Kreis Südwestpfalz Missstände auf der Koppel

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Ohne Konzept hält eine Frau aus der Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben aktuell noch 26 Pferde unter Bedingungen, die nicht artgerecht sind. Das hat zur Folge, dass Pferde krank werden und Tiere Löcher im Fell hatten, die aussehen wie Mottenlöcher. Eines ist sogar gestorben. Das Veterinäramt hat deswegen etliche Auflagen erlassen. Die Frau hat dagegen beim Kreisrechtsausschuss Widerspruch eingelegt.

Das Veterinäramt des Kreises hat festgestellt, dass die Frau die Pferde nicht oder nur ungenügend tierärztlich behandeln und es an Pflege mangeln lässt und dass die Fütterungsart Wurm- und Bakterienbefall zur Folge hat. Es erließ etliche Auflagen. Bei Verstößen wurde Zwangsgeld angedroht. Mit dem Widerspruch der Frau gegen die Auflagen beschäftigte sich Anfang Juni der Kreisrechtsausschuss. „So sehen keine glücklichen Pferde aus“, stellte die Ausschussvorsitzende Tatjana Seebach mit Blick auf Bilder fest, die im Januar gemacht wurden. Die Auflagen waren 2016 erlassen worden, nachhaltig gebessert hat sich in dieser Zeit nichts, es wurden kaum Auflagen erfüllt. Die 26 Pferde – ursprünglich waren es 30 – standen auch im Januar noch knöcheltief im Matsch. Darin lag auch das Futter, obwohl ihr die Veterinäre, die seit 2013 mit dem Fall befasst sind, bereits damals erklärt hatten, dass das Futter nicht auf dem Boden liegen dürfe, da sich ansonsten Bakterien bilden. „Wenn ihr schon immer Landwirtschaft zu Hause hattet und noch einen landwirtschaftlichen Nebenerwerbsbetrieb habt, habt ihr doch sicher einen Wagen. Warum legt ihr das Futter nicht dort drauf?“, wollte ein Beisitzer von der Pferdehalterin wissen. Eine Antwort blieb sie schuldig. Bei anderen Missständen gab es von der Frau, die anwaltlich vertreten war, Rechtfertigungsversuche. So sei wohl erzählt worden, dass sie ihre Rechnungen nicht bezahle, deshalb seien Hufschmiede, trotz vereinbarter Termine, oder Tierärzte möglicherweise nicht mehr gekommen. Sie müsse aufhören, die Schuld bei anderen zu suchen, sondern ihre Verantwortlichkeit sehen, merkte Seebach an. Und sie verwies auf den Fall eines Hengstes, der einen sogenannten Penisvorfall erlitten hatte und gebissen worden war. Die Frau habe versucht, das Tier selbst zu heilen. Es starb. Gerade wenn die Frau sage, dass sie älteren und kranken Pferden noch ein würdiges Leben ermöglichen wolle, „dann hole ich als Tierhalter in so einer Situation, wenn mein Tier krank ist, doch den Tierarzt“, sagte Seebach. Wenn man zum Beispiel einen Gnadenhof betreiben wolle, sei man geradezu in der Pflicht, sich besonders um die Tiere zu kümmern, merkte der Beisitzer an. Es sei bei Pferden im Alter sicher nicht anders als bei Menschen. Da steige der medizinische Bedarf bekanntermaßen. Auch fehlende regelmäßige Hufpflege und Hufbrüche hatten die Veterinäre immer wieder festgestellt. Das Veterinäramt war auch von anderen über die schlechten Bedingungen, unter denen die Frau Pferde halten würde, informiert worden. „Es gibt klare Richtlinien, die einzuhalten sind, wenn man eine Pferdewirtschaft betreibt, denn mit Hobbyhaltung hat das hier nichts zu tun. Seit Jahren fordern wir ein Konzept, sehen aber nichts, was sich annähernd in die richtig Richtung bewegt“, stellte die Veterinärin des Kreises fest. Ein Konzept liege nicht vor, nur Ideen wie Gnadenhof oder Pensionsbetrieb. Seit Jahren erzähle die Frau, sie wolle einen Stall bauen, bis dato sei noch kein Bauantrag gestellt. Im Gegenteil, sie bringe die Pferde im Winter weiter in ungeeigneten Weidezelten auf der Koppel unter. Das Bauamt habe das Aufstellen der Weidezelte auf bestimmten Flächen ausdrücklich untersagt. Die Frau hatte die Zelte deshalb einfach woanders aufgestellt. Nur weil es für diese Flächen bislang noch keine explizite Untersagung für das Aufstellen der Weidezelte gebe, sei es dadurch nicht rechtmäßig. Es müsse beantragt werden, sagte die Veterinärin. Klar sei aber auch, dass das Veterinäramt auf einer ordentlichen Unterbringung der Pferde im Winter besteht. Es seien Robustpferde, sagte die Frau. „So robust wohl auch nicht“, merkte Seebach mit Blick auf den Zustand der Tiere an. Die Zucht, die ursprünglich mal die Idee gewesen sei, wolle sie nicht mehr betreiben, sagte die Frau. Vier der 30 Pferde habe sie verkauft. Die Zahl deutlicher zu verringern, hatte sie auch schon mal angekündigt. Den geforderten Sachkundenachweis hat sie bis heute nicht erbracht. Sie begründete das damit, dass der Kurs, zu dem sie sich angemeldet habe, abgesagt worden sei. Sie habe über ein Jahr Zeit gehabt, da gebe es nicht nur einen Kurs, sondern etliche, hielten ihr Vertreter des Veterinäramts entgegen. Das Urteil des Ausschusses wurde noch nicht veröffentlicht.

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