RHEINPFALZ-Wanderung Mainau-Tour: Auf mystisch wirkenden Pfaden Pfälzer Mühlental erkunden

Die Tour ist keineswegs nur was für geübte Wanderer. Auch Kinder können die Abschnitte wie den Felsenpfad bewältigen.
Die Tour ist keineswegs nur was für geübte Wanderer. Auch Kinder können die Abschnitte wie den Felsenpfad bewältigen.

Die Mainau-Tour markiert eine weitere Attraktion im Pfälzer Mühlenland. Die RHEINPFALZ lädt ein zur Wanderung entlang des neuen Weges zwischen Kneispermühle und Schmitshausen. Leser können am Freitagvormittag viel Wissenswertes zu Natur und Geschichte des Landstrichs erfahren. Dabei wird auch erklärt, warum der Qualitätswanderweg nach der Blumeninsel im Bodensee benannt ist.

Die Mainau-Tour, ein neuer Wanderweg im Pfälzer Mühlenland, führt auf stillen und geheimnisvollen Pfaden durch die Waldlandschaft zwischen dem Rosendorf Schmitshausen, der Kneispermühle im Mühlental und dem Mühlendorf Wallhalben. Bei der Wanderung erfahren Leser der RHEINPFALZ Interessantes zur Siedlungsgeschichte, zur Mühlenkultur sowie zu den Verbindungen zur Insel Mainau im Bodensee und zur Grafenfamilie Bernadotte.

Die Rundtour mit Wanderführer Willi Hack startet am Freitag, 28. April, 10.30 Uhr, an der Kneispermühle im Wallhalbtal. Die etwa acht Kilometer lange Rundtour dient letztlich der Erholung, von daher sollten Teilnehmer mindestens vier Stunden einplanen.

Qualitätswanderweg bereichert Angebot

Der neue Qualitätswanderweg ist eine Fortentwicklung des Wanderangebotes im Pfälzer Mühlenland, das eine der am erfolgreichsten umgesetzten Ideen im Förderprojekt Integrierte Ländliche Entwicklung (ILE) war. Eine Vernetzung der touristischen Angebote über gleich fünf Verbandsgemeinden hinweg wurde damals erreicht, beim Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Westpfalz in Kaiserslautern und dem zuständigen Ministerium in Mainz sprach man vom bis dato dynamischsten ILE-Konzept auf Landesebene.

Nun sind 15 Jahre vergangen und es zeigt sich weiterhin, dass man mit der Entscheidung, den Aktivtourismus mit Wandermöglichkeiten und Radtouren anzukurbeln, der richtige Weg eingeschlagen wurde. Die Mainau-Tour ist ein weiteres Mosaiksteinchen für das Mühlental und Schmitshausen. Mit der Einweihung des Gräfin-Sonja-Bernadotte-Weges, dem ersten Wanderweg aus dem ILE-Projekt, haben die vielen Helfer eine Erfolgsgeschichte angeschoben. Ein Wanderbüchlein mit 20 Rundtouren in der Region ist Ergebnis der zusammengetragenen Tourenideen. Das Wanderbuch ist bei der Tourist-Information in Wallhalben kostenlos erhältlich. Ergänzt wird diese Wanderfibel von der Internetseite des Pfälzer Mühlenlandes.

Wer dieser Markierung folgt, bewegt sich auf der neuen Route.
Wer dieser Markierung folgt, bewegt sich auf der neuen Route.

Bei der Verwirklichung der Mainau-Tour waren erneut Eigeninitiative und Ausdauer gefragt, damit der Weg in diesem Erholungsgebiet geebnet werden konnte. Beim Pfosten setzen, der Beschilderung, dem Aufstellen der Ruhebänke, Informationstafeln und der Verbesserung der Wegeführung gab es Unterstützung vom ehemaligen Ortsbürgermeister Willi Hunsicker und dem Vorsitzenden des Vereins der Rosen- und Naturfreunde, Rheinhold Katschuk aus Schmitshausen. Die Finanzierung hat die Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben übernommen.

