Kreis Südwestpfalz Seebach: Grundschule Bottenbach nicht in Gefahr

Was die Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde Pirmasens-Land, Silvia Seebach, am Ende des Jahres 2016 umgetrieben hat, das wird sie auch 2017 beschäftigen: der Tourismus. Neue Wandertouren mit dem Potenzial für Premium- oder Themenwanderwege sollen ausgewiesen, die Verbandsgemeinde bei potenziellen Besuchern bekannter gemacht werden. Das sind auch Aufgaben der Tourismusfachkraft, die es zu finden gilt.
Bis März soll die neue Stelle besetzt sein. Der Nachtragshaushalt ist verabschiedet, die Kreisverwaltung muss ihn noch absegnen. Jemand mit Erfahrung schwebt Seebach vor. Schließlich ist die Verbandsgemeinde, was den Tourismus betrifft, ganz am Anfang. Strukturen müssen erst noch geschaffen, Potenziale gehoben und Überzeugungsarbeit geleistet werden. Wie wertvoll dabei eine gewisse Erfahrung ist, hat Peter Zimmermann bewiesen, der dem Tourismus in der VG Dahner Felsenland mit auf die Beine geholfen hat und der 2016 ein Tourismuskonzept für Pirmasens-Land erarbeitet hat. Teile davon werden nun schon umgesetzt. Den Auftrag für einen Erlebnisführer hat der Verbandsgemeinderat bereits vergeben. Mit ihm sollen Touristen angelockt, die Angebote in Pirmasens-Land beworben werden. Werbung soll auf Tourismusmessen gemacht werden. Außerdem sollen 2017 zehn Wanderwege ausgewiesen werden, wenn möglich mit Potenzial, um mittelfristig als Premiumwanderweg zertifiziert zu werden. Komplett neue Wege werden dazu laut Seebach nicht geschaffen. Bestehende sollen zunächst mit einfachen Zeichen neu markiert werden. Zu den Strecken wird es dann ein Tourenblatt geben, das sich Wanderer mit auf den Weg nehmen können. Diese Wege wollen aber auch gepflegt werden. Hier wird die Verbandsgemeinde auch auf Ehrenamtliche und die Verkehrs- oder Pfälzerwald-Vereine angewiesen sein. Seebach will daher zu einem Treffen mit den Leistungsträgern einladen. Nicht nur Vereine sind dann mit im Boot, sondern auch Gastronomen und Hoteliers. Die Planungen der VG werden vorgestellt, weitere Ideen gesammelt. Dass Seebach solch ein Treffen nicht bereits früher einberufen hatte, war zuletzt im Verbandsgemeinderat kritisiert worden. „Ich halte das so für den richtigen Weg“, sagt Seebach jedoch. Der Rat habe zuerst eine Entscheidung treffen müssen, ehe mit den Leistungsträgern gesprochen werden könne. Denn erst jetzt habe die Verbandsgemeinde auch konkrete Kompetenzen. Zusammenarbeiten will Seebach auch mit umliegenden Verbandsgemeinden. Von den Erfahrungen im Dahner Felsenland könne man sicher profitieren. Rodalben und Hauenstein sind wie Pirmasens-Land Teil des Mountainbikeparks Pfälzerwald, von dem sich Seebach Impulse für den Tourismus erhofft. Und die Stadt Pirmasens hat gerade neue Wanderwege ausgewiesen, auch mit ihr müsse man in Sachen Tourismus kooperieren. Bauprojekte In Lemberg sollen 2017 gleich zwei große Projekte angegangen werden: Weil der Neubau des Bauhofs bei der Freizeithalle nach einem Bürgerentscheid nicht mehr in Frage kommt, steht der Umbau am alten Standort an. Zudem wird der Protestantische Kindergarten um- und neugebaut. Ganz neu ist die Kindertagesstätte in Ruppertsweiler. Dennoch herrscht dort laut Seebach schon Platznot. Da dauerhaft mehr Kita plätze benötigt werden, wird nach Lösungen gesucht. Die Sanierung des „Haus des Gastes“ steht in Eppenbrunn an. Eine finanzielle Mammutaufgabe für die Gemeinde. Umzüge sind dagegen in Trulben geplant: Das Sprechzimmer des Bürgermeisters soll von der Alten Schule, die zum Kauf angeboten wird, in die Trualbhalle verlegt werden. Dorthin soll auch der Bauhof umziehen. Kanal und Wasser Nachdem die Verbandsgemeinde im Kanalwerk ihre Hausaufgaben gemacht hat – im Juni 2015 wurde die Gruppenkläranlage Trulben, die bisher größte Investition der VG übergeben –, geht es laut Seebach jetzt ans Wasser. Für das 3,1 Millionen Euro teure neue Wasserwerk Schelermühle ist der Baugrund bereitet, die Arbeiten sind ausgeschrieben. Die Bürgermeisterin rechnet mit einem Baubeginn im Frühjahr. Daneben soll die Wasserhauptleitung zwischen Trulben und der Schweixer Mühle erneuert und der Wasserverbund zwischen Trulbens Annexe Hochstellerhof und dem Eppenbrunner Wasserwerk hergestellt werden. Noch keine Entscheidung ist über die Zukunft des Wasserwerkes Trulben gefallen. Für einen Ratsbeschluss werden alle Gesichtspunkte zusammengestellt. Schulen Für den Bestand der Grundschulen Bottenbach, Lemberg und Vinningen sieht Seebach keine Gefahr: Zum einen stimmten die Zahlen der einzuschulenden Kinder. Zum anderen glaubt sie auch an den Fortbestand des Schulverbandes und damit die Zukunft der Bottenbacher Schule. Und zwar trotz der Forderung des Großsteinhauser Bürgermeisters Volker Schmitt im Verbandsgemeinderat Zweibrücken-Land, die Kinder aus Riedelberg, Groß- und Kleinsteinhausen künftig in Hornbach zu unterrichten (wir berichteten zuletzt am 24. Dezember), um keinen Gastschulbeitrag an die VG Pirmasens-Land zahlen zu müssen. Bewegung gibt es bei den Schulgebäuden in Lemberg. Nach dem sich die Ortsgemeinde dagegen entschieden hat, ein Gebäude zum Betrieb des protestantischen Kindergartens zu übernehmen, stehen noch immer Schulgebäude leer. Laut Seebach hat ein Investor Interesse bekundet. Brandschutz Mit dem neuen Mehrzweckfahrzeug für die Löscheinheit Trulben und der abgeschlossenen Sanierung des Feuerwehrgerätehauses in Obersimten sei die Verbandsgemeinde im Bereich Brandschutz gut aufgestellt. Größere Investitionen sind 2017 daher nicht geplant. Homepage Eine neue Aufgabe hat die Verbandsgemeinde zum Ende des vergangenen Jahres übernommen. Den Ortsgemeinden hatte sie die Pflege und Betreuung der Homepages der gemeindlichen Kitas angeboten. Das geschah laut Seebach einerseits aus Gründen der Rechtssicherheit, um möglichen Urheberrechtsverletzungen beispielsweise bei der Nutzung von Bildern aus dem Weg zu gehen. Andererseits sollte mit einer professionellen Gestaltung durch Fachkräfte die Außendarstellung verbessert werden. Gerade potenzielle Neubürger informierten sich im Internet vorab über Einrichtungen der Gemeinde wie Kindergärten oder Schulen. Eine gute Außendarstellung könne daher die Entscheidung junger Familien durchaus beeinflussen.