Kreis Südwestpfalz Stabiles Geschäft für Bosch in Homburg

Placeholder-Image

Der Absatz von zehn Prozent mehr Injektoren für die Dieseleinspritzung in Nutzfahrzeugmotoren (LKW, Offroad-Fahrzeuge) und 7,4 Prozent für Autos in Europa sorgt in den Bosch-Werken Homburg zurzeit für eine sichere Beschäftigung der 4650 Mitarbeiter der Stammbelegschaft. Allerdings werden Zeitverträge mit ab Februar eingestellten 110 Befristeten nach aktuellem Stand nicht verlängert.

Die unguten Vorzeichen des vergangenen Jahres, als Bosch von einem Absatzrückgang der in Homburg und St. Ingbert gefertigten Einspritzsysteme – neben Injektoren Commonrails, Reihenpumpen und Unitpumps – von 7,6 Prozent im Nutzfahrzeug- und 7,1 Prozent im Auto-Geschäft berichtete, hätten sich im ersten Halbjahr 2014 ins Gegenteil verkehrt, sagte der kaufmännische Geschäftsführer des Standorts, Franz Folz, gestern. „Im April lag unser Verkauf nach Spanien im Bereich Nutzfahrzeuge 39 Prozent über dem April des Vorjahres, bei den PKW um 16,2 Prozent. Allerdings sollte man nicht vergessen, dass Spanien 2013 auf historisch niedrigem Niveau lag.“ Im laufenden Jahr plane man 8,1 Millionen Injektoren für Autobauer (Vorjahr: 6,9), 4 Millionen für Nutzfahrzeug-Hersteller (3,6) zu produzieren, dazu 1,9 Millionen Kraftstoffspeicher (1,3), 324 000 Unitpumps und 2900 Reihenpumpen. Da für das zweite Halbjahr keine sicheren Abrufzahlen der Hersteller vorlägen, plane man auf der Basis der Mai-Zahlen, die ab Februar wegen des Mehrbedarfs eingestellten Befristeten nicht zu verlängern. „Wir können aber reagieren. Nur mussten wir den Mitarbeitern für ihre Planung mitteilen, dass es voraussichtlich nicht weitergeht für sie“, so Folz. Kommendes Jahr läuft die Serienfertigung eines Auto-Injektors mit der Leistung von 2200 bar Einspritzdruck in Homburg an. Zurzeit liegt der Spitzendruck für PKW-Injektoren bei 1600 bar. Der neue Injektor gewährleiste die Erfüllung der Euro-6-Abgasnorm, Bosch habe erfolgreich Projekte bei den Herstellern eingeworben. Um den Injektor in Homburg herstellen zu können, werde man in diesem Jahr 41 Millionen Euro ins Werk West investieren. Vergangenes Jahr lagen die Gesamtinvestitionen bei nur 8,5 Millionen Euro. Die Bosch-Gruppe beschäftigt aktuell im Saarland 5650 Mitarbeiter. 4650 (inklusive 162 Azubi) davon im Geschäftsfeld Dieselsystems, 780 bei Bosch-Rexroth in Homburg, 110 bei der Moehwald Prüftechnik und 110 bei der Bosch Emission Systems (BESG) in Wellesweiler. Ende August/Anfang September plant der Spezialist für Abgasnachbehandlungen an Offroad- und stationären Motoren den Neubau in Wiebelskirchen zu beziehen. Noch in diesem Jahr seien 40 weiteren Arbeitsplätzen bei der BESG geplant, mittelfristig ist die Stärke 350 angepeilt. Wie berichtet, errichtet die landeseigenen Strukturholding Saar den Neubau und vermietet ihn an Bosch. Die BESG hatte sich gegen einen Standortwechsel nach Zweibrücken entschieden. (cps)

x