Thaleischweiler-Wallhalben
Glasfaser in jedes Haus, stündlich ein Bus
Thomas Peifer schaut aus dem Fenster seines Büros im neuen Rathaus in Thaleischweiler-Fröschen. Seit sechs Jahren ist der moderne Bau sein Dienstsitz. 2024 wurde er eingeweiht. Links, wo das alte Rathaus stand, blickt er auf ein modernes Ärztehaus, in dem ein Ratscafé und verschiedene Dienstleister zu finden sind. Im Rathaus hat sich der Generationenwechsel vollzogen, der vor acht Jahren eingeläutet wurde. Die Verwaltung hat sich für die Zukunft aufgestellt. Das gilt auch für die Arbeit. „Die Verwaltung arbeitet größtenteils papierlos“, freut sich Peifer. Auch in allen Räten sind Ausdrucke auf Papier längst passé.
Fast alles lässt sich digital erledigen. „Gilt jetzt auch für die Erstellung neuer Ausweise“, resümiert Peifer. Die Bürger müssen nicht mehr, aber sie können zur Verwaltung kommen. Der Bürgerservice ist weiter für sie da, hilft allen, die nicht an der digitalen Entwicklung teilnehmen können. Persönliche Kontakte sind wieder uneingeschränkt möglich. An die Corona-Pandemie, die 2022 das Leben bestimmte, erinnern sich viele nur noch entfernt.
Neues Leben in Realschule
Schon gar nicht die Schüler und Schülerinnen, die die sechs Grundschulen in der Verbandsgemeinde besuchen. Die sind alle sehr gut ausgestattet. Digitales Lernen ist längst eine Selbstverständlichkeit. Ebenso die Betreuung über den ganzen Tag, inklusive Verpflegung und einem lehrreichen Nachmittagsangebot, bei dem der Spaß nicht zu kurz kommt. In Wallhalben ist die Grundschule im neuen Gebäude untergebracht, der ehemaligen Realschule plus. In direkter Nachbarschaft zum Kindergarten. Die benachbarten Bildungseinrichtungen arbeiten Hand in Hand. Bei den Kindergärten hat sich grundsätzlich etwas getan: „Auf Wunsch der Ortsgemeinden hat die Verbandsgemeinde die Betriebsträgerschaft in den Kindertagesstätten übernommen.“ Das hat die Ortsbürgermeister spürbar entlastet.
Die Kindergärten und die Schulen sind sehr gut besucht. Die Kinderzahlen sind stabil. „In unserer Verbandsgemeinde lässt es sich wohnen, leben, arbeiten und Freizeit gestalten“, freut sich Peifer. Das schätzen die Menschen. Der Ausbau des Glasfasernetzes hat daran großen Anteil. Glasfaser liegt seit einigen Jahren in jedem Haus. Das hat den Wert der Immobilien erhöht und die Gemeinden als Wohnort attraktiver gemacht. Im Home-Office zu arbeiten ist selbstverständlich. Dadurch konnten sich viele, die zuvor beruflich in den Metropolregionen gebunden waren, für das Wohnen und Arbeiten in der Verbandsgemeinde entscheiden. Das bringt Steuereinnahmen, hat die Finanzkraft der Ortsgemeinden deutlich gestärkt.
Bauplätze sind sehr gefragt
Die Bauplätze sind in allen Neubaugebieten sehr gefragt. Die Baugebiete sind so gestaltet, dass modern gebaut werden kann – energieautark. Preissteigerungen bei den fossilen Energieträgern, die 2022 Sorgenfalten auf die Stirn trieben, sind kein Thema mehr. Glücklich leben in der Verbandsgemeinde soll für alle Generationen möglich sein. Auf vielfältige Weise. Senioren sind länger selbstständig, brauchen nur manchmal ein bisschen Hilfe, Angebote für betreutes Wohnen wurden umgesetzt. Mal in Form von Wohngemeinschaften, mal in Tiny-Häusern – ganz kleinen Häuschen. Die Senioren aus der Verbandsgemeinde treffen sich regelmäßig. Zum Beispiel beim Tanztee.
In allen Ortskernen hat sich viel getan. Mit Förderprogrammen wurden sie attraktiv gestaltet. Auch hier ist der Umbau hin zu Häusern, die deutlich weniger Energie benötigen, in vollem Gange. Auf allen öffentlichen Gebäuden versehen Photovoltaik-Anlagen ihren Dienst. Im privaten Bereich hat die Nutzung erneuerbarer Energien stark zugenommen.
Hotel im Schwarzbachtal
In der Verbandsgemeinde drehen sich mehr Windräder. Die der ersten Generationen wurden durch leistungsstärkere Modelle ersetzt. Ihr Anblick: für alle normal. Jeder weiß, wie wichtig diese regenerative Energiegewinnung ist. Auch für den Tourismus sind sie kein Hemmschuh. Im Gegenteil, der Tourismus boomt. Das gastronomische Angebot wurde ausgebaut. Im Schwarzbachtal steht ein neues Hotel mit 100 Betten. Private Anbieter haben Übernachtungsmöglichkeiten geschaffen. Die Nachfrage ist groß. Auch dank der prämierten Wander- und Radwege. Das Radwegenetz verbindet jetzt die gesamte Verbandsgemeinde, schließt an die Netze der umliegenden Gemeinden und Städte an. Mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren, ist für viele problemlos machbar. Die in mehreren Gemeinden vorhandenen Wohnmobilstellplätze sind fast immer ausgebucht. Auch von Fahrradfans, die sich in der Freizeit gerne in den Sattel setzen. Oft in einen E-Bike-Sattel. Ladestationen gibt es in der gesamten Verbandsgemeinde.
