Kreis Südwestpfalz Im Rückblick zu groß geraten

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Pirmasens

. „Ich hätte nie gedacht, dass der Zweckverband Abfallverwertung Südwestpfalz (ZAS) mal meine Dauerarbeitsstelle wird bis zum beruflichen Finale“, erzählt Norbert Schnauber in seinem Büro in einem unscheinbaren Gebäudetrakt des Bananabuildings auf der Husterhöhe. An den Wänden finden sich Fotos aus der Bauphase des Fehrbacher Müllofens. Und beim Blick aus dem Fenster sieht der Waldfischbacher den rauchenden MVA-Schornstein. Eine bequeme und unkomplizierte Arbeit war es anfangs nicht, als er 1987 zusammen mit dem damaligen Stadtwerke-Direktor Dieter Wagner die Geschäftsführung übernahm, als Nebenjob zu seiner normalen Verwaltungsarbeit in der Kreisverwaltung. Gerade vor dem Baubeginn und kurz nach Inbetriebnahme war er vielen Anfeindungen, auch persönlicher Art, ausgesetzt. Die Realität einer gesicherten Müllentsorgung, ohne die befürchtete Giftschleuder, habe jedoch auch die damaligen Kritiker überzeugt, sagt Schnauber heute. An der Richtigkeit der Entscheidung für die Technik der Müllverbrennung hat der 67-Jährige keine Zweifel. In einigen Details würde er es heute jedoch anders machen. Da wäre die Größe der Anlage, die für die 72.000 Tonnen Müll aus dem ZAS-Gebiet mit einer Kapazität für 175.000 Tonnen weit überdimensioniert ist. Schnauber erinnert daran, dass ursprünglich eine Anlage mit drei Verbrennungslinien geplant war, die über 250.000 Tonnen hätte verbrennen können. Als absehbar war, dass die Müllmengen sinken, wurde auf zwei Linien verkleinert. Eine Linie hätte letztendlich gereicht. Die Stilllegung einer Linie heute sei aber wirtschaftlicher Unfug, wenn auch technisch kein Problem, so Schnauber. „Das ist durchgerechnet worden.“ Als die MVA geplant wurde, war Mülltrennung noch ein Hobby für hartgesottene Umweltschützer. Außer Glas- und Papiercontainern gab es nichts. Alles wanderte in den Mülleimer und dessen Inhalt auf die Deponie. Dann wurde mehr Müll getrennt, die Verpackungsverordnung leitete Unmengen an Kunststoffen in den Gelben Sack und der Gewerbemüll fiel fast komplett weg durch das Kreislaufwirtschaftsgesetz. Der Klärschlamm, immerhin mit 30.000 Tonnen im Jahr kalkuliert, sollte anfangs auch noch in den Müllofen, wanderte dann aber auf landwirtschaftliche Flächen. Die Folge war eine Schrumpfung der Müllmengen, so dass der Müllofen schon bei seiner Inbetriebnahme lange nicht ausgelastet war. Im Laufe der Jahre sah Schnauber dann alle MVA-Alternativen scheitern oder klammheimlich verschwinden. Die in den 80er Jahren gepriesene Thermoselect-Anlage in Karlsruhe wurde ein Fiasko – und für die Pyrolyse war die hiesige Müllzusammensetzung nie richtig geeignet. Die von Umweltschützern favorisierten Mechanisch-Biologischen-Anlagen (MBA), die das Müllaufkommen um ein Drittel reduzieren können, fallen in den nächsten Jahren alle weg, prognostiziert Schnauber. Fast 30 Jahre lang war Schnauber bemüht, die Anlage dennoch voll zu kriegen und gleichzeitig genügend Geld einzunehmen, um die Müllgebühren im ZAS-Gebiet nicht zu hoch werden zu lassen. Der Jurist bewegte sich dabei auf einem Markt, der gemeinhin als raues Geschäft gilt, in dem mit harten Bandagen gekämpft wird. Was er so aber nie empfunden hat. „Das habe ich gehört, aber ich konnte so etwas nicht erleben. Man kann das auch gepflegt machen.“ Im Ruhestand könnte er längst sein. Seit 2014 ist er nur noch als freier Mitarbeiter beschäftigt, da er mit 65 Jahren in Pension ging. Die Arbeit beim ZAS werde ihm gewiss fehlen. Aber heute könne er sich eher vorstellen, in Ruhestand zu gehen. Reisen werde er dann öfter. Außerdem sei er bis 2019 noch Prüfer für das zweite juristische Staatsexamen. Und dann muss sein Nachfolger eingearbeitet werden. Unter den 18 Bewerbern seien interessante Kandidaten, meint Schnauber. Eine Entscheidung soll am 1. Oktober in der ZAS-Versammlung fallen.

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