Münchweiler RHEINPFALZ Plus Artikel RHEINPFALZ-Wahlforum: Was wird aus dem Freibad Biebermühle? (mit Video)

Das Freibad Biebermühle musste in diesem Sommer geschlossen bleiben.
Das Freibad Biebermühle musste in diesem Sommer geschlossen bleiben.

Schließen, reparieren, umbauen – die Zukunft des Freibads Biebermühle ist so ungewiss wie selten. Welche Pläne die drei Bürgermeisterkandidaten für das Bad haben.

Statt spielenden Kindern und plätscherndem Wasser herrscht im Freibad Biebermühle gähnende Leere. Wegen des Fehlens eines Bademeisters blieb das Bad in diesem Sommer geschlossen, die Becken leer. Hinzu kommen gravierende bauliche Mängel, deren Behebung die klamme Kasse der Verbandsgemeinde Rodalben überstrapaziert. Die Pläne zum Umbau in ein Naturbad liegen auf Eis. Der VG-Rat gab zwar bereits grünes Licht, doch die Kosten von über sechs Millionen Euro sind kaum finanzierbar.

An dieser Stelle finden Sie ein Video via Glomex.

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Für den Nachfolger von Wolfgang Denzer (SPD) und kommenden Bürgermeister der Verbandsgemeinde wird die Biebermühle zu einem entscheidenden Thema. So auch vorab beim RHEINPFALZ-Wahlforum im Bürgerhaus Münchweiler. CDU-Kandidat Claus Schäfer scheute nicht davor zurück, eine unbequeme Wahrheit auszusprechen: „Die nötigen Sanierungsmaßnahmen sind viel zu groß. Ich glaube nicht, dass das Bad nächstes Jahr öffnen wird.“

Sanierung statt Umbau

Auf die Frage, wer denn schon einmal im Freibad Biebermühle schwimmen war, schnellten nahezu alle Hände der rund 200 Zuhörer in die Höhe – auch jene der drei Kandidaten. „Ich war zuletzt 2022 dort und war regelmäßig direkt nach der Arbeit mit meiner Familie schwimmen“, sagte Dirk Bauer, der für die AfD kandidiert. Eine „große Leidenschaft für das Bad“ bringt laut eigener Aussage auch SPD-Vertreter Peter Spitzer mit. „Ich war als Kind immer dort. Wir sind nicht in Urlaub gefahren, also habe ich in den Sommerferien sechs Wochen an der Biebermühle verbracht“, erzählte er.

Die Pläne für einen Umbau in ein Naturbad – und da sind sich alle Kandidaten einig – werden nicht umgesetzt werden können. Es gibt zwar einen rechtskräftigen Beschluss des VG-Rates, erinnerte Peter Spitzer. „Aber das war in der Zeit vor der Baukostenexplosion“, ergänzte er. Das Ziel lautet also, das Bad zu sanieren.

Hoffen auf Sondervermögen

„Ich stehe für die Sanierung. Das ist mir ganz wichtig“, betonte Christdemokrat Schäfer. Da das für die VG Rodalben finanziell nicht aus eigener Kraft stemmbar sein wird, hofft der 58-Jährige auf Unterstützung aus dem milliardenschweren Sondervermögen der Bundesregierung. „4,8 Milliarden Euro fließen vom Bund ans Land und ein Teil davon geht an die Kommunen. Das ist eine Riesensumme und eine Riesenchance, das Freibad zu sanieren und zu retten“, sagte Schäfer.

Peter Spitzer wies ebenfalls auf den angespannten VG-Haushalt hin, der die Sanierung des Bads erschwere. In Richtung Schäfer sagte er, dass das Sondervermögen nur bedingt helfe. „Der Landkreis Südwestpfalz wird bedacht“, so Spitzer. Konkret fließen 2025 und 2026 jeweils 2,97 Millionen Euro aus Mainz in die Südwestpfalz. Wie viel davon an die Verbands- und Ortsgemeinden geht, ist noch nicht bekannt. „Ich hoffe, die Frau Landrätin hat nicht allzu klebrige Finger“, sagte Spitzer in Richtung von Susanne Ganster (CDU), die im Publikum saß. Der Spruch sorgte für ein Raunen im Münchweilerer Bürgerhaus und bescherte dem Sozialdemokraten einen Hinweis zur Sachlichkeit von Moderator Andreas Ganter. Zur Erinnerung: Vor etwa einem halben Jahr unterlag Peter Spitzer bei der Landtagswahl Susanne Ganster deutlich.

Dirk Bauer kündigte an, dass der VG-Rat in diesem Monat die Biebermühle besichtigen wird, um sich einen Überblick zu verschaffen. In der Region haben sich bereits etliche Bürger zusammengeschlossen und für den Erhalt des Bads ausgesprochen – Tausende unterzeichneten etwa eine Online-Petition.

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