Forst
Eiche rettet Forsthaushalt in Waldfischbach-Burgalben
Im Bereich Lindenbrunnen, unweit der Schutzhütte, hat Wagner einen von zwei großen Hieben im Revier geplant, die nichts mit den großen Einschlägen zu tun haben, die der Borkenkäfer zu verantworten hat. In der Nähe der Lindenbrunnenhütte und in der Maiblumenhalde (nahe dem Hundeplatz) sollen die beiden regulären Einschläge dieser Tage starten.
„Waldfischbach-Burgalben hat bei mir im Revier ein absolutes Alleinstellungsmerkmal“, sagt Wagner, der für 2020 mit einem Plus von 18.600 Euro im Forsthaushalt rechnet. In den übrigen Gemeindewäldern, die zum Forstrevier Holzland gehören, werden rote Zahlen geschrieben. Auch in den Nachbargemeinden Heltersberg und Schopp, die ihr Holz über den Forstzweckverband Holzland vermarkten, fallen Defizite von 30.000 bis 40.000 Euro an.
Millionen-Verlust im Revier
Die Eichen bedingen das Alleinstellungsmerkmal. Rund 700 Festmeter werden eingeschlagen. Die bringen im Schnitt 100 Euro pro Festmeter und kosten in der Aufarbeitung, weil es keine anspruchsvollen Hiebe sind, rund 20 Euro. Es wird also ein guter Deckungsbeitrag erwirtschaftet, der hilft, die Defizite in anderen Bereichen abzumildern.
Vor allem der Borkenkäfer und seine Folgen verursachen die schlechte Lage im Revier, hat Wagner kürzlich erläutert. Vom positiven Ergebnis – 2019 spülte der Forsthaushalt 47.200 Euro in die Gemeindekasse, die dort umlagefrei die Finanzlage entspannen – und dem erwarteten Gewinn 2020 solle sich niemand täuschen lassen, warnte Wagner. Auch im Gemeindewald Waldfischbach-Burgalben richte der Borkenkäfer bereits großen Schaden an. Über sein gesamtes Revier, zu dem noch Geiselberg, der Hembach-Wald, Schmalenberg und Steinalben gehören, liege der Verlust im Millionenbereich, hat Wagner hochgerechnet.
Viel mehr Fichten gefällt
Dass 2019 in Waldfischbach-Burgalben, trotz der gesunkenen Preise für Kiefer und Fichte, ein positives Ergebnis erzielt wurde, „liegt schlicht und ergreifend daran, dass wir, bedingt durch den Käfer, mehr Fichten einschlagen mussten“, sagte Wagner. 1444 statt geplanter 138 Festmeter. Unumgänglich. „Mir wäre lieber, ich hätte die Fichten noch gesund als Holzvorrat im Wald stehen“, bekannte der Förster. Er steuerte nach, reduzierte bei anderen Baumarten die Einschläge und hält sich auch für dieses Jahr Reserven offen, um Käferschäden beseitigen zu können.
Die Auswirkungen des Käfers sind für jeden sichtbar, wenn der Wald nach den Sturmfolgen wieder gefahrlos betreten werden kann: Es gibt zahlreiche aufgeforstete Kahlfächen. Alles in allem habe er rund 9000 Laubbäume im Revier nachgepflanzt, überschlug Wagner am Mittwoch in der Ratssitzung, wo der Plan 2020 angenommen wurde. Durch einen EU-Zuschuss sei die Nachpflanzung von Laubbäumen die günstigere Variante. Darunter seien auch Schwarzkirschen, erläuterte Wagner. