Südwestpfalz
Umfrage zur Landratswahl: Das sagen die Kandidaten zu den Ergebnissen
In einer repräsentativen Umfrage haben sich 500 Bürger aus dem Landkreis Südwestpfalz im Vorfeld der Landratswahl zu Themen der Kreispolitik geäußert. Inhaltlich ging es aber auch um das Profil, beziehungsweise die Kompetenz der beiden Kandidaten sowie um deren Bekanntheitsgrad und die Sonntagsfrage: Wen würden Sie wählen? Wir haben Landrätin Susanne Ganster (CDU) und ihren Herausforderer Peter Spitzer mit den Ergebnissen konfrontiert.
Susanne Ganster (CDU) sagt, dass sie das Problem sehe, das viele Themen des Landkreises bei den Bürgern wohl nicht richtig ankämen. Das leitet sie aus dem hohen Anteil der Befragten ab, die bei unterschiedlichen Themen mit „das kann ich nicht beurteilen“ antworteten. Für sie als Landrätin stelle sich einmal mehr die Frage, wie erreiche man die Bürger mit Informationen. „Viele wissen nicht, für was der Kreis zuständig ist“, sagt Ganster.
41 Prozent der Befragten gaben an, dass sie noch nicht wissen, für wen sie bei der Wahl am 23. Februar stimmen wollen. Das habe sie nicht so sehr überrascht, sagt die Landrätin. Das decke sich mit der Erfahrung von anderen Wahlen. Bürger würden zunehmend erst kurz vom Wahltag entscheiden, für wen sie stimmen: „Das spornt mich an.“
Die Befragten stellten sowohl Ganster als auch Spitzer schlechte Noten für ihre wirtschaftspolitische Kompetenz aus. Die CDU-Politikerin führt das darauf zurück, dass viele Bürger unter Wirtschaftspolitik vor allem bundespolitische Themen wie den Strompreis vor Augen hätten. Der Landkreis habe kaum Zuständigkeiten und verfüge zudem nur über vergleichsweise wenig wirtschaftspolitische Instrumente. „Aber ich versuche, das Mögliche zu tun“, sagt Ganster und verweist auf persönliche Kontakte zu Unternehmen und die Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises. Die berät Firmen unter anderem bei Fragen rund um Zuschüsse.
Ihr Herausforderer Peter Spitzer bezeichnet die Umfrage als „Momentaufnahme“, die zeige, dass sich noch nicht alle Bürger mit der Landratswahl befasst hätten. Als „Außenseiter und Herausforderer“ sei er mit seinen Werten sehr zufrieden. „Ich komme nicht schlecht weg“, sagt der SPD-Mann. Die Benotung der Arbeit Gansters durch die Befragten in Form einer 3,0 – also befriedigend – nannte Spitzer „nicht gerade herausragend“. Er wolle in den kommenden Wochen bis zum Wahlsonntag weiterhin präsent sein und Wähler mobilisieren. Mit dieser Strategie hofft der Sozialdemokrat aus Donsieders sich den Wahlsieg am 23. Februar sichern zu können.
Das sagt der Experte
Werner Dieing ist Vorstand des Instituts für Communication- & Marketing-Research (CMR) mit Sitz in Mannheim, das die Umfrage zur Landratswahl im Auftrag der RHEINPFALZ durchgeführt hat. Er zieht folgendes Fazit: Susanne Ganster hat sowohl bei der Bekanntheit als auch bei den wahrgenommenen Eigenschaften einen klaren Vorsprung vor Peter Spitzer. Dennoch gibt es viele unentschlossene Wähler und eine durchschnittliche Zufriedenheit mit ihrer bisherigen Amtsführung. Beide Kandidaten sollten sich auf die zentralen Themen Straßenbau und Wirtschaft konzentrieren, um die Wähler zu überzeugen.
