Mittwochsinterview RHEINPFALZ Plus Artikel Warum die Junge Union Hermersberg keine Nachwuchsprobleme hat

Dass sich junge Menschen in und für Hermersberg engagieren, ist dem bisherigen JU-Vorsitzenden Felix Burkhard (links) und seinem
Dass sich junge Menschen in und für Hermersberg engagieren, ist dem bisherigen JU-Vorsitzenden Felix Burkhard (links) und seinem Nachfolger Jannik Faust das wichtigste Anliegen.

Jannik Faust (28) ist neuer Vorsitzender der JU Hermersberg. Die RHEINPFALZ sprach mit ihm und seinem Vorgänger Felix Burkhard (31) über ihre Motivation, Kommunalwahlen und die Tradition von Rindfleisch mit Meerrettich beim Schnapsgassenfest.

Herr Burkhard, Sie haben die Bio-Klippe, also das Alter von 35 Jahren, mit dem man in der Regel die JU verlassen muss, noch nicht erreicht. Was hat Sie bewogen, Ihr Amt nach sechs Jahren aufzugeben?
Felix Burkhard: Wir wollen uns in der JU immer verjüngen. Ich fand es schön, dass es Kandidaten gab, die gesagt haben, dass sie sich vorstellen können, das Amt des Vorsitzenden zu übernehmen. Nach drei Amtszeiten ist eine weitere Verjüngungskur im Vorstand gut. Als Schriftführer bleibe ich dabei. Mir ist wichtig, dass junge Leute früh bereit sind, Verantwortung zu übernehmen, etwas zu organisieren.

Herr Faust, Sie haben Felix Burkhard signalisiert, Sie könnten sich vorstellen, den JU-Vorsitz zu übernehmen?
Jannik Faust: Ja, das konnte ich mir vorstellen, das habe ich auch so signalisiert. Ich bin jemand, dem Hermersberg sehr am Herzen liegt. Jugendarbeit ist mir ganz wichtig. Ich finde, es ist gut, wenn vieles in einem Ort von der Jugend getragen wird, wenn der Zusammenhalt unter den Jugendlichen gegeben ist. Das haben wir bisher immer so gelebt in der JU.

Felix Burkhard: Dass uns Hermersberg am Herzen liegt, das eint uns alle.

Ich höre bei Ihnen beiden heraus, die Motivation in die Hermersberger JU einzutreten, war nicht die politische Schiene, sondern sich für Ihr Heimatdorf zu engagieren?
Jannik Faust: Das ist richtig. Das eine, sich politisch einzubringen, ist aus dem anderen, sich gesellschaftlich für den Ort zu engagieren, gefolgt.

Felix Burkhard: Ich bin der Überzeugung, dass es keine Rolle spielt, ob ich mich in der CDU, SPD oder in einer anderen Partei engagiere, wenn es zum Beispiel darum geht, den örtlichen Kindergarten zu unterstützen.

Herr Burkhard, dass Sie Mitglied im Verbandsgemeinderat Waldfischbach-Burgalben sind, war also nicht zwingend geplant?
Felix Burkhard: Nein, absolut nicht. Wie gesagt, es ging und geht darum, sich für Hermersberg einzusetzen. Aber man ist dann auch bei Listenaufstellungen dabei, wächst in diese Schiene rein. Irgendwann ist man auch bereit, zu kandidieren. Man bekommt viel mit und natürlich ist man irgendwann auch auf dem Radar als möglicher Kandidat. Man macht als Ratsmitglied wichtige Erfahrungen. Ich habe zum Beispiel festgestellt, dass es für Menschen, die direkt im Ort mit anpacken wollen, wahrscheinlich sinnvoller ist, zunächst mal für den Ortsgemeinderat zu kandidieren, weil man doch noch näher am eigenen Dorf und an konkreten Fragen dran ist, etwa wie es mit den Spielplätzen aussieht.

Herr Faust, können Sie sich vorstellen, zu kandidieren?
Jannik Faust: Bei den nächsten Kommunalwahlen 2024 im Moment eher nicht. Man soll nie nie sagen, aber ich glaube, die kommen noch zu früh für mich. Aber grundsätzlich ja.

