Waldfischbach-Burgalben
Maria Rosenberg: Trost und Freude im Gespräch finden
Die blaue Strandfahne, auf der zu lesen ist: „Wir sind einfach da“, ist ab Sonntag wieder im Wallfahrtshof zu entdecken. Jeden Sonntag, wenn das Wetter mitspielt bis November, gibt es das Gesprächsangebot in der Zeit von 16 bis 17.30 Uhr. „Wir starten in unsere siebte Saison“, freuen sich Pfarrer Volker Sehy, Direktor des Rosenbergs, und seine fünf Mitstreiterinnen. Für Sehy ist die Tatsache, dass vom Ursprungsteam nur noch ein Mann verblieben ist – Diakon Steffen Dully ist zu Jahresbeginn in die Pfarrei Contwig gewechselt –, auch ein Beleg dafür, wie wichtig Frauen im Dienst der Kirche sind. Gerade angesichts der aktuellen Diskussionen zu diesem Thema.
Ohne engagierte Frauen wäre ein Angebot wie „Wir sind einfach da“, das den Menschen signalisiert, dass jemand da ist, sich Zeit nimmt, um zuzuhören, nicht möglich. Auch das Angebot eines gemeinsamen Gebetes besteht, wenn gewünscht. Beim Gebet zeige sich, „dass niemand allein ist, dass Gott immer da ist“, sagt Teammitglied Schwester Nardine.
„Aufs Kerngeschäft konzentrieren“
Es gehe darum, in für die Kirche durchaus schwierigen Zeiten, „dass wir uns auf unser Kerngeschäft konzentrieren“, sagt Sehy zum Angebot. Das Kerngeschäft der Kirche sei, für die Menschen da zu sein. „Ohne etwas zu wollen, ohne etwas zu müssen“, unterstreicht Sehy, dass dieses Gesprächsangebot für die Menschen, die es in Anspruch nehmen möchten, mit einer großen Freiheit verbunden ist. Worüber sie reden möchten, das entscheiden die Menschen.
Margit Maar-Stumm ist wie Schwester Roswitha Teammitglied der ersten Stunde. Sie hat die Erfahrung gemacht, dass die Gespräche sehr unterschiedliche Inhalte haben. Wer einfach so auf dem Rosenberg unterwegs sei und mit den Menschen ins Gespräch komme, die einfach da seien, „spricht oft über die aktuellen großen Probleme“, sagt Maar-Stumm. Themen gibt es angesichts der zahlreichen Krisen genug: Ukraine-Krieg, Corona, Inflation beispielsweise in den vergangenen Jahren. Es gebe aber auch Menschen, die sonntags gezielt auf den Rosenberg kommen, um mit jemandem zu sprechen.
„Genau das brauchen die Menschen“
Dann gehe es im Gespräch meist um sehr persönliche Dinge, um private Krisen, um Verluste, um Krankheiten, zeigen Maar-Stumm und Schwester Nardine auf, wie unterschiedlich die Inhalte sein können. Es sei schön, sagt Margit Maar-Stumm, dass man erlebe, dass sich aus einem kleinen Keim etwas entwickele und Gespräche einen meist unerwarteten Verlauf nehmen. Für sie ist wichtig, dass die Menschen getröstet den Rosenberg verlassen können. Wichtig sei, sagt Teammitglied Heike Lutz-Jüllig, „ein offenes Ohr und Herz zu haben. Genau das brauchen die Menschen“, ist ihre Erfahrung.
Wenn Menschen dann ein bisschen glücklicher, befreiter, getröstet den Rosenberg verlassen, dann sei das für die Teammitglieder ein Grund zur Freude. Das zeige, dass auch der zur Verfügung stehende Gesprächspartner profitiere. Ihr ermögliche die Teilnahme an diesem Gesprächsangebot, dass sie damit ihren Glauben leben könne, sagt Sibylle Scheffe. Sie wolle den Menschen zuhören, unterstreicht sie.
Ökumenische Komponente bereichert das Team
Scheffe ist evangelisch und hat schon die Erfahrungen gemacht, dass jemand zu ihr gesagt habe: „Macht nichts.“ Was beiden Gesprächspartnern ein Lachen entlockte. Über die ökumenische Komponente im Team freut sich Sehy. Ebenso darüber, dass die Mitglieder ganz unterschiedliche Lebenserfahrungen, persönliche Hintergründe und Erfahrungen einbringen.
Wichtig ist ihnen, dass das wöchentliche Gesprächsangebot auf Maria Rosenberg jedem Menschen offensteht. Egal welchen Glaubens die Menschen sind, ob sie einer Kirche angehören oder nicht. Für jeden Menschen will das Team einfach nur da sein.