Kreis Südwestpfalz In der Zehntscheune geht’s los
Nachdem das Land und die Europäische Union 502.000 Euro Zuschuss bewilligt haben, soll der barrierefreie Ausbau von Burg Lichtenberg im Herbst beginnen. Dies kündigte Landrat Otto Rubly gestern Nachmittag bei der Übergabe des Bescheids durch Wirtschaftsstaatssekretärin Daniela Schmitt an.
Wie berichtet, plant der Landkreis, Burg Lichtenberg barrierefrei auszubauen. Im ersten Schritt wird die Zehntscheune umgestaltet. Das Gebäude mit zwei Museen und zwei Veranstaltungsräumen auf vier Stockwerken erhält an der Thallichtenberg zugewandten Außenseite nach Nordwesten einen Aufzug bis ins zweite Obergeschoss, im Innern zwei Treppenplattformlifte sowie eine behindertengerechte Toilette. Der Kostenanteil des Kreises beträgt rund 90.000 Euro. „Ende Oktober, Anfang November“ nannte Rubly am Freitag als Termin für den Baubeginn, auf „rund ein Jahr“ schätzte er die Dauer. Bewusst solle im Winter gebaut werden, wenn die Besucherfrequenz auf der Burg niedrig ist. Rubly: „Es stehen Mauerdurchbrüche an. Ganz ohne Beeinträchtigungen wird es nicht gehen.“ Vermutlich müssten die Museen und Säle zwischenzeitlich sogar kurz geschlossen werden. Die Umgestaltung der Wege und ein multimediales Audioführungssystem sind die weiteren Bausteine des Konzepts. Ab wann sie umgesetzt werden, ließ Rubly offen. Im April soll der Kreisausschuss die Pläne dazu endgültig absegnen. Sobald das Land danach weitere Fördermittel bewilligt habe, werde „schnell“ ausgeschrieben. In Vorgesprächen zwischen Land und Kreis waren die Kosten für die neue Wegeführung auf rund 1,5 Millionen Euro geschätzt worden, von denen 85 Prozent als Zuschuss fließen sollen. Im Kreishaushalt steht die Investition bereits. Nach heutigen Planungen sollen diese Arbeiten auf Höhe des Geoskops beginnen. „Das Geld ist gut angelegt“, betonte gestern Staatssekretärin Schmitt. Der barrierefreie Ausbau der Burg werde aus Sicht des Landes die Wertschöpfung vor Ort für Kommunen wie inhabergeführte Betriebe steigern, weil er das Verlangen nach Komforttourismus bediene – „von der jungen Familie mit Kinderwagen bis hin zum Rollstuhlfahrer“. Rubly sagte: „Seit mindestens drei, vier Jahren führen wir das Thema barrierefreie Burg im Haus. Jetzt können wir endlich anfangen.“