Zugespitzt formuliert: Kann man als junger Hermersberger Bürger fast gar nicht anders, als sich in der JU zu engagieren?
Beide (lachen): Eigentlich nicht.

Felix Burkhard: Man muss sich die Zahlen anschauen. Wir haben aktuell 64 Mitglieder, haben zuletzt 15 neue Mitglieder bekommen. Vermutlich wird nicht jeder am Ende seiner Zeit bei der JU CDU-Mitglied werden. Wichtig ist, dass wir zum Beispiel bei unserem Osterrock, der wieder ausverkauft war, 54 Helfer hatten, also 54 junge Hermersberger, die sich engagiert haben. Wir vergeben da schon früh Verantwortungsbereiche. Einer ist für Getränke verantwortlich, einer für die Band, andere für die Garderobe. Dieses Engagement hat zur Folge, dass wir viele Schichten besetzen können. Jeder, der sich engagiert, also auch Zeit hat zu feiern.

Jannik Faust: Genau dieses Engagement ist uns allen wichtig. Aber ja, wir sind auch der größte JU-Ortsverband im Landkreis.

Felix Burkhard: Auf Landesebene wird gerade geprüft, wie groß wir sind.

Jannik Faust (lacht): Sind wir nicht der größte im Land, ist es ein Ziel der größte zu werden.

Verbandsbürgermeister Felix Leidecker hat explizit geworben, dass auch junge Frauen sich bei den Wahlen für ein Ratsmandat bewerben?
Jannik Faust: Wir haben hier in der JU viele Frauen, die sich unglaublich engagieren bei den einzelnen Veranstaltungen. Ich freue mich, dass sie auch im Vorstand Ämter übernehmen. Annika Wiehn ist stellvertretende Vorsitzende, Lisa Büchler Beisitzerin.

Felix Burkhard: Formal könnten es vielleicht mehr Frauen im Vorstand sein. Aber wichtig ist, dass bei uns Frauen und Männer gleich engagiert sind. Wir regeln das in der JU ohnehin alles miteinander. Zum Beispiel wenn es um Fahrten geht. Da entscheidet nicht ein exklusives Gremium.

Weil Ihr so viele seid, könnt Ihr auch sehr schnell vieles auf die Beine stellen?
Felix Burkhard: Ja, das hat man zum Beispiel während der Coronazeit gesehen, als wir ganz schnell Hilfe organisieren konnten. Das gilt aber auch für den Osterrock oder die Fahrten, die wir anbieten. Da kann jeder mitfahren. Wir haben schon bis zu 80 Mitfahrer gehabt. Ganz wichtig ist uns das Thema Spenden, dass die Gelder, die wir erwirtschaften – zum Beispiel beim Osterrock – für karitative Zwecke genutzt werden und im Idealfall im Ort bleiben. Zum Beispiel für die Jugendarbeit in den Vereinen. Wir spenden zum Beispiel für die Jugendarbeit sachbezogen, weil wir sehen wollen, dass die Spende bei den jungen Vereinsmitgliedern ankommt.

Jannik Faust: Wir helfen mit unseren Spenden zum Beispiel auch dem Kindergarten, der Grundschule.

Ihr seid in dieses Jahr beim Schnapsgassenfest aktiv. Zum ersten Mal?
Felix Burkhard: Das kann man so nicht sagen. Wir haben immer die Hüpfburg für die Kinder bezahlt und unsere Mitglieder haben bei vielen anderen Vereinen Dienste gemacht. Wir haben aber auch gemerkt, dass es etwas weniger wurde mit den Teilnehmern beim Fest, weil viele Vereinsmitglieder älter werden, nicht mehr so helfen können, und dass das Angebot zurückgegangen ist.

Jannik Faust: Deshalb haben wir uns entschlossen, sonntags beim Schnapsgassenfest selbst etwas zu Essen anzubieten. Einen Klassiker: Rindfleisch mit Meerrettich.

Ihr Lieblingsessen?
Jannik Faust (lacht): Tatsächlich nicht. Aber es ist ein Klassiker beim Hermersberger Schnapsgassenfest. Früher hat das der Kegelverein angeboten.

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