitglied Tobias Bärmann (CDU) sieht neue Möglichkeiten der Belebung auf kulturellen und sportlichen Feldern, da auch Chauffailles in diesen Bereichen sehr aktiv sei. Schulische Austausche könnten ebenfalls wieder an Bedeutung gewinnen. Bis vor wenigen Jahren war die Schulpartnerschaft zwischen Chauffailles und der Realschule Annweiler, die 1974 gegründet wurde, ein bedeutender Faktor der Freundschaft zwischen den beiden Gemeinden. Zahlreiche familiäre Kontakte bestehen bis heute, teilweise schon in der dritten Generation. Marie-France Schächter, pensionierte Lehrerin, brachte diesen Aspekt in der Sitzung zur Sprache. Viele Austausche zwischen der heutigen Realschule plus und der privaten Mittelschule Chauffailles hat sie mit organisiert.

Die Beigeordneten Timo Pust (Liste Hääschde) und Stefan Kölsch (Grüne) äußerten ihre Hoffnung, dass die Aktion „Wiederbelebung Partnerschaft“ neue Möglichkeiten der modernen Zusammenarbeit über die Grenzen hinweg mit sich bringe. Stefan Kölsch hat prägende Kindheitserinnerungen an die Partnerschaft: Sein Vater Werner Kölsch (1927 bis 1981) war einer der eifrigsten Pioniere. „Wir sollen jetzt nicht nur über eine Belebung sprechen, sondern die alte Tradition in neuen Formen möglichst lebendig umsetzen“, sagte Stefan Kölsch.

Thomas Merz überbrachte Grüße aus dem Burgund.
Thomas Merz überbrachte Grüße aus dem Burgund.
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