Kreis Südwestpfalz „Im eigenen Dorf war’s schon immer schwierig“

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Den Kopf in den Sand stecken will Ottmar Müller nicht, denn aufgeben ist nicht seine Sache. Obwohl sich seit drei Jahren kein einziges Kind aus Schmitshausen am internationalen Jugendaustausch der Gemeinde mit Limana (Italien), Longuyon (Frankreich) und dem luxemburgischen Walferdingen beteiligt hat (wir berichteten zuletzt am 2. April), will der Vorsitzende des Schmitshauser Partnerschaftskomitees weiterkämpfen.

„Ich denke nicht ans Aufhören, das ist viel zu wichtig. Die teilnehmenden Kinder sind immer begeistert, es entstehen Freundschaften über Grenzen hinweg, und auch die soziale Komponente spielt eine große Rolle“, wirbt der Schmitshauser für die Jugendpartnerschaft, die seit 1971 besteht. Seit 1980 wird sie vom eigens gegründeten Partnerschaftskomitee organisiert. Im kommenden Jahr lädt Schmitshausen zum internationalen Ferienlager ein, von 19. bis 28. Juli. „Die Organisation läuft im Januar an. Ich hoffe ein wenig auf die Unterstützung der Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben, da werden wir im Januar Gespräche führen“, sagt Müller. Beim Jugendaustausch im auslaufenden Jahr, der im italienischen Limana stattfand, waren zwar fünf Kinder aus Deutschland dabei, aber keines aus Schmitshausen. Kinder und Jugendliche aus den Nachbargemeinden hatten die Plätze gefüllt und die Schmitshauser Fahne hochgehalten. „Wir versuchen weiterhin, Schmitshauser Kinder für den Austausch zu begeistern. Das sieht schon blöd aus, wenn aus Schmitshausen niemand dabei ist“, gibt Müller zu. Weshalb auch für den kommenden Sommer noch Teilnehmer gesucht werden. Im Dorf gibt es nach Müllers Schätzung zwischen 20 und 25 Kinder und Jugendliche im Alter von zehn bis 15 Jahren. Doch es gebe keine Reaktion, wenn sie oder ihre Eltern auf den Jugendaustausch angesprochen werden. „Dabei machen wir schon viel in Eigenleistung, um die Kosten niedrig zu halten. Beispielsweise kochen wir selbst“, erzählt der Komitee-Vorsitzende. Aber auch den Gemeinderat müsse man immer wieder von der Idee überzeugen. „Denn es ist ja eine Gemeinde-Partnerschaft, keine des Komitees“, erklärt er. Die ausländischen Partner würden schon fragen, weshalb keine Schmitshauser Kinder dabei sind und was in Schmitshausen los sei. Denn in Limana, Walferdingen und Longuyon gibt es offenbar keine Probleme, die Plätze beim Jugendaustausch zu füllen. Im Gegenteil − bei so manchem Austausch in den vergangenen Jahren wurden sogar freie Plätze, die eigentlich Schmitshauser Kindern zugedacht waren, von Italienern, Luxemburgern oder Franzosen aufgefüllt. „Im eigenen Dorf war es schon immer schwierig“, berichtet der Ehrenamtler im RHEINPFALZ-Gespräch. „Ans Aufhängen denke ich trotzdem nicht“, sagt Ottmar Müller und verbessert seinen Versprecher direkt: „Aufhören natürlich, ans Aufhängen denke ich schon mal gar nicht.“ |mml

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