Vinningen RHEINPFALZ Plus Artikel Vinninger nicht gegen Kröpper Windräder

Die Gestaltung des Platzes vor der Alten Kirche wird gefördert.
Die Gestaltung des Platzes vor der Alten Kirche wird gefördert.

„Ich möchte, dass wir bei dem Thema sehr sachlich bleiben“, leitete Bürgermeister Felix Kupper (FDP) im Vinninger Gemeinderat das Thema der Windkraftanlagen in Kröppen ein. Nach kontroverser Diskussion äußerten sechs Ratsmitglieder keine Bedenken gegen die geplanten drei Windräder, vier stimmten dagegen und sechs Ratsmitglieder enthielten sich der Stimme. Kupper signalisierte, pro Windkraft zu sein. „Irgendwo muss der Strom herkommen“, sagte er. Er äußerte aber auch Bedenken, vor allem hinsichtlich Immissionen, die womöglich verhinderten, dass auch Vinningen irgendwann wieder Windkraftanlagen bauen kann. Finanziell profitiere Vinningen auch davon, gab er zu bedenken. Sein Fazit: „Das Vinninger Hemd ist mir wichtiger als der Kröpper Rock.“ Der Bürgermeister stimmte für die Kröpper Windräder.

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Diskussionen um weitere Windräder gibt es auch in Kröppen.
Kröppen

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Mehrheit für weitere Windräder

Matthias Schuster (FWG) artikulierte seine Bedenken so: „Egal wo du wohnst, hörst du immer Windräder. Ich möchte sie nicht vor der Haustür haben.“ Hermann Braun (CDU) meinte: „Tatsache ist, dass wir Windenergieanlagen brauchen. Dann lieber an Standorten konzentrieren, als neue Standorte suchen. Ich habe keine Bedenken.“ Peter Weishaar (FWG) begründete sein Nein so: „Der Lärm ist jetzt schon zu hören. Wenn noch drei dazukommen, wird es noch schlimmer. Je nach Windrichtung hört man sie.“

Haushalt verabschiedet

Steigende Schulden, sinkender Kassenstand und eine höhere Pro-Kopf-Verschuldung, das sind die Eckpfeiler des Doppelhaushaltes 2021 und 2022. Der Vinninger Gemeinderat hat den Plan, der im Ergebnishaushalt für 2021 mit einem Minus von 572.000 Euro (2022: 216.000 Euro) und im Finanzhaushalt – also dem „Girokonto“ der Gemeinde, wie es Kämmerer Daniel Goedel nannte – 2021 mit einem Minus von 454.000 Euro und im kommenden Jahr von 115.000 Euro abschließen soll, am Mittwoch einstimmig beschlossen.

Für Grundstückskäufe am Ortseingang auf einer Fläche von rund 8000 Quadratmetern werden 130.000 Euro bereitgestellt. Die Baukosten für die Zweibrücker Straße sind mit 610.000 Euro angegeben. Zuwendungsanträge seien gestellt, berichtete Kupper. Der Ausbau der Josefstraße soll 719.000 Euro kosten. Die Umstellung der Straßenlaternen auf stromsparende LED-Leuchten kostet 285.000 Euro, Zuschüsse von 36.000 Euro stehen in Aussicht, und an wiederkehrenden Beiträgen sind 102.000 Euro vorgesehen. Für die Zufahrt zum geplanten Einkaufsmarkt am Ortseingang aus Richtung Obersimten sind im Haushalt 100.000 Euro eingeplant.

„Da wird einem schwindlig“

Die Pro-Kopf-Verschuldung der 1696 Bürger zählenden Gemeinde steigt von 65 Euro (2020) auf voraussichtlich 481 Euro (Ende 2022). Die Ausgleichszahlungen des Landes für Ausfälle bei der Gewerbesteuer während der Pandemie 2020 fallen laut Goedel höher aus, als der tatsächliche Ausfall gewesen ist.

Tobias Frenzel (CDU) hinterfragte kritisch die steigenden Umlagen an Kreis und Verbandsgemeinde trotz gleichbleibender Hebesätze. „Es ist erschreckend: Fast die Hälfte der Ausgaben gehen als Umlagen an den Kreis und die Verbandsgemeinde“, stellte Goedel fest. „Wir investieren nur durch Kredite“, merkte Maurice Müller (CDU) an. Dazu meinte Felix Kupper: „Ich geb’ dir recht, wenn man den Haushalt sieht, wird einem schwindlig, aber ich habe auch ein gewisses Vertrauen.“

Für den „Kommunikationsplatz Alte Kirche“ stehen Förderungen von rund 134.000 Euro aus dem Leader-Programm in Aussicht. 180.000 Euro soll die Neugestaltung kosten. Ursprünglich waren mehr als 250.000 Euro eingeplant. Der Rat beschloss ohne Gegenstimmen, einen Zuwendungsantrag bei der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion zu stellen. Geplant wird der Platz vom Kaiserslauterer Ingenieurbüro Wolf. „46.000 Euro bleiben an uns hängen“, stellte Ortsbürgermeister Felix Kupper fest. Den Grundsatzbeschluss hat der Rat im Juli 2019 gefasst.

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