Lemberg RHEINPFALZ Plus Artikel Schule wird umfassend saniert

Die ehemalige Hauptschule in Lemberg (links) und der Pavillon gegenüber.
Die ehemalige Hauptschule in Lemberg (links) und der Pavillon gegenüber.

Das Gebäude der Lemberger Schule wird generalsaniert für voraussichtlich 6,3 Millionen Euro. Das hat der Verbandsgemeinderat Pirmasens-Land am Mittwochabend mit großer Mehrheit beschlossen.

Seit Jahren ist die Gebäudesituation an der Grundschule Thema im Verbandsgemeinderat. Derzeit werden die vier Gebäude wie folgt genutzt: das Hauptgebäude nur für Sport- und Schwimmunterricht, das Grundschulgebäude und ehemalige Linn’sche Schuhfabrik schulisch sowie der Pavillon nur als Zwischenlager für Mobiliar für Flüchtlinge. Somit werden nur zwei Gebäude voll und vom Hauptgebäude nur ein Trakt genutzt. Die Vermarktung eines oder mehrerer dieser Gebäude war immer auch an Neuinvestitionen an den verbleibenden Gebäuden gekoppelt.

Ziel von Verwaltung und Rat war es nun, ein Konzept zu entwickeln, das allen Belangen, sowohl des Schulbetriebes, als auch dem Schulträger Rechnung trägt. Insbesondere soll die bauliche Schulsituation zeitgemäß hergestellt werden. Die Verbandsgemeinde soll zugleich in die Lage versetzt werden, die nicht genutzten Gebäude endgültig zu vermarkten.

Generalsanierung bevorzugte Variante

Im Vorfeld wurde die Generalsanierung des alten Hauptschulgebäudes zielführender angesehen als all die bisherigen Betrachtungen. Daher hatte der Verbandsgemeinderat 2018 beschlossen, ein Gesamtkonzept für die Generalsanierung des ehemaligen Hauptschulgebäudes einschließlich Pavillon und gegebenenfalls Grundschulgebäude zu erstellen. Da das Bildungsministerium in Mainz jedoch nur auf Basis einer Machbarkeitsstudie über die Förderfähigkeit des Projektes entscheidet, wurde diese im Auftrag des Rates erstellt.

Mehrere Varianten wurden dann der Schulaufsicht der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) in Neustadt vorgestellt. Im Mai teilte die ADD schließlich mit, dass das Bildungsministerium keine grundsätzlichen Bedenken gegenüber der favorisierten Variante „Konzentration der Schule auf ein Gebäude“ hat. Auch die Schulleitung befürwortete diese.

Neubau käme deutlich teurer

Die Machbarkeitsstudie stellten am Mittwoch Architekt Alexander Blanz (Landstuhl ) und Ingenieur Michael Mager (Schindhard) unter anderem vor; auch Schulleiterin Martina Neumann und Lembergs Ortsbürgermeister Martin Niebuhr weilten unter den Zuhörern. Ein Grundschul-Neubau würde 9,5 Millionen Euro kosten, wie Blanz auf Nachfrage vom SPD-Fraktionsvorsitzenden Klaus Lehmann informierte. Veranschlagt darin wäre ein Schwimmbad mit drei Millionen Euro, welches aber nicht bezuschusst würde. Im Gegensatz dazu würde bei der Generalsanierung das vorhandene Lehrschwimmbecken bezuschusst werden. Die kostengünstigste Variante hätte Sanierungs- und Ertüchtigungskosten von knapp sechs Millionen Euro verursacht.

Nach der Beratungspause der Fraktionen forderte FWG-Ratsmitglied Guido Hahn , endgültig Nägel mit Köpfen zu machen. Damit ging er auch auf die Kritik von Lehmann ein, dass man jetzt wohl beim Stand sei, zu dem die Mehrheitsfraktionen von CDU und FWG im Februar 2013 noch nicht bereit waren – nämlich zur Generalsanierung eines Gebäudes.

Keine „Flickschusterei“ mehr

Mit 17 Stimmen bei drei Gegenstimmen und vier Enthaltungen beschloss der Rat die Variante zwei mit der Konzentration auf das Hauptgebäude der Heinrich-Weber-Schule. Sie sieht laut Lehmann keine Flickschusterei mehr vor, sondern auch einen Anbau mit weiteren Klassenräumen; die Kosten werden sich voraussichtlich auf 6,3 Millionen Euro belaufen. Wenngleich der Architekt keine Angaben über eine Förderung durch das Ministerium machen konnte, errechnete Büroleiter Martin Schauer schon mal eine Steigerung der Verbandsgemeindeumlage für die zehn Ortsgemeinden um je etwa 2,3 Prozentpunkte.

Nun sollen so rasch wie möglich die Planungsarbeiten für die Zuschussanträge erfolgen, die zu stellen sind, um – so Lehmann – angesichts der kommenden Wahlen in Bund und Land noch die höchstmöglichsten Zuschüsse zu bekommen.

Nachdem inzwischen über drei Stunden in öffentlicher Sitzung vergangen waren, setzte der Rat auf Antrag von Bürgermeisterin Silvia Seebach einstimmig drei weiter geplante Tagesordnungspunkte ab.

Ratssplitter

Mehr Informationen. Das Ratsinformationssystem soll erweitert werden um Haushaltssatzungen, Genehmigungen und andere wichtige Informationen. Dies beschloss der Rat und folgte damit der Anregung von Heinrich Hoffmeister (SPD). Dies ist mit Kosten von einmalig 730 Euro plus Mehrwertsteuer verbunden sowie einer Erhöhung der jährliche Wartungskostenpauschale um 132 auf 1219 Euro.

Jahresabschlüsse fertig. Bürgermeisterin Silvia Seebach informierte, dass die Rechnungsabschlüsse für die Verbandsgemeinde für die Jahre 2013 bis 2016 fertiggestellt sind. Sie bat um Vorschläge zur Wahl der Mitglieder des Rechnungsprüfungsausschusses.

Zweckgebundene Geldspende. Der Pfälzerwald-Verein Lemberg will der Verbandsgemeinde 3120 Euro spenden für die Anschaffung von zwei Rastplätzen (je zwei Bänke und ein Tisch) und drei Bänken an den drei Lemberger Premiumwegen. Der Rat nahm dies an.

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