Nünschweiler RHEINPFALZ Plus Artikel Sängerhalle wird Zentrum fürs Dorf

Die Gemeinde hat die Sängerhalle in Nünschweiler erworben und möchte sie zum Gemeindezentrum umbauen.
Die Gemeinde hat die Sängerhalle in Nünschweiler erworben und möchte sie zum Gemeindezentrum umbauen.

Nünschweiler will die Sängerhalle im Rahmen der Dorferneuerung zu einem gemeindlichen Zentrum ausbauen. Wie der neue Mittelpunkt des dörflichen Lebens künftig aussehen könnte, wie teuer das wird, was sich die Gemeinde leisten kann, was sie sich leisten will, das sind Fragen, die jetzt schnell beantwortet werden müssen.

Es lässt sich viel aus der Sängerhalle machen, die die Gemeinde vom Gesangsverein Nünschweiler erworben hat, um daraus den neuen Dorfmittelpunkt zu gestalten. Es könnte aber teuer werden, zeigten erste Ideen, die Thomas Schatton von der Bauabteilung der Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben skizziert hatte und dem Gemeinderat vorstellte.

Unzweifelhaft gibt es notwendige Arbeiten: Das Dach muss erneuert, Fenster und Toiletten modernisiert werden. Die Gemeinde hätte also die Möglichkeit, sich auf das absolut Notwendige zu beschränken.

Ratsmitglied Yannic Wallat (SPD) wies darauf hin, dass die in der Mehrzweckhalle installierte Heizung so dimensioniert sei, dass sich von dort aus der künftige Dorftreffpunkt gegenüber mitheizen lasse. Eine komplett neue Heizung ist also zumindest nicht erforderlich.

Bis zu einer Million Euro

Aus dem langgezogenen Zweckbau ein Schmuckstück zu machen, es auch optisch zum Mittelpunkt des dörflichen Lebens zu machen – und zum Hingucker beim jährlichen Bauernmarkt, der dieses Jahr coronabedingt wieder ausfällt –, „könnte zwischen 800.000 und einer Million Euro kosten“, bilanzierte Bürgermeister Jürgen Beil (CDU) die Vorschläge Schattons, in welche Richtung die bauliche Entwicklung des Gebäudes gehen könnte. In jedem Fall werden die 100.000 Euro, die für die Baumaßnahme im kommenden Jahr im Haushaltsplan stehen, nicht reichen.

Relativ sicher ist zum Beispiel, dass angebaut wird – vermutlich in Richtung Pavillon –, um ein funktional taugliches Gebäude zu bekommen. Belässt man das nicht nur bei einer minimalen Aufgabe, „ließe sich dadurch zum Beispiel ein tolles Foyer bewerkstelligen“, zeigte Beil auf, dass die vorgestellten Ideen viel Charme in sich tragen.

Große Schiebelemente aus Glas

Es gibt weitere Ideen. Zum Beispiel die, das Gelände am Eingang der Halle aufzufüllen, für Niveaugleichheit zu sorgen. Das ermöglicht barrierefreie Zugänge und eröffnet ganz Gestaltungsmöglichkeiten. Große gläserne Schiebelemente, wie sie im neuen Dorfgemeinschaftshaus in Thaleischweiler-Fröschen eingebaut wurden, um für Licht zu sorgen, aber auch eine funktionale Verbindung von drinnen und draußen herzustellen, seien dann machbar. Ideal, wenn, die Freifläche zwischen Mehrzweck- und Sängerhalle im Füllengarten genutzt wird, zum Beispiel beim Open-Air-Theater.

„Tolle Ideen, aber wir müssen sicher ganz genau abwägen, was am Ende machbar ist. Denn wir gehen als Ortsgemeinde durch diese Baumaßnahme für lange Zeit finanzielle Verpflichtungen ein“, sagte Beil. Dass ein Ortstreffpunkt benötigt wird, in dem auch der Bürgermeister ein neues Dienstzimmer bekommt, ist unbestritten. Das Projekt hatte schon nach der ersten Ideenfindungsphase im Dorferneuerungsprozess Priorität erhalten.

Förderantrag bis August einreichen

Zwei Daten sind für die Gemeinde zunächst von Belang: Am Donnerstag gibt es ein Treffen, unter anderem mit Fachleuten der Kreisverwaltung. Dabei wird erörtert, „mit welchen Zuschüssen wir für das Projekt rechnen können. Das ist für uns eine erste, aber entscheidende Zahl“, sagte Beil.

Das zweite entscheidende Datum ist der 1. August. Bis dahin muss der Förderantrag eingereicht sein, damit der Zuschussantrag über die Dorferneuerung bewilligt werden kann. „Bis dahin müssen wir wissen, was wir wollen, wie das zu für uns zu bewerkstelligen ist“, erläuterte Beil. Die Zeit ist also ein entscheidender Faktor. Deshalb ermächtigte der Rat den Bürgermeister, ein Planungsbüro zu beauftragen, wenn Klarheit über die Zuschusshöhe besteht. Das Büro soll den Plan zu Papier bringen, mit dem die Ortsgemeinde zum August hin ins Zuschussverfahren gehen will. Eventuell, so Beil, werde auch ein Verkehrswertgutachten benötigt.

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