Ludwigswinkel RHEINPFALZ Plus Artikel Saarbacherhammer: Minihäuser statt Camper

Die Flächen, auf denen das ambitionierte Projekt verwirklicht werden soll, sind rot gekennzeichnet: links das Hotel, rechts der
Die Flächen, auf denen das ambitionierte Projekt verwirklicht werden soll, sind rot gekennzeichnet: links das Hotel, rechts der Campingplatz und unten der jetzige Spielplatz aus dem ein Parkplatz werden soll. Foto: Zwick privat - frei

Für die Camper am Saarbacherhammer ist es eine bittere Pille, für den Tourismus in der gesamten Region kann es eine Chance sein. Denn wo bisher Campingwagen und Zelte standen, sollen künftig sogenannte Tiny Houses, also Minihäuser, Erholungssuchenden eine Unterkunft am Badesee bieten.

Die ersten Camper sind schon ausgezogen. Denn Georg Zwick, der Eigentümer von Campingplatz, Hotel und See, hat große Pläne. Eine Ferienanlage mit Minihäusern, sogenannten „Tiny Houses“. Die Ortsgemeinde steht dem Projekt wohlwollend gegenüber, was der Gemeinderat durch die nötige Änderung der Bebauungspläne „Saarbacherhammer Nord, Süd und Ost“ signalisiert hat. Die ersten Hürden sind genommen, die Pläne liegen derzeit zur Beteiligung der Öffentlichkeit aus. Unberührt von Zwicks Plänen bleiben am Nordufer des Sees zwei Privatgrundstücke und das Gelände des KC Wasgau-Pirmasens e.V., das weiterhin Camper aufnimmt. Auch der Standort des Bistro-Restaurants am Nordufer soll erhalten bleiben und für die Öffentlichkeit zugänglich. „Natürlich müssen wir auch hier renovieren, das Restaurant an die neuen Gegebenheiten anpassen“, so Zwick.

Der öffentliche Strandabschnitt neben der Straße wird größer werden, denn die alte Forststraße wird zur Liegewiese hinzu kommen. Die Einfahrt direkt hinter der Abzweigung fällt allerdings weg – „das ist einfach zu unübersichtlich und gefährlich, so direkt nach der Abzweigung“, meint Zwick. Dort wo jetzt noch der alte Spielplatz ist (Ostseite) ,wird es einen Parkplatz geben.

Hotel wird abgerissen

Der größte Brocken dürfte der Abriss des Hotelgebäudes sein. „Für meine Eltern ist das nicht leicht, vor allem für meine Mutter, sie wurde ja in einem der Zimmer geboren“, gibt Zwick zu. „Aber es stünden auf jeden Fall sehr große Sanierungen an und am Ende hätte man doch nur ein altes verschachteltes Haus“, stellt er fest. Von den 50ern an, in denen das Hotel gebaut wurde, wurde jedes Jahrzehnt etwas angebaut – „man kann es heute noch an den unterschiedlichen Fliesen unter dem Teppichboden nachvollziehen“, erzählt Zwick, der das Haus 2015 von seinen Eltern übernommen hat.

„Wie die Tiny-Häuser genau aussehen und wie viele es letztendlich sein werden, ist noch offen“, sagt Projektentwickler Urs Friedrich von der Baron Equity GmbH, mit Sitz in Grünwald bei München. Der Architekt und Städteplaner entwickelt das Projekt mit Zwick gemeinsam. „Als wesentliches Bauelement wollen wir Holz einsetzen, klare sparsame skandinavische Linien“, beschreibt Friedrich seine Vorstellung. „Die Natur hier ist unser Potenzial und die soll in jedem Fall im Vordergrund stehen.“ Natur, See und Erholung sollen im Vordergrund stehen.

Etwa 150 Häuser könnten entstehen

Mit der Herstellerfirma sei man derzeit im Gespräch, um das passende Haus zu entwickeln – „so weit wir möglich wollen wir auch bei den innen verwendeten Materialien und bei der Dämmung auf natürliche Materialien setzen“, sagte der Architekt. Minihäuser für zwei bis vier Personen sollen entstehen. „Etwa 150 Stück, aber das ist noch nicht ganz sicher, das kommt letztlich auf die Größe an, denn wir wollen eine offene Bebauung, keinesfalls Haus an Haus“, erklärt Friedrich. „Das Projekt lebt von der Natur hier, das ist das Potential, das wir auf jeden Fall erhalten und aufwerten wollen.“

Zwick hatte schon 2019 erste Überlegungen für eine Veränderung angestellt, aber dann kam Corona und alles kam zum Erliegen. Um so mehr freut es ihn, dass es nun voran geht. „Wir wollen die nächsten Schritte zügig durchziehen, aber bis wann alles fertig ist, das können wir derzeit noch nicht sagen.“ Nach der Fertigstellung soll es in der Ferienanlage für die Region auch neue Arbeitsplätze geben – für Biergarten und Restaurant über Verwaltung bis hin zu Haus- und Grünflächenpflege.

Dieser Anblick wird bald Geschichte sein. Das sanierungsbedürftige Hotel wird Platz für die neue Ferienanlage machen.
Dieser Anblick wird bald Geschichte sein. Das sanierungsbedürftige Hotel wird Platz für die neue Ferienanlage machen.
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