Waldfischbach-Burgalben Stolpersteine: Mehrgenerationenhaus lädt ein zum Gesprächskreis

Das südfranzösische Lager Gurs um 1940. Dorthin wurden auch jüdische Familien aus Waldfischbach-Burgalben deportiert.
Das südfranzösische Lager Gurs um 1940. Dorthin wurden auch jüdische Familien aus Waldfischbach-Burgalben deportiert.

Im Vorfeld der Verlegung von Stolpersteinen für zwei deportierte jüdische Familien lädt nun auch das Mehrgenerationenhaus in Waldfischbach-Burgalben zu einem Gesprächskreis ein. Treffpunkt ist am Freitag.

Am 8. Mai sollen Stolpersteine verlegt werden in Erinnerung an die jüdischen Familien Strauss und Grünewald, die von den Nazis deportiert wurden. Der örtliche Verein für Heimatpflege und der Arbeitskreis Geschichte der Juden in Pirmasens haben die Stolperstein-Aktion angestoßen und auch schon zu einem Treffen im Vorfeld eingeladen. Nun lädt auch das Mehrgenerationenhaus im ASB alle Interessierten ein für Freitag, 22. April, 16 Uhr, zu einer weiteren Veranstaltung in das ehemalige AOK-Gebäude. Wer Informationen über das Schicksal dieser beiden Familien verfügt, ist ebenso willkommen wie Besucher, die den Gesprächsaustausch suchen.

Rettung für die Kinder

Nach gutem Zusammenleben über viele Jahre wurde in der Nazizeit die Hetze gegen die jüdischen Mitbürger bis zur Pogromnacht 1938 auch im Ort immer schlimmer. Drei Kinder aus beiden Familien konnten im März 1939 nach Frankreich gerettet werden, während die Eltern beider Familien und die jüngste Tochter der Familie Grünewald, Alice, am 22. Oktober 1940 von Waldfischbach nach Gurs in Südfrankreich deportiert wurden. Die Eltern Strauss kamen über Drancy nach Auschwitz und wurden dort ermordet. Dank vielfältiger Hilfe in Südfrankreich konnten Alice und später auch die Eltern Grünewald gerettet werden und sich nach dem Krieg in den USA wiedersehen. Auch Ruth Strauß überlebte schlimme Verfolgung in den Kriegsjahren in Südfrankreich dank Abbé Glasberg und anderen Helfern. Nach dem Krieg gab es Briefwechsel und noch einige Begegnungen zwischen beiden Familien.

Uta Fasco vom Heimatverein und Karola Streppel vom AK Geschichte der Juden in Pirmasens werden Kurzinfos zu diesen Schicksalen einbringen. Ob zu den Begegnungen in der Nachkriegszeit oder zu Schicksalen in der NS-Zeit sind Beiträge und Fragen erwünscht. Auch Jugendliche von der IGS haben sich bereits sehr aufmerksam über das Schicksal beider Familien informiert und wollen die Stolpersteinverlegung unterstützen.

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