Contwig RHEINPFALZ Plus Artikel Grundschule Stambach: Komplett neues Gesicht für fast 11,5 Millionen Euro

So soll das Atrium der Grundschule in Stambach aussehen.
So soll das Atrium der Grundschule in Stambach aussehen.

Die Grundschule in Stambach bekommt ein völlig neues Gesicht. Wann die Umsetzung des Millionen-Projekts starten kann, hängt auch ein klein wenig von der Verwaltung ab.

Gegen 19.15 Uhr am Dienstagabend nimmt Planer Martin Grub erst mal einen kleinen Schluck aus der Mineralwasserflasche, bevor er weiterredet. Die Anmerkung aus den Reihen des Verbandsgemeinderats Zweibrücken-Land, vielleicht eher einen Schnaps trinken zu müssen, lächelt er weg. Keine Minute später ist die Katze aus dem Sack in der Konrad-Loschky-Halle in Battweiler. 11,472 Millionen Euro wird die Umgestaltung der Grundschule in Stambach kosten, Abriss eines Gebäudeteils sowie Teil-Neubau inklusive. „Das ist aus unserer Sicht eine realistische Schätzung“, sagt Grub und spricht damit auch für seine Mitstreiter bei den Planungen, Jens Satory und Steffen Schröder. Die Planungen enthalten „keinen echten Luxus“ und böten „geringe Spielräume“, was die Preise anbelangt, sagte Grub. Berücksichtigt seien auch Abbrucharbeiten sowie möglicherweise auftauchende Kosten für die Entsorgung von Altlasten.

Zuvor hatte der Zweibrücker Ingenieur knapp 30 Minuten das Projekt vorgestellt, dessen Wurzeln in die Zeit von Jürgen Gundacker, Vorgänger von Björn Bernhard im Amt des Bürgermeisters der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land, zurückreichen. Die Grundschule in Stambach soll komplett ihr Gesicht verändern. Das dreiteilige Gebäude – es besteht aus einem Nord- und einem Südteil, die durch einen Mittelbau verbunden sind – wird komplett renoviert. Im Mittelbau sollen Mensa und ein Atrium Platz finden, im Nordteil entstehen Bibliothek und Lehrerzimmer, der südliche Gebäudeteil wird komplett umgestaltet und soll die Lehr- und Lernheimat der jeweils drei Klassen pro Jahrgangsstufe werden. Umgesetzt werden sollen sogenannte Cluster, grob gesprochen liegen damit die Klassenräume und weitere Lehrräume einer Jahrgangsstufe eng beieinander. 2800 Quadratmeter Nutzfläche wird die neue Schule haben; fast genauso viel an Außenfläche, 2200 Quadratmeter, werden bei den Planungen ebenfalls umgestaltet. So soll etwa auch ein Freiluft-Klassenzimmer entstehen.

Björn Bernhard: Drei Jahre Bauzeit realistisch

Der Umbau wird „in konventioneller Bauweise“, wie Grub sagte, umgesetzt: Stahlbeton, Mauerwerk, Flachdach. Das Dach des nördlichen Gebäudeteils muss erneuert werden, die dort verwendeten Holzbauelemente sind laut Grub „am Ende ihrer Lebensdauer angekommen“. Geheizt wird das Schulhaus künftig mit einer Wärmepumpe, auch Photovoltaik auf dem Dach ist vorgesehen, zumindest auf einigen Teilen. Seinen Vortrag flankierte der Planer mit teils fotorealistischen Entwurfszeichnungen, die vermittelten, wie das Gebäude schlussendlich aussehen könnte. „Das geht über das hinaus, was wir sonst so zeigen können“, sagte Grub, der bei den gezeigten Bildern von einem „Erstling“ sprach.

Das Atrium aus einer anderen Perspektive.
Das Atrium aus einer anderen Perspektive.

Grub hatte die enormen Preissteigerungen im Baugewerbe nicht verschwiegen, von einem Anstieg von bis zu 50 Prozent im Vergleich zum Jahr 2020 berichtet. „Dann sollten wir schnellstmöglich anfangen“, sagte FDP-Fraktionssprecher Volker Schmitt nach der Präsentation. Laut Grub könnten die Unterlagen für die Baugenehmigung binnen vier Wochen eingereicht werden. Bei einem geschätzten Zeitraum von einem halben Jahr, den die Genehmigung brauche, könnte vielleicht noch 2026 mit den Vorbereitungen für den Bau begonnen werden, schob Grub hinterher. Die Bauzeit schätzt er auf zweieinhalb Jahre. „Drei Jahre sind aus meiner Sicht realistisch“, sagte Björn Bernhard mit Blick auch auf mögliche Förderungen. Fred Konrad (Grüne) mahnte, dass viel „graue Energie“ verbaut werde, sprich: Beton und Aluminium zum Einsatz kämen. „Mit alternativen Baustoffen scheitern wir immer wieder an den Baukosten“, entgegnete Grub, der grundsätzlich gegen alternative Baustoffe nichts einzuwenden habe.

Rat will Baugenehmigung beantragen

Im Zuschauerraum verfolgte auch die neue Schulleiterin der Grundschule Contwig-Stambach die Vorstellung der Pläne. Natalia Eckert ist seit vergangener Woche im Amt. „Es ist eine spannende Geschichte und ich sehe es als Ehre an, dabei sein zu dürfen“, sagte sie, als sie von Björn Bernhard vorgestellt und mit einem Blumenstrauß willkommen geheißen wurde. Bei zwei Enthaltungen sprach sich der Verbandsgemeinderat dafür aus, die entsprechende Baugenehmigung zu beantragen.

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