Der ehemalige Verbandsbürgermeister Thomas Peifer und sein Beigeordneter Markus Bold sehen in der Mainau-Tour eine wichtige Ergänzung im Herzen des Mühlenlandes. Verbandsbürgermeister Patrick Sema freut sich, dass die Tour zum Start in die Wandersaison eingeweiht werden kann. Schließlich war die Beschilderung nach den Vorgaben des Wanderwege-Leitfadens schon im vergangenen Herbst abgeschlossen.

Von Mühle zu Mühle: So verläuft die Tour

Von der Kneispermühle geht es in Richtung Konradsmühle und Würschauser Mühle, wo der Mühlenbach in der Talaue die Gruppe begleitet. Nach nur 20 Minuten zweigt die Mainau-Tour auf den Felsenpfad am Bergfuß ab. Zum Staunen laden die bizarren Felsgebilde ein, die mancher noch nie gesehen hat, obwohl er schon oft zu Fuß zur Kneispermühle unterwegs war. Auf dem Sonnenbergpfad wird die Waldkante mit Blick auf Wallhalben erreicht.

Sehenswert: die Schmitshausener Sonnenbergstraße.
Sehenswert: die Schmitshausener Sonnenbergstraße.

Der mächtige Kirchturm in der Dorfmitte ist das Wahrzeichen der 750 Jahre zurückreichenden Ortsgeschichte bis zu den Leininger Grafen. Nur noch wenige Minuten sind es von dort bis Schmitshausen. Der historischen Sonnenbergstraße mit den denkmalgeschützten Wohngebäuden beim Glockenturm gilt Aufmerksamkeit. Von nun an wird immer deutlicher, warum das kleine Dorf auf der Sickingerhöhe mit der Ehrenbezeichnung 1. Rosendorf Deutschlands versehen wurde.

Die Verbindungen von Graf Lennart Bernadotte und Gräfin Sonja Bernadotte von der Blumeninsel Mainau reichen bis ins Jahr 1967 zurück. Die Verbindungen zwischen Bodensee und der südwestpfälzischen Region sind noch einige hundert Jahre älter. Dieses Geheimnis wird bei der Wanderung vorbei am Rosengärtchen des Dorfes gelüftet. Mit der 1971 besiegelten europäischen Vier-Länder-Partnerschaft wurde der Einsatz der Schmitshausener für die europäische Verständigung gewürdigt, mit der Verleihung der Europafahne das Miteinander mit den Nachbarn in Luxemburg, Italien und Frankreich belohnt.

Ebenfalls zu entdecken: der Kupferbrunnen.
Ebenfalls zu entdecken: der Kupferbrunnen.

Weiter geht es, zurück in die Waldlandschaft bei der Rosenhütte mit einem kurzen Erholungsstopp. Danach werden Kupferbrunnen, Hirten- und Keltenfelsen – Wohnplatz der Steinzeitmenschen – einen Einblick in die frühe Besiedlungsgeschichte dieses Landstriches geben. Ein Teilstück des Waldlehrpfades bringt die Wandergruppe zurück zum Mühlenweg, wo das Wehr im Mühlgraben zur Kneispermühle noch zu sehen ist. Über Jahrhunderte hat das Wehr den Zufluss der Wasserkraft zum Mühlrad geregelt. Nun sind es nur noch wenige Minuten, bis sich die Wanderer über die Ankunft bei den uralten Kastanienbäumen im Biergarten der Kneispermühle freuen können. Schon 1440 wird das Mühlengut in der Geschichtsschreibung der Zweibrücker Herzöge genannt.

Wanderbüchlein, Flyer Mühlentage vom 5. bis 7. Mai 2023

touristinfo@vgtw.de; Telefon 06334/441-240; www.pfaelzer-muehlenland.de.

Info

Jeder darf sich anschließen, wenn sich am Freitag, 28. April, die Wanderschar um Wanderführer Willi Hack auf den Weg macht. Treffpunkt ist an der Kneispermühle, los geht es um 10.30 Uhr. Wer mitlaufen möchte, braucht nur pünktlich zu erscheinen – Anmeldung ist nicht nötig. Wanderschuhe und Schützendes gegen eventuell fallenden Regen nicht vergessen.

Rasten lässt sich’s am Keltenfelsen.
Rasten lässt sich’s am Keltenfelsen.
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