Kreis Südwestpfalz Wallhalben bleibt

Die Werke bleiben im Wallhalber Verwaltungsgebäude, und ein Bürgerbüro soll weiterhin als Anlaufstelle dienen. Wallhalbens Bürge
Die Werke bleiben im Wallhalber Verwaltungsgebäude, und ein Bürgerbüro soll weiterhin als Anlaufstelle dienen. Wallhalbens Bürgermeister Berthold Martin sähe dort zudem gerne das Bauamt der Verbandsgemeinde.

Die Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben wird auch künftig an zwei Standorten verwaltet werden. Das hat der Verbandsgemeinderat Thaleischweiler-Wallhalben am Dienstag einstimmig beschlossen. Damit endet die Diskussion um die Zukunft der Verwaltung – Neubau oder Sanierung – mit einem Kompromiss: In Thaleischweiler-Fröschen wird ein neues Rathaus gebaut, direkt neben dem alten. In Wallhalben verbleibt ein Teil der Verwaltung, unter anderem ein Bürgerbüro und die Verbandsgemeindewerke.

„Wir haben nun einen Handlungsauftrag, den wir mit breiter Brust und gerade aufgerichtetem Oberkörper angehen können.“ Verbandsbürgermeister Thomas Peifer (CDU) wirkte nach der rund 40-minütigen Diskussion zufrieden. Es oblag ihm, nach dem Austausch im Rat einen Beschlussvorschlag zu formulieren, dem letztlich alle Ratsmitglieder zustimmen konnten. Wie mehrfach berichtet, hatten sich in der Diskussion Rathausneubau oder -sanierung mehrere Varianten herauskristallisiert. Der Diskussion zugrunde lag eine von dem Ludwigshafener Ingenieurbüro Sander Hofrichter ausgearbeitete Studie, die zunächst fünf mögliche Varianten umfasste – ein kompletter Neubau in Thaleischweiler-Fröschen plus Umzug war eine Variante, eine Sanierung der beiden Rathäuser eine andere. In der Entscheidungsfindung kamen dann noch zwei weitere Varianten hinzu. Das zuständige Planungsbüro stellte die Pläne nicht nur im Verbandsgemeinderat vor, es gab auch Abendtermine mit den einzelnen Fraktionen. Als tragfähig erwies sich am Dienstagabend dann die Variante sieben. Sie sieht einen Neubau in Thaleischweiler-Fröschen vor, und die Werke der Verbandsgemeinde sollen in Wallhalben bleiben. Die Kosten dieser Lösung liegen laut Studie bei rund 5,34 Millionen Euro. Dietrich Bauer (CDU) nannte die Variante einen „guten Kompromiss“. Zwar wäre ein Neubau in Thaleischweiler-Fröschen wohl günstiger und eine Verwaltung unter einem Dach „besser zu strukturieren“. Die CDU wolle aber − vor dem Hintergrund, dass es mal zwei Verbandsgemeinden waren − an dem Konzept mit zwei Standorten festhalten. Für SPD-Fraktionssprecher Heino Schuck führt „aus betriebswirtschaftlicher Sicht kein Weg daran vorbei“, das Gebäude in Wallhalben weiterhin zumindest teilweise zu nutzen. Er sprach davon, künftig die Werke, das Archiv sowie ein Bürgerbüro in Wallhalben zu belassen. Ein daraus resultierender kleinerer Neubau in Thaleischweiler-Fröschen komme den Vorstellungen der SPD-Fraktion „ am nächsten“. Die FWG-Fraktion sprach sich dafür aus, nun die Bürger der Verbandsgemeinde „transparent zu informieren“, wie es weitergeht. Peter Sammel nannte die gefundene Lösung eine „ideale Option“. „Ich habe nicht den Eindruck, dass die Wallhalber hinten runterfallen“, sagte Klaus Lorenz von der Wählergruppe Lelle. Dass Wallhalben benachteiligt werde, habe er schon öfter an anderer Stelle im Landkreis Südwestpfalz gehört, beispielsweise auch bei der Diskussion um die Zukunft der Verbandsgemeinde Hauenstein. Die Arbeit im Verbandsgemeinderat und dessen Entscheidungen zeichneten für ihn aber ein gänzlich anderes Bild, stellte Lorenz fest. Martin Eichert (FWG) sieht in dem Kompromiss eine Chance, nun „näher zusammenzurücken“: „Die alten Strukturen kommen nicht wieder.“ Sein Fraktionskollege Berthold Martin, Bürgermeister von Wallhalben, regte an, das Rathaus in Wallhalben möglichst ganz zu nutzen. Womöglich passe zu den Werken ja auch noch das Bauamt der Verbandsgemeinde. Die Fraktion „Bürgerinitiative Verbandsgemeinde Wallhalben“ hatte zunächst ihre Zustimmung verweigert. Als sich in der Diskussion aber herauskristallisierte, dass das Wallhalber Rathaus weiter genutzt werden soll – über die Details könnten sich auf Anregung von Peter Sammel die Bürgermeister in der Verbandsgemeinde Gedanken machen –, stimmten Willi Hunsicker und Krähenbergs Bürgermeister Thomas Martin dann doch der Variante sieben zu. Freie Flächen im Wallhalber Rathaus sollten, so formulierte es Horst Höh (SPD), „einer neuen Nutzung zugeführt werden“. Ihre gerade per Handzeichen gegebene Zustimmung unterstrichen die Ratsmitglieder noch mit spontanem Klopfen auf die Tische, so als wirkten sie mit dem gerade ohne Gegenstimme gefassten Beschluss sehr zufrieden. Verbandsbürgermeister Peifer hatte eingangs berichtet, dass ihn am Dienstagmittag noch Unterlagen für ein Bürgerbegehren erreicht hätten. Wie am 1. Juni berichtet, wollte sich ein Arbeitskreis damit für den Erhalt des Wallhalber Rathauses einsetzen.

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