Umfrage RHEINPFALZ Plus Artikel Was machen Südwestpfälzer über die Ostertage?

Die Burg Gräfenstein oder der gegenüberliegende Winschertfelsen bieten grandiose Ausblicke auf den Pfälzerwald.
Die Burg Gräfenstein oder der gegenüberliegende Winschertfelsen bieten grandiose Ausblicke auf den Pfälzerwald.

Ostern ist ein Familienfest. Und doch soll man sich derzeit von Familie und Freunden fernhalten. Das kann hart sein, aber die Südwestpfälzer haben da gute Ideen. Die RHEINPFALZ hat sich in Rodalben, Waldfischbach-Burgalben und Dahn umgehört, wie die Menschen die Osterfeiertage verbringen.

Schon zum zweiten Mal gilt es für die Menschen, auf lieb gewonnene Rituale über Ostern zu verzichten: Wie 2020 gelten Kontaktbeschränkungen, die größere Familientreffen oder einen Osterurlaub verhindern. Das hält viele jedoch nicht davon ab, ein paar entspannte Tage zu verbringen: Vor allem die heimische Natur bietet da so einige Möglichkeiten.

In Rodalben erzählt Andreas Hufnagel, dass er nur im engsten Familienkreis zu Hause Ostern feiert. „Eventuell wäre ich in Urlaub gefahren, wahrscheinlich mit einigen Freunden nach Österreich. Aber wegen Corona geht das jetzt natürlich nicht. Ich kann nur jedem den Tipp geben, jetzt raus in die Natur zu gehen und zu wandern, wie ich das auch von meinem Heimatort Clausen aus gerne mache.“

Daheim bleibt auch Jan Schäfer: „Zusammen mit meiner Frau werde ich für unsere fünfjährige Tochter im Garten Ostereier verstecken. Wenn das Wetter passt, ist natürlich auch Grillen angesagt. Normalerweise hätten wir in diesen Tagen unsere Verwandten besucht, aber das muss ja jetzt ausfallen. Auf alle Fälle sollte man unter diesen Umständen nicht in der Wohnung sitzen bleiben, sondern rausgehen.“

So sieht das auch Sabine Mayer, die vorhat, viel Zeit mit ihrem Mann in der Natur zu verbringen. „Wir haben nichts Konkretes geplant, keine Familienfeier und Verwandtenbesuche. In der Vergangenheit haben wir uns an Karfreitag mit Freunden getroffen, eine schöne Tour gemacht und hinterher noch beisammen gesessen. Der Sonntag und Montag war für die Familie da. Einen für März geplanten Urlaub haben wir schon verschoben, aber bei uns kann man zum Glück wunderbar die Natur genießen, zum Beispiel auf dem Felsenwanderweg.“

In Waldfischbach-Burgalben verraten Gerlinde und Paul Baldauf ihr Rezept für gelungene Ostertage: „Jammern hilft nichts, man muss sich jetzt eben an die Regeln halten und vernünftig sein, und das funktioniert doch auch. Natürlich ist es schade, dass unsere drei Enkel zurzeit nicht kommen dürfen, lediglich ein Kurzbesuch mit wenigen Menschen ist möglich, aber wir achten schon darauf, dass wir nicht viele Personen sind. Am schlimmsten trifft es doch die Kinder, die jetzt ihren Geburtstag nicht feiern können.“

Sarah Gholamali hofft auf gutes Wetter: „Wenn es schön wird, werden wir im Garten Ostereier verstecken und vielleicht auch grillen. Eine Freundin kommt zu Besuch, und dann setzen wir uns gemütlich in den Garten. Das sollte jeder tun, der die Möglichkeit hat. Unter normalen Umständen hätte ich mir bei sonnigem Wetter ein Picknick an einem Fluss gut vorstellen können, aber das geht nun mal leider nicht.“

Mit einem energiegeladenen Hund werden auch eingeschränkte Osterfeiertage nicht langweilig, meinen Ute Althoff und Jakob Biegi: „Wir bleiben zwar zu Hause unter uns, aber zusammen mit unserem Buddy gehen wir viel im Wald spazieren. Ganz toll ist es, in der Nähe des Golfplatzes zu laufen. Ohne Corona würde ich vielleicht zu meiner Tochter oder meiner Mutter fahren, da bleibe ich jetzt lieber mal weg. Aber sich nur am Telefon zu hören, fällt schon schwer.“

Einen Plan ausgetüftelt hat Barbara Wilhelm, die in Dahn erzählt, dass sie in diesem Jahr die Besuche aufteilt. „Am Sonntag fahre ich nach Neustadt zu meinem Sohn, und am Montag kommt meine Tochter. Nächsten Sonntag dann treffe ich einen weiteren Sohn. Normalerweise trifft sich sonntags die ganze Familie zum Brunch. Ich hatte mich schon auf einen Ausflug in diesen Tagen zur Tulpenblüte nach Holland gefreut, das fällt natürlich auch aus. Ich vermisse derzeit vieles, aber ich versuche, es mit Humor zu nehmen, schließlich stehe ich üblicherweise beim KVE in der Bütt. Derzeit brauche ich allerdings viel Humor …“

Aufs Fahrrad schwingt sich an Ostern Michaela Frahry. „80 Stunden Arbeit investiere ich jede Woche in meinen Gewürzstand und freue mich deshalb ganz besonders auf eine Radtour, für die ich normalerweise gar keine Zeit habe. Nur zweimal im Jahr mache ich das, und es ist dann etwas ganz Besonderes für mich. Ungefähr acht bis zehn Kilometer führt mich der Rundweg durchs Wellbachtal und Freisbachtal. Ich genieße die wunderbare Luft, und es ist ganz ruhig. Ohne Corona hätte ich die Möglichkeit gehabt, meine Gewürze beim Cramerhaus unterhalb der Burgruine Lindelbrunn zu verkaufen.“

Auf gutes Essen will Tobias Kirsch an Ostern auf keinen Fall verzichten. Er freut sich schon auf eine wunderbare Lammkeule. „Der Sohn wird zu Besuch kommen. Meine Frau kocht gerne persisch, mit tollen Gewürzen wie Bockshornklee und getrockneten Zitronen. Dazu gibt es Safranreis. Je nachdem, wie das Wetter wird, gehen wir wandern – schließlich haben wir hier die Felsen fast vor der Haustür. Und wenn es kalt ist, bastle ich im Keller, zum Beispiel ein Gewürzregal für mich.“

Andreas Hufnagel
Andreas Hufnagel
Jan Schäfer
Jan Schäfer
Sabine Mayer
Sabine Mayer
Gerlinde und Paul Baldauf
Gerlinde und Paul Baldauf
Sarah Gholamali
Sarah Gholamali
Ute Althoff und Jakob Biegi
Ute Althoff und Jakob Biegi
Barbara Wilhelm
Barbara Wilhelm
Michaela Frahry
Michaela Frahry
Tobias Kirsch
Tobias Kirsch
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