Die Marktgräfin ist ein Aushängeschild, hat 2029 beim Grumbeermarkt Tausende Besucher in Wallhalben begrüßen können. 2030 vertritt sie die Verbandsgemeinde beim Rheinland-Pfalz-Tag. Dass ein Miteinander wichtig ist, haben alle erkannt. Im touristischen Bereich kooperieren der Tourismusverein Mühlenland-Sickinger Höhe-Schwarzbachtal, die Verbandsgemeinde und alle Ortsgemeinden viel enger. Davon profitieren auch die Bürger. In allen Orten konnte das kulturelle Angebot gestärkt werden. Vereine sind noch immer ein Rückgrat, sorgen für den Zusammenhalt in den Gemeinden und damit in der Verbandsgemeinde.
Bei Petersberg schlägt das gewerbliche Herz
Im Schwarzbachtal und auf der Sickinger Höhe spielt der Tourismus eine große Rolle. Im Bereich Höhfröschen/Petersberg/Höheischweiler schlägt das gewerbliche Herz der Verbandsgemeinde. „Ein Finanzmotor für die Verbandsgemeinde und ein Bereich, in dem wohnortnah zahlreiche Arbeitsplätze vorhanden sind“, sagt Peifer. Entlang der Achsen konnten sich bestehende Gewerbegebiete weiter entwickeln. Arbeitslosigkeit ist kein Thema.
Davon haben alle in der Verbandsgemeinde profitiert. Dank der Steuereinnahmen konnten die Umlagesätze sehr niedrig gehalten werden. Das hat die Ortsgemeinden entlastet. Alle haben Spielräume für freiwillige Leistungen. Der Bahnhof Biebermühle erstrahlt seit einigen Jahren in neuem Glanz. Ein moderner Haltepunkt ist entstanden, an den eine Mobilitäts- und Tourismuszentrale angebunden sind. Im früheren Bahnhofsgebäude, das unter Denkmalschutz steht, haben sich Dienstleister und eine Gastronomie angesiedelt.
Mehr Fahrräder, mehr E-Autos, besserer ÖPNV
Mobilität hat sich verändert. Mehr Fahrräder, mehr E-Autos, aber auch ein stark verbessertes Angebot im Öffentlichen Personennahverkehr. Autofahrer und ÖPNV brauchen gut ausgebaute Straßen. An die Schlaglochpiste, die 2022 noch Thaleischweiler-Fröschen und Wallhalben verband, mag keiner mehr denken. Die Straße ist ausgebaut, was auch Radler beim autofreien Wallhalbtal zu schätzen wissen. Eine neue Brücke über die Bahn bei Höhmühlbach ist in Planung. Der Bahntakt wurde verbessert, am Bahnhof Biebermühle gibt es keine langen Wartezeiten mehr. Jede Stunde fahren Busse zwischen Thaleischweiler-Fröschen und Wallhalben.
In Wallhalben sind die Werke zu Hause und weiter gewachsen. Der Wasserzweckverband Sickingerhöhe-Wallhalbtal und das Wasserwerk der Verbandsgemeinde stehen vor der Fusion, um Gebühren und Beiträge stabil zu halten. Das Klima hat sich weiter verändert. Es regnet öfter sehr stark, aber dank des Starkregen- und Hochwasserschutzkonzeptes richtet das Wasser kaum Schaden an. Peifer ist stolz auf seine Bürger, die daran enormen Anteil haben. Viele kleine wasserrückhaltende Maßnahmen wurden umgesetzt. Den Feuerwehren kommt eine zentrale Bedeutung zu. Sie sind gerüstet, auch für Aufgaben, die der Klimawandel verstärkt mit sich gebracht hat. Alle Feuerwehrhäuser in der Verbandsgemeinde sind auf dem neuesten Stand der Technik, die Feuerwehrleute sind persönlich bestens ausgerüstet.
„Erstklassig“ – wie der FCK
Die Verbandsgemeinde hat den Sprung in die Zukunft geschafft, ist „erstklassig“, denkt Peifer und freut sich, dass auch der FCK wieder den Weg zurück in die Erste Bundesliga genommen hat.
Zur Person
Thomas Peifer ist 58 Jahre alt, wohnt in Thaleischweiler-Fröschen. Seit 2004 ist er Ortsbürgermeister in Thaleischweiler-Fröschen. 2005 wurde er zum Verbandsbürgermeister der früheren Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Fröschen gewählt. Nach der Fusion der Verbandsgemeinden Thaleischweiler-Fröschen und Wallhalben zur VG Thaleischweiler-Wallhalben wurde Peifer 2014 zum ersten Bürgermeister dieser Verbandsgemeinde gewählt. Peifer ist verheiratet, hat zwei Kinder und vier Enkel. In seiner Freizeit macht er gerne Musik, spielt Flügelhorn bei der Schwarzbachtaler Blasmusik und geht seit einigen Jahren auch gerne golfen.add