Kröppen
Mehrheit für weitere Windräder
Drei weitere Windkraftanlagen auf Kröpper Gemarkung sind geplant. Über den Gestattungsvertrag hatte der Rat am Mittwochabend zu entscheiden. Den Einstieg in die Diskussion machte Ortsbürgermeister Steffen Schwarz: Er kritisierte die Berichterstattung der Tageszeitungen, sprach von der Darstellung ungeprüfter Aussagen und einseitiger Berichterstattung. Bislang habe niemand die Meinung der Ortsgemeinde interessiert oder sie zu Wort kommen lassen. Dadurch schwinde die Akzeptanz und dies gefährde den Bau der drei weiteren Windkraftanlagen am Standort Stausteinerwald zwischen dem Windpark Staustein und dem Windpark Kröppen. Bei der Beteiligung der Ortsgemeinde zur notwendigen Änderung des Flächennutzungsplanes der Verbandsgemeinde sei es deshalb zu einer negativen Stimmung und zur Ablehnung durch einige Ratsmitglieder gekommen. Noch bevor Schwarz die Empfehlung des gemeindlichen Arbeitskreises „Windkraft“ für die drei Anlagen vortragen konnte, meldete sich Ratsmitglied Frank Kupper mit Bedenken zu Wort.
„Wirklicher Eingriff“ in Natur
Es würde ein „wirklicher Eingriff“ in die Natur vorgenommen, stellte er fest. Windräder im Wald seien problematisch. Zudem habe man in Kröppen schon viel für erneuerbare Energien getan. Nicht zuletzt durch die bereits bestehenden fünf Windkraftanlagen, sondern auch durch den Solarpark. Letztlich, so Kupper, würden Kupper die Nachteile überwiegen, die mit Geld nicht aufzuwiegen wären.
Ehemaliger Förster sieht keine Gefahr für Tiere
Ganz anders die Meinung von Ratsmitglied Michael Betz, dem früheren Leiter des Forstreviers Hackmesserseite. Zu dem bereits auf einem gemeindlichen Grundstück errichteten Windrad würden drei weitere Windräder im Wald kommen. Inzwischen werde ein Drittel aller Windräder im Wald errichtet. Die vier Kröpper Waldwindräder würden insgesamt 3,8 Hektar Gemeindewald in Anspruch nehmen, was 1,5 Prozent bedeute. Die Wiederaufforstung biete auch die Chance, ohnehin vom Klimawandel bedrohte Bäume durch klimaresistentere Baumarten zu ersetzen. Betz sah auch keine Gefahr für den Rotmilan oder die Wildkatze und stellte fest, dass sich inzwischen im Gemeindewald sogar wieder der Uhu angesiedelt habe.
Am Ende der Diskussion gab es bei zwei Neinstimmen und einer Enthaltung den mehrheitlichen Auftrag für Schwarz, den vorliegenden Gestattungsvertrag für die drei weiteren Windkraftanlagen mit dem Investor zu unterzeichnen.