Massweiler RHEINPFALZ Plus Artikel Kneispermühle: Auch ein Promi ist Stammgast im Wallhalbtal

Seit November hat Wirtin Beate Hartmann Unterstützung durch zwei junge Frauen aus Vietnam: Thi Hau Nguyen (links) und Thi Giang
Seit November hat Wirtin Beate Hartmann Unterstützung durch zwei junge Frauen aus Vietnam: Thi Hau Nguyen (links) und Thi Giang Nguyen.

Die Kneispermühle im Wallhalbtal ist ein beliebtes Ausflugsziel. Die Waldgaststätte hat einst mit belegten Broten angefangen – heute ist sie touristisch bedeutend.

Wo vor 400 Jahren die „Mühle am rauschenden Bach“ klapperte, werden heute den Gästen in der Waldgaststätte Kneispermühle inmitten einer idyllischen Landschaft zwischen Maßweiler, Reifenberg, Wallhalben und Herschberg Speisen und Getränke serviert. Das Gebäude selbst ist denkmalgeschützt und wurde einer alten Chronik zufolge vor dem Dreißigjährigen Krieg erbaut. In der Hand der heutigen Besitzerfamilie ist es seit 75 Jahren. Gastronomie gab es aber erst zwei Jahre später, ab 1953.

Die ursprüngliche Bannmühle mit landwirtschaftlichem Anwesen wurde 1927 zur Pumpstation für den Wasserversorgungsverband Schmitshausen umgebaut. Obwohl die Kneispermühle wegen ihrer Lage jenseits der Wallhalb kommunal zu Maßweiler gehört, ist sie emotional mit Herschberg verbunden, zumal der Vater der heutigen Wirtin aus dem Dorf auf der Sickingerhöhe stammte. Auch aus Wallhalben und Reifenberg sind Gäste schnell dort. 1951 kam die Familie Schröter nach ihrer Flucht aus Thüringen in die Westpfalz und hat das Anwesen im Wallalbtal erworben. Oma Schröter bot den Wanderern und Spaziergängern zunächst belegte Brote an.

Großer Andrang immer beim Schlachtfest

Das sich daraus entwickelnde Wirtshaus und die Landwirtschaft hat ihre älteste Tochter Renate Brenner mit ihrem – inzwischen verstorbenen – Mann übernommen und ausgebaut. Rund 50 Jahre lang gibt es schon das bekannte Schlachtfest auf der Kneispermühle, dessen Beliebtheit sich am stets großen Andrang ablesen lässt. Meist sieht man an diesen Tagen Autokennzeichen aus der gesamten Südwestpfalz und darüber hinaus auf dem Parkplatz, nicht selten sind ganze Busgesellschaften zu Gast.

Seit dem Jahr 2000 ist Tochter Beate Hartmann Chefin in der bekannten Waldgaststätte. Ihre Ausbildung zur Hotelfachfrau hat sie im Hotel Kunz in Pirmasens-Winzeln absolviert und die Hotelfachschule in Bad Kreuznach besucht. Wertvolle Erfahrungen konnte sie anschließend bei einem Praktikum im Hotel Zum Ritter St. Georg in Heidelberg sammeln, dem ältesten Hotel der Stadt. Fünf Jahre war sie in der Gastronomie des FCK-Stadions auf dem Betzenberg tätig und hat viele turbulente Feiern erlebt. Ihren Gästen in der Kneispermühle bietet Hartmann eine reichhaltige Speisekarte mit überwiegend pfälzischen und gutbürgerlichen deutschen Gerichten. Abwechslung bringen saisonale Aktionstage wie Fischwochen, Muschel- oder Spargelgerichte und im Herbst das Martinsgans-Essen.

Ausgangspunkt für Wanderungen

Der Gastraum mit dem heimeligen Kachelofen bietet Platz für 45 Personen, und im Thekenbereich können 15 Gäste Platz nehmen. Das sogenannte „Sälchen“, ein Nebenzimmer mit 40 Plätzen im Obergeschoss, ist beliebt für Familienfeiern, Betriebsfeste und Versammlungen. Im Sommer und besonders an Sonnentagen fast immer voll besetzt ist der große Biergarten unter den alten Kastanienbäumen. Weil die Kneispermühle direkt am Mühlenwanderweg liegt, ist sie auch Ausgangspunkt für ausgedehnte Wanderungen und Radtouren rund um die Sickingerhöhe, eine wichtiger Bestandteil des Tourismus in der Südwestpfalz.

Zur Übernachtung stehen zehn Doppelzimmer und ein Einzelzimmer bereit, teilweise mit alten Bauernmöbeln eingerichtet. Einige der Zimmer befinden sich in originell gestalteten „Hexenhäuschen“ unmittelbar neben der Gaststätte, welche besonders in der sommerlichen Ferienzeit meist gut belegt sind. Der Einzugsbereich der Gäste reicht teilweise bis ins Saarland, die Vorderpfalz sowie den Großraum Mainz und Frankfurt.

Bis zu 20 Mitarbeiter

Sogar aus Hamburg reist ein Stammgast fast jedes Jahr zur Sommerfrische an. Er habe bereits seit seinem dritten Lebensjahr mit den Eltern Ferien auf der Kneispermühle Ferien verbracht. Er schätze noch immer die ruhige Lage und die Gastlichkeit mitten in der Natur. Weiterhin freut sich Beate Hartmann über einen besonderen Stammgast, der das Haus früher schon zusammen mit seinen Eltern kennengelernt hat: den in Neustadt geborenen Moderator und Comedian Bernhard Hoecker. Der beliebte TV-Star ist vor allem durch die Quizshow „Wer weiß denn sowas?“ bekannt.

Fünf Festangestellte bilden den Stamm des Personals in der Waldgaststätte, hinzu kommen in der Sommersaison noch bis zu 15 Aushilfen. Einige der Mitarbeiter sind schon sehr lange im Team von Beate Hartmann, der Küchenchef bereits seit mehr als zehn Jahren. Seit November hat die Wirtin Unterstützung durch zwei junge Frauen aus Vietnam, die in ihrem Heimatland eine gastronomische Ausbildung absolviert haben.

Info

Die Kneispermühle hat jeweils von 10 bis 22 Uhr geöffnet, warme Küche gibt es durchgehend von 11.30 bis 21 Uhr, Ruhetag ist mittwochs.

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