Kröppen
Rekordverdächtiges Windrad vor den Toren
Juwi-Projektleiter Sebastian Weber erklärte auf Nachfrage, dass auf freiem Feld eine 220 Meter hohe Windenergieanlage mit einer Nabenhöhe von 145 Metern und einem Rotordurchmesser von 150 Metern gebaut werde. Sie hat eine Nennleistung von 4,2 Megawatt und gehöre einer Privatperson. Die zweite Anlage auf einem Gemeindegrundstück im Wald hat die gleiche Nennleistung. Allerdings beträgt hier die Nabenhöhe 166 Meter bei gleichem Rotordurchmesser und einer Gesamthöhe von 241 Metern. Es wird die nach den Worten von Kröppens Ortsbürgermeister Steffen Schwarz bislang höchste jemals in Rheinland-Pfalz errichtete Windkraftanlage. Nach dem Ende der Baumaßnahme soll ein Hektar Wald wieder aufgeforstet werden.
Die Betonarbeiten für die beiden Fundamente wurden nach der Bewehrung am 28. und 30. April abgeschlossen. Es handelt sich um kreisrunde Fundamente. Die Anlage im freien Feld hat einen Durchmesser von 23,52 Metern, die im Waldbereich von 24,5 Metern bei einer Tiefe von rund 3,3 Metern. Das Volumen des ersten Windrades beträgt rund 800 Kubikmeter. Mit der Stahlbewehrung wiegt das Fundament rund 1900 Tonnen. Das Fundament im Wald hat ein Volumen von 1050 Kubikmetern. Inklusive der Bewehrung hat es ein Gewicht von 2450 Tonnen.
Verzug aufgearbeitet
„Anfangs waren die Arbeiten im Verzug. Durch die günstige und trockene Witterung sind die Arbeiten in den letzten Wochen zügig vorangekommen“, berichtete Schwarz. Er lobte die ordentliche und saubere Baustelle und das gute Vorankommen. Derzeit werden Strommasten ausgetauscht und versetzt, da sonst der erforderliche Sicherheitsabstand der nahen Hochspannungsleitung zur ersten Anlage nicht eingehalten würde. Hier arbeitet Juwi mit der Pfalzwerke Netz AG zusammen. Diese betreibt nicht nur die betreffende Leitung, sondern nimmt auch den Umbau vor. Weber geht davon aus, dass diese Arbeiten Mitte Mai abgeschlossen sind.
Anfang Juli beginnt Aufbau
Nach Auskunft des Projektleiters werden die ersten Anlagenteile Mitte Juni angeliefert. Bis dahin sollen die Kräne aufgebaut sein. Mindestens 33 Schwertransporte werden notwendig sein, um alle Bauteile an Ort und Stelle zu transportieren. Zur Anlieferung wird die Zeitspanne von 22 Uhr bis 6 Uhr genutzt. Sofern die Corona-Pandemie den Planungen und Arbeiten vor Ort keinen Strich durch die Rechnung macht, soll Anfang Juli mit der Montage der Teile und der Errichtung der beiden Windräder begonnen werden. Diese könnten laut Weber gegen Ende Juli bereits in Betrieb gehen.
Voraussetzung hierfür ist der Abschluss der Kabelarbeiten zur neu zu errichtenden Übergabestation im Gewerbegebiet Pirmasens-Winzeln. Die Kabeltrasse von rund acht Kilometern verläuft vom Standort der beiden Anlagen über Vinninger Gemarkung hinunter zur Eichelsbacher Mühle und von dort ins Gersbacher Gewerbegebiet. Von dort geht es nach Winzeln zum Einspeisepunkt. Laut Weber sind die Bohrungen und die Arbeiten auf der Landkreisstrecke bereits abgeschlossen. In den beiden Pirmasenser Stadtteilen stehen sie noch aus.
Lange Planungsdauer
Ursprünglich waren weit mehr als die beiden jetzt im Bau befindlichen Windkraftanlagen geplant. Auch Vinningen wollte weitere Windkraftanlagen zusammen mit den Kröpper Windräder haben. Die Realisierung auf Vinninger Gemarkung scheiterte. Am Ende musste man die geplante Anzahl in Kröppen auch reduzieren. Genehmigt wurden letztlich die beiden jetzigen Anlagen, die größer und leistungsfähiger als die ursprünglich vorgesehenen sind. Sie bescheren der Ortsgemeinde dafür auch mehr Einnahmen. Das Genehmigungsverfahren zog sich zäh und lange hin. Am Ende blieb noch die Auseinandersetzung mit der militärischen und zivilen Flugsicherung, die mit dem Genehmigungsbescheid endete.