Kreis Südwestpfalz Verschenkt und versteigert

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CONTWIG. Ende März hat die Contwiger Feuerwehr in ihrer Fahrzeughalle einen großen Flohmarkt organisiert, um Geld für zusätzliche Wunschausstattung eines neuen Feuerwehrfahrzeugs einzunehmen, das bestellt ist (wir berichteten am 25. März). Dabei kamen so viele Gegenstände zusammen, dass Ideengeber Michael Maurer damals befürchtete, man müsse so ziemlich alles, was übrig bleibt wegwerfen. Doch es kam anders.

Die ganze Fahrzeughalle stand am 22. März voll mit Brauereitischen, auf denen sich Spielzeug und Geschirr, Bücher und Kleider stapelten. Zwar kamen viele Leute, und die Feuerwehrleute konnten auch vieles verkaufen, aber lange nicht alles, was Feuerwehrleute und Angehörige so an Verkaufbarem angeschleppt hatten. „Es wird wohl darauf hinauslaufen, dass wir die Sachen entsorgen“, hatte Michael Maurer im März über die Dinge gesagt, die übrig blieben. Denn es fehlte schlicht an Lagerraum. Doch weggeworfen haben die Contwiger Floriansjünger so gut wie nichts. Die liegen gebliebenen Spielsachen wollte man eigentlich den Contwiger Kindergärten schenken, doch laut Wehrführer Artur Lorenz ist nur wenig kindergartentaugliches Spielzeug übrig gewesen. „Das meiste haben wir sogar verkaufen können“, sagt er. Über die Spielsachen, die nicht kindergartentauglich sind, haben sich die ehrenamtlichen Helfer des Zweibrücker Kinderschutzbundes gefreut, die in der alten Feuerwache in Zweibrücken solcherlei Dinge sammeln. Gläser, Geschirr und mehrere Porzellanpuppen brachten die Wehrleute zur Arbeitslosen-Selbsthilfe nach Zweibrücken. Dort sorgt der Verkauf der Ware für den Unterhalt der Mitarbeiter und erfüllt somit ebenfalls einen guten Zweck. Genau wie die vielen Bücher, die man jetzt im Pirmasenser Sozialkaufhaus erwerben kann. „Wir mussten nichts wegwerfen. Wir haben alles verteilt, so dass andere noch etwas davon haben“, freut sich Michael Maurer. Von Anfang an sei klar gewesen, das keiner der Sachspender etwas zurückbekommt von seinen Sachen, weil alle Erlöse der besseren Ausstattung des neuen Tanklöschfahrzeugs zugute kommen soll. Dieses soll weder beheizbare Ledersitze noch Klimaanlage bekommen, sondern eine besser hör- und sichtbare Signalanlage, also zusätzliche blaue Blitzer im Kühlergrill und ein lauteres Martinshorn. Was jedoch im Budget der Verbandsgemeinde nicht enthalten ist, weshalb der Feuerwehr-Förderverein die zusätzlichen und ungeplanten Kosten von rund 5000 Euro stemmt. „Der Erlös aus dem Flohmarkt beträgt rund 1600 Euro, aber es sind noch Positionen offen“, erzählt Artur Lorenz. Wertvolle Motorrad-Kombis und Helme beispielsweise bietet die Feuerwehr bei Ebay an. Allerdings nicht zu einem symbolischen Preis, die Feuerwehrleute wollen schon noch ein paar Euro einnehmen und verkaufen diese Sachen daher mit einem Mindestpreis. Die Jugendfeuerwehr hat die Hälfte ihres Baumsammlungs-Erlöses nach Weihnachten gespendet. 600 Euro kamen zusammen, als die Contwiger Feuerwehrleute ihre Einsatzgelder gespendet haben. Weitere 500 Euro erzielten sie durch das Einsammeln von Schrott, so dass ein Gesamtbetrag derzeit von 3700 Euro in Artur Lorenz’ Büchern steht. Außerdem montieren die Wehrleute im Auftrag der Verbandsgemeinde Hydrantenschilder, was wiederum von der Verbandsgemeinde vergütet wird. Auch dieses Geld soll in den Signalanlagen-Topf fließen. „Steter Tropfen bringt das Martinshorn“, sagt Michael Maurer scherzhaft. Er und Artur Lorenz sind überzeugt, dass der Restbetrag bis zur Auslieferung des neuen Fahrzeugs, die Ende des Jahres geplant ist, noch zusammenkommt. Besonders stolz sind sie darauf, dass die komplette Mannschaft hinter der Aktion steht und sich geschlossen engagiert. Derzeit tun 39 Aktive, Männer und Frauen, in der Contwiger Feuerwehr Dienst, und zwölf Jungen und Mädchen sind Mitglied bei der Jugendfeuerwehr. Wer Interesse hat mitzuarbeiten, kann einfach vorbeikommen: Die Aktiven treffen sich jeden Donnerstagabend um 19.30 Uhr im Feuerwehrhaus, die Jugendfeuerwehr immer freitags um 18 Uhr. Derzeit hat die Contwiger Feuerwehr vier Einsatzfahrzeuge, laut Plan jedoch fünf. Neben dem neuen Tanklöschfahrzeug ist laut Wehrführer Artur Lorenz auch ein so genanntes „MZF in der Beschaffung“. Das bedeutet, dass ein bereits ausgemustertes Pritschenfahrzeug noch ersetzt werden soll, auf dem verschiedene Aufsätze transportiert werden können. Wann das an der Reihe ist, steht jedoch noch nicht fest. (mml)

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