Kreis Südwestpfalz Weniger Kita für mehr Geld

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Abgespeckt und trotzdem teurer. Weil der Herschberger Gemeinderat nicht hinnehmen wollte, dass die Erweiterung der Kindertagesstätte doppelt so teuer wird wie geplant, sollten die Architekten schauen, wo man sparen kann. Das haben sie getan. Das Ergebnis: Weniger Kindergarten für trotzdem mehr Geld.

Die Konstruktion des Gebäudes soll grundlegend geändert werden. Statt einer Stahlbetondecke hat Planer Andreas Lang-Merz vom gleichnamigen Pirmasenser Planungsbüro nun eine Holzkonstruktion vorgesehen. „Damit sparen wir enorm an Gewicht ein, und die Fundamentierung wird wesentlich günstiger“, begründete er am Dienstag im Gemeinderat seine Änderung. Der Keller unter dem Anbau ist gestrichen, der Anbau wird auf einer Bodenplatte gebaut. Man habe sogar darüber nachgedacht, die Bodenplatte für die Erweiterung auf den vorhandenen Asphalt aufzubringen. Doch ein Bodengutachten und der Statiker sprachen sich dagegen aus. „Der Asphalt ist nicht tragfähig genug“, gab der Planer weiter. Außerdem könne bei dem Asphalt nicht ausgeschlossen werden, dass er gesundheitsgefährdend ist. 300 000 Euro hatte der Rohbau zuvor kosten sollen, nun liegt er bei 174 000 Euro. Die Gesamtkosten wurden im vergangenen Jahr auf 480 000 Euro geschätzt. Trotz der Einsparungen beim Rohbau wird die Kita um gut fünf Prozent teurer. „Die Gesamtkosten werden wohl bei 507 000 Euro liegen“, schätzte der Planer. Eine erhebliche Preissteigerung von bis zu zehn Prozent bei allen Gewerken sei ausschlaggebend. Dass der Bau trotz des Versuchs, Kosten zu sparen, teurer wird, habe sich abgezeichnet. „Aber dass es so viel ist, hätte ich nicht gedacht“, gab Bürgermeister Manfred Biedinger (Initiative Zukunft Herschberg) zu. Man könne vielleicht doch das Gebäude aufstocken, kam aus den Reihen der Ratsmitglieder. Da die Treppe nach oben dann eine Fluchttreppe werden müsse, seien die Kosten nicht viel geringer, erklärte Biedinger. Außerdem sei die Verlängerung der Nutzung des zweiten Stocks nur für den Zeitraum des Bauvorhabens gestattet. „Wenn wir nicht bauen, erlischt diese Genehmigung.“ Um weitere Kosten zu sparen, schlug Lang-Merz vor, die Fassade als Holzfassade zu errichten, da dann aufwendige Putzarbeiten entfallen, die ebenfalls den Preis in die Höhe treiben würden. Karl-Heinz Kiefer (Initiative Zukunft Herschberg) zeigte sich kritisch zum Kostenverlauf: „Ich will eine Summe haben, wie weit die Gemeinde sich neu verschulden muss.“ Lydia Westrich (SPD) indes sieht eine Neuverschuldung nicht so dramatisch: „Wir hatten Geld für zehn Prozent Zinsen aufgenommen, damit wir die Bürgerhalle bauen konnten. Jetzt gibt es Geld für ein Prozent.“ Es entstehe ein neues Baugebiet, „dann gibt es mehr Kinder, und für den Verkauf von Bauplätzen ist ein Kindergarten auch wichtig“. Außerdem erhalte die Gemeinde einen Zuschuss von 192 000 Euro. Er sei auch für den neuen Kindergarten, aber er wolle wissen, was mit den anderen gemeindeeigenen Gebäuden passiert, sagte Kiefer. Die Bürgerhalle sei marode, Türen würden rausfallen, das alte Forsthaus sei in keinem guten Zustand, und der Altbestand des Kindergartens sei feucht. „Da brauchen wir auch Geld“, gab er zu bedenken. Auf den Keller will der Rat jetzt verzichten, obwohl ein Kellerzugang von außen einen Zugang zum Waldmuseum gewährleistet hätte. Außerdem hätte so ein weiterer Fluchtweg zur Verfügung gestanden. Wenn der Keller aber eingeplant wird, müsse man wieder wegen der Statik eine andere Gründung einplanen, warf Lang-Merz ein. Er stelle sich die Frage, ob die Gemeinde ein Problem mit dem Keller bekomme, da er ja augenscheinlich feucht ist, meinte Kiefer. „Sie bekommen kein Problem mit dem Keller, sie haben eins“, stellte Lang-Merz fest. „Sie haben jetzt schon einen Unterhaltungsstau im Keller.“ Mit sechs Gegenstimmen wurde die Unterkellerung abgelehnt, vier Ratsmitglieder hätten lieber wegen des Fluchtwegs und des Außenzugangs einen Keller eingeplant. Einstimmig nahm der Rat den vorgestellten Plan zur Erweiterung der Kita an.

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