Herschberg Löcher im Boden: Die Wildwutz war’s nicht
Zunächst haben Ruth und Heinz Wagner ihren Augen nicht getraut, als sie morgens aus dem Fenster blickten. Ihr gepflegter Rasen vor dem Wohnhaus war tief aufgewühlt – fast so, als wäre jemand mit einem landwirtschaftlichen Gerät hindurchgefahren. Die ersten Reaktionen der Besitzer und der Nachbarn: „Das war bestimmt eine Wildsau!“ Aber mitten im Wohngebiet? Dass dies möglich sei, bestätigte Heinz Gehrmann, ein passionierter Jäger aus Herschberg, zumal in der Nähe tags zuvor eine Drückjagd stattgefunden hatte.
Was Gehrmann aber stutzig machte, war das Fehlen eindeutiger Spuren, denn er konnte keine Abdrücke von Klauen der Wildschweine – der Jäger nennt sie Schalen – entdecken. Daraufhin geriet ein Dachs in Verdacht, den Einwohner schon am Ortsrand gesehen hatten. Dass der als Übeltäter in Frage kommt, bezweifelte Gehrmann aber ebenfalls.
Um endlich Licht ins Dunkel zu bringen, hat der Jäger abends auf dem Grundstück an einem Baum eine Wildkamera angebracht. Die nächtlichen Aufnahmen waren tatsächlich überraschend: Genüsslich haben in der Nacht zwei Füchse den zuvor von ihnen schon aufgewühlten Boden unter der Grasnarbe nach Fressbarem durchsucht und den Schaden vergrößert.
Später war im Ort zu hören, dass diese – oder andere – Füchse einen Garten am Ortsrand ebenfalls verwüstet haben. Wie Gehrmann versichert, geht für Menschen keine Gefahr von den Tieren aus, weil die Tollwut in unserer Region schon seit längerer Zeit ausgerottet ist. Egal ob Wildschwein, Dachs oder Fuchs – eine „Sauerei“ war das Ganze auf jeden Fall.