Rodalben
Freibad Biebermühle: Gutachten vergeben
Am Ende waren sich alle einig im Verbandsgemeinderat Rodalben am Mittwochabend: Einstimmig wurde Verbandsbürgermeister Wolfgang Denzer beauftragt, ein Gutachten über den Bauzustand des Freibades auf der Biebermühle in Auftrag zu geben. Damit wollen die Ratsmitglieder eine Grundlage für alle weiteren Entscheidungen haben. Denn wie es danach weitergeht, ist immer noch offen – und hängt auch von den Kosten ab. Nur eines ist sicher: Von einer Schließung ist nicht die Rede.
Dafür bieten sich zwei grundsätzliche Alternativen für die Zukunft an: Immer noch nicht vom Tisch ist die Umgestaltung des Freibades in ein Naturbad, machte der Verbandsbürgermeister deutlich. Zwar sind die zuletzt genannten Kosten von sechs Millionen Euro ein ordentlicher finanzieller Brocken, dafür ist es aber die einzige Variante, für die es nach aktuellem Stand eine Förderung gibt. Eine Zusage über 1,7 Millionen Euro liegt vor, erinnerte Denzer. Der Nachteil dieser Variante: Der Sprungturm und das Sprungbecken müssten aufgegeben werden, denn an diesem Standort würde die Wasserreinigung stattfinden. Denzer: „Ein Naturbad bedeutet ja nur, dass die Wasserreinigung ohne Chemie erfolgt. Und dafür wird der Platz am Sprungturm gebraucht.“
„Beton wird nur noch von Farbe zusammengehalten.“
Die zweite Alternative ist eine Generalsanierung, um das Freibad in der bisherigen Form zu erhalten. Nach dem Vor-Ort-Termin des Bauausschusses in der vergangenen Woche ist den Verbandsgemeindepolitikern klar, dass umfangreiche Sanierungsarbeiten mit enormen Kosten unumgänglich sind. Der Verbandsbürgermeister: „Inzwischen wird der Beton nur noch durch die Farbe zusammengehalten.“ Was da an Investitionen auf die Verbandsgemeinde zukommt, soll das Gutachten klären.
Etwas überraschend brachte der Verbandsbürgermeister das zweigleisige Vorgehen zur Sprache. Ihm geht es darum, ein Signal zu setzen, bekannte Denzer: „Es werden Gerüchte erzählt, dass das Bad für immer zubleibt. Dem ist nicht so.“ Und wenn es die Möglichkeit gäbe, mit ersten Sanierungsarbeiten eine Öffnung im nächsten Sommer zu ermöglichen, würde das die Spekulationen über eine endgültige Schließung verstummen lassen.
Ausschau halten nach weiteren Fördermöglichkeiten
Dieser Vorschlag Denzers traf auf offene Ohren bei den Ratsmitgliedern, und zwar über alle Fraktionsgrenzen hinweg. Wenn es auch gewisse Zweifel gab, ob es angesichts der enormen Schäden möglich sein wird, schon kommenden Sommer wieder zu öffnen. CDU-Ratsmitglied Claus Schäfer: „Wenn ich die gravierenden Schäden vor Augen habe, ist es schon gewagt, eine Wiedereröffnung im nächsten Jahr in Betracht zu ziehen.“
Auf eine Anregung aus dem Verbandsgemeinderat sicherte Denzer zu, dass sich die Verwaltung bemühen werde, nach weiteren Fördermöglichkeiten Ausschau zu halten. Konkret sprach er die sogenannten Sportmillionen aus dem Sondervermögen des Bundes an. Wenn es aber ein vielversprechendes Förderprogramm gebe, so der Verbandsbürgermeister, dann sei es entscheidend, die Sanierungspläne schon in der Schublade zu haben. Aus diesem Grund brauche es das Gutachten, um in die Planungsphase zu kommen. Gebraucht würden Fachleute für die Bausubstanz, aber auch für Schwimmbadtechnik.
Nachdem sich der Verbandsgemeinderat einstimmig für die Beauftragung des Gutachtens ausgesprochen hatte, wurde auch nicht mehr über sieben Anträge der AfD-Fraktion zur Schwimmbadzukunft diskutiert. Deren Fraktionssprecher Christian Bettler regte an, die Anträge zurückzustellen, bis das Gutachten vorliegt: „Das geht ja jetzt in die richtige Richtung.“