Waldfischbach-Burgalben RHEINPFALZ Plus Artikel Mobile Luftreiniger für die Grundschulen

Bereits seit Mai arbeiten an den Grundschulen der VG Hauenstein Luftreinigungsgeräte.Das Foto zeigt Bürgermeister Patrick Weißle
Bereits seit Mai arbeiten an den Grundschulen der VG Hauenstein Luftreinigungsgeräte.Das Foto zeigt Bürgermeister Patrick Weißler und Schulleiterin Susanne Münch mit einem Gerät, das laut Hersteller 99,975 Prozent der Virenlast in der Luft herausfiltern kann.

Die Grundschulen in der Verbandsgemeinde Waldfischbach-Burgalben erhalten nun mobile Luftreiniger und Corona-Warnampeln.

Luftreinigern erhalten alle Grundschulen der Verbandsgemeinde: jene in Waldfischbach-Burgalben, die Sickingerhöh-Grundschule mit Standorten in Höheinöd und Hermersberg sowie die Grundschule in Heltersberg. Für 40 Schulräume sollen die Luftreiniger angeschafft werden. Bei erwarteten Kosten von 4000 Euro pro Gerät ist das eine Investition von 160.000 Euro. Folgekosten betreffen die Wartung der Geräte in den kommenden Jahren und den Stromverbrauch. Beim Stromverbrauch wird mit einem Verbrauch gerechnet, der jährlich bis zu 50.000 Euro Stromkosten verursachen kann.

Da es keinen Raum gibt, in dem Lüften nicht möglich ist – Lüften ist bis dato nachgewiesenermaßen die beste Methode, um auch die Virenlast in einem Raum so gering wie möglich zu halten –, gibt es für die Anschaffung der Luftreiniger keinen Zuschuss von Bund und Land. Die Verbandsgemeinde finanziert das alleine.

Seit einem Jahr ein Thema

Die Verwaltung beschäftigt sich seit Herbst vergangenen Jahres, seit den zweiten Schulschließungen intensiv mit der Problematik. Verbandsbürgermeister Lothar Weber (SPD) erinnerte daran, dass man sich auch verschiedene Systeme, unter anderem der Marke Eigenbau, angeschaut habe. Keines habe letztlich überzeugen können.

Man habe die drei Schulleiter vor der jetzigen Entscheidung erneut kontaktiert, sagte Udo Rapp von der Verbandsgemeindeverwaltung. Von dort sei zurückgespiegelt worden, dass sie sich jetzt doch eine technische Lösung wünschten.

Rapp verwies auf die Datenlage zu diesem Thema, mit dem sich etliche Fachgremien bundesweit befassen. Nach wie vor gilt: Lüften ist die beste Lösung und auch die mobilen Luftreiniger sind nur unterstützend zum Lüften einsetzbar, ersetzen dieses nicht. Frische Luft kann nur von außen zugeführt werden.

Mobile Geräte nur Übergangslösung

Die derzeit technisch besten Lösungen sind stationäre raumlufttechnische Anlagen. Die werden gefördert, aber sie sind sehr teuer und baulich sehr aufwendig. Auf die Schnelle nicht umsetzbar, sagte Rapp. Auf Dauer werde man an diesen Geräten, die zum Beispiel zentral auf dem Dach einer Schule angebracht werden können, nicht vorbeikommen. Weil sie energetisch den Vorteil mitbringen, der abgeführten Raumluft die Wärme zu entziehen und damit die Zuluft aufzuheizen. Zudem lässt sich mit diesen Geräten die Raumluft kühlen, was mit Blick auf den Klimawandel künftig von immer größere Bedeutung sein wird.

„Es ist also klar, dass die mobilen Geräte nur eine Übergangslösung sind“, sagte Rapp. Was die Geräte nicht können: keine Frischluft bereitstellen oder Luftfeuchtigkeit reduzieren (wenn zum Beispiel viel nasse Bekleidung im Raum ist). Was sie können ist auch klar: Pollen, Staub und Bakterien im Raum reduzieren. Ob sie die Virenlast unter einen bestimmten Schwellenwert drücken können, ist hingegen nicht abschließend erwiesen.

Orientieren an der Ausschreibung des Kreises

Der Rat beschloss bei einer Nein-Stimme von Seiten der FWG, mobile Luftreinigungsgeräte anzuschaffen für die Grundschulen. Die Verwaltung wurde ermächtigt – bei drei Nein-Stimmen von FWG-Seite –, die Anschaffung auszuschreiben und den Auftrag dann zu vergeben. Um zu wissen, welche Geräte sinnvoll sind, wurde mit einem mobilen Luftreiniger, den die Verbandsgemeinde bereits zu Testzwecken beschafft hat, noch ein Rauchversuch in Klassensälen vorgenommen. Andreas Peiser verwies auf die Ausschreibung des Landkreises für die Beschaffung der mobilen Luftreiniger. Die Gewichtung, die dort vorgenommen wurde – zum Beispiel wie entscheidend der Preis, die Lärmentwicklung und ähnliche Kriterien sind –, könnte eine gute Grundlage sein. Lärmentwicklung ist ein wichtiger Punkt, hatte Rapp deutlich gemacht. Sei der Luftreiniger zu laut, „wird er garantiert ausgeschaltet im Unterricht“.

Um feststellen zu können, wann gelüftet werden muss – es dient damit auch der Unterstützung der mobilen Luftreiniger – werden 40 CO2-Ampeln angeschafft. Auch hier wurde bereits mit einigen Exemplaren geprobt. Die erwiesen sich als sinnvoll. 8000 Euro kostet die Anschaffung, die voraussichtlich mit 50 Prozent der Kosten bezuschusst wird.

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