Kreis Südwestpfalz Neue Rastpunkte am Mühlenradweg schaffen

91-92983522.jpg

Mit dem Ausbau des acht Kilometer langen Mühlenwadwegs zwischen der Faustermühle und Wallhalben könnte im Sommer begonnen werden. Voraussetzung ist, dass der Forst bis Ende März die Trasse entlang des Weges freischneiden kann. Das geht nur, wenn dort derzeit keine schützenswerten Tier- oder Pflanzenarten vorkommen. Die Untere Naturschutzbehörde muss das nun prüfen. 850 000 Euro wird der Ausbau voraussichtlich kosten.

Das erläuterte Georg Visse vom Ingenieurbüro Dilger am Dienstag dem Verbandsgemeinderat Thaleischweiler-Wallhalben. Die Planungen für den Radweg nahm der Rat an. Zuschussanträge werden gestellt. Ausgebaut wird der Radweg auf der Trasse des aktuellen Wanderweges. Es ist ein unbefestigter Waldweg, der teils in ganz schlechtem Zustand sei. Vor allem in den Senken sammelt sich das Wasser. Deshalb sei es eine Herausforderung, den Weg stabil zu bekommen, erläuterte Visse. Bislang wurden unter anderem 37 Lastplattenversuche vorgenommen, um die Standfestigkeit zu prüfen. Nach Absprache mit dem Forst und der Naturschutzbehörde ist der Ausbau des Weges mit Asphalt nicht erlaubt, und deshalb ist der Bau einer hydraulisch gebundenen Tragschicht vorgesehen. Dazu werden die verschlammte Oberschicht des Weges, die darunter befindliche Grasnarbe und die Humusschicht abgetragen. Dann wird in etwa 40 Zentimeter Tiefe gefräst, und während dieses Fräsvorgangs wird Zement eingebracht, der sich mit dem Fräsgut vom Weg zu einer Schicht verbindet. Darauf wird ein Splittgemisch aufgebracht, das sich beim Verdichten mit der hydraulisch gebundenen Schicht verbindet. 850 000 Euro kostet der Ausbau mittels dieses Verfahrens. Würde der Radweg herkömmlich, mit Einbringen von Schotter, ausgebaut, lägen die Kosten über einer Million Euro. Entlang des Radweges kann sich das Ingenieurbüro verschiedene attraktive Haltepunkte vorstellen. Ob diese realisiert werden, und falls ja welche, muss der Rat entscheiden. Ideen sind zum Beispiel ein optisch schön gestalteter Treffpunkt am Einstieg zum Radweg an der Faustermühle. Entlang des Weges sei an der Felsquelle eine kleine Raststation mit Tischen und Bänken denkbar, erläuterte Visse eine weitere Idee. An der Quellfassung der Kneispermühle ließe sich das Thema Trinkwassergewinnung erlebbar machen. Beispielsweise in Form eines Mini-Mühlrades. Bei Wallhalben ließe sich der alte Waschbrunnen der Gemeinde restaurieren. Der Weg muss auf einer Breite von 3,50 Meter ausgebaut werden, damit dieser auch in Zukunft von den schweren Forstmaschinen befahrbar ist. Andernfalls stimme der Forst einem Ausbau nicht zu, verdeutlichten Visse und Verbandsbürgermeister Thomas Peifer. An den Weg schließen 50 Zentimeter breite Bankette an. Bergseits werden Entwässerungsgräben angelegt. Mit Mitteln aus dem kommunalen Finanzausgleich zur Förderung der touristischen Infrastruktur werden Radwege bis zu einer Breite von 2,50 Meter gefördert. Für diese Ausbaubreite können die Zuschüsse beantragt werden. Die Kosten für die zusätzliche Radwegbreite von einem Meter auf der gesamten Länge, „die trägt komplett die Verbandsgemeinde“, erläuterte Peifer auf Nachrage aus dem Rat. Das seien keine gute Nachrichten, fand SPD-Fraktionssprecher Heino Schuck. Der Forst verlange, dass auf einer Breite von 3,50 Meter gebaut wird, zeige aber keine Bereitschaft sich finanziell zu beteiligen, obwohl ihm die Verbandsgemeinde entgegenkomme und den Weg entsprechend ausbaue. Da müsse nachverhandelt werden, forderte Schuck. Der Forst sehe keine Notwendigkeit an dem Weg etwas zu machen, erläuterte Bürgermeister Peifer, warum die Bereitschaft von Landesforsten, sich an den Kosten zu beteiligen, eher gering sei. Er sicherte zu, dass sich die Verbandsgemeinde um jede Fördermöglichkeit bemühe. Die Verbandsgemeinde liegt in einem sogenannten GRW-Gebiet. In diesen Gebieten wird die regionale Wirtschaftsstruktur gefördert. Mit Zuschüssen von bis zu 85 Prozent. Ratsmitglied Willi Schwarz (CDU) wies darauf hin, dass es kein billiger Ausbau sei, aber dem Weg komme im Radwegeplan ein sehr hoher Stellenwert zu, da er einen wichtigen Lückenschluss darstelle. Deshalb sei es gut angelegtes Geld. |add

x