Kreis Südwestpfalz Fast unentschieden in Thaleischweiler-Wallhalben

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Mit 2600 Stimmen Vorsprung, rund 18 400 zu 15 800, wurde Susanne Ganster aus Erfweiler am Sonntag zur neuen Landrätin des Kreises Südwestpfalz gewählt. Sie tritt ihr Amt im Oktober an. Ihren Sitz im Landtag gibt sie dann an ihren B-Kandidaten Christof Reichert aus Hauenstein ab, der derzeit zweiter Kreisbeigeordneter ist. Die Verbandsbürgermeister im Zweibrücker Land, Jürgen Gundacker und Thomas Peifer, gehen davon aus, dass sie gut mit der neuen Kreisspitze zusammenarbeiten werden.

„Zunächst einmal: Herzlichen Glückwunsch an Susanne Ganster“, sagt Jürgen Gundacker (SPD), Bürgermeister der Verbandsgemeinde (VG) Zweibrücken-Land, zum Wahlausgang. Er macht aber auch keinen Hehl daraus, dass er als Sozialdemokrat gerne Peter Spitzer als neuen Landrat gehabt hätte: „Ich hätte mir gewünscht, dass das Ergebnis andersrum ausfällt.“ Es habe die Chance bestanden, dass ein SPD-Kandidat Landrat wird, und Peter Spitzer habe ein beachtliches Ergebnis eingefahren: „Wenn man sich das so ansieht, die 3,8 Prozentpunkte hätte man auch noch holen können“, sagte er zum Ergebnis 53,8 zu 46,2 Prozent. Allerdings räumte er ein, dass die Zusammenarbeit immer personenabhängig sei und weniger von der Parteizugehörigkeit bestimmt werde. Er kenne Susanne Ganster, habe mit ihr auf einer Arbeitsebene aber „noch nicht so viel zu tun gehabt“, sagte er. Aber er freue sich auf die Zusammenarbeit mit beiden. „Sie werden sich denken können, dass mich das freut“, sagte dagegen Thomas Peifer, Verbandsbürgermeister von Thaleischweiler-Wallhalben – wie Susanne Ganster CDU-Mitglied – zum Wahlausgang. Er schätze Susanne Ganster nicht nur als Politikerin, sondern auch als Mensch sehr. Gefreut habe er sich über den fairen Wahlkampf. Er habe mit dem Sieg gerechnet, räumte allerdings ein, dass er vor einiger Zeit mit einem deutlicheren Sieg gerechnet habe: „Ich habe von Anfang an gesagt, dass die Susanne das klar gewinnen wird.“ Gegen Ende habe man aber gemerkt, dass auch Peter Spitzer bei den Leuten ankomme, weshalb er seine Meinung revidiert habe und schon erwartet habe, „dass es nicht ganz deutlich wird“. Peter Spitzer habe als Neuling ein gutes Ergebnis erreicht, lobte er. In der VG Thaleischweiler-Wallhalben lagen beide Kandidaten fast gleichauf: Ganster gewann die VG mit 2943 zu 2921 Stimmen, also mit 22 Stimmen Vorsprung. Für Peifer keine Überraschung: Die beiden größten Orte der VG, Thaleischweiler-Fröschen und Rieschweiler-Mühlbach, seien nun mal eher SPD-Gemeinden, und dort habe Spitzer jeweils mit knapp 60 Prozent vorne gelegen. „Da braucht man schon vier bis fünf kleinere Orte, um das auszugleichen“, erklärt er. Welche konkreten Wünsche er nun an die künftiger Landrätin hat, wollte Peifer noch nicht verraten. Allgemein wünscht er sich, dass es offen weitergeht und dass man über alle Themen sprechen kann. Peifer ist zuversichtlich, dass er sowohl mit Susanne Ganster als Landrätin als auch mit Peter Spitzer als ihrem Stellvertreter gut zusammenarbeiten wird. Silvia Seebach, Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde Pirmasens-Land, freute sich, nun auch im Landratsamt eine Frau an der Spitze zu sehen. „Es gibt immer mehr Frauen in Führungspositionen“, so Seebachs Kommentar gestern. Die Verbandsbürgermeisterin hatte mit einem knappen Ergebnis gerechnet und zeigte sich dementsprechend froh über den Sieg ihrer Parteikollegin. Wobei Seebach betonte, auch mit Peter Spitzer nur gute Erfahrungen bei der Zusammenarbeit gemacht zu haben. Hoffnungen setzt Seebach auf die von Ganster angekündigten Veränderungen in der Kreisverwaltung. „Ich werde da vieles begrüßen“, meinte die Verbandsbürgermeisterin. Konkret erhofft sich Seebach, dass die Kreisverwaltung ihre „beratende Verpflichtung der übergeordneten Behörde“ besser wahrnehme. Darüber hinaus kann sie noch weiteren Bedarf an Änderungen im Umgang zwischen Verbandsgemeinden und Kreisverwaltung erkennen, wollte dies aber gestern nicht konkretisieren. „Ich bin gespannt auf die Zusammenarbeit, auch wenn ich das nur noch ein Vierteljahr erleben darf“, meinte lachend Verbandsbürgermeister Werner Becker, dessen Verbandsgemeinde Rodalben traditionell CDU dominiert ist. Dort konnte der Sozialdemokrat Peter Spitzer dennoch satte Mehrheiten einfahren. Das sieht Becker aber nicht als Trendwende. „Das war in erster Linie eine Personenwahl, und hier hat die Bekanntheit von Spitzer gezählt“, ist er überzeugt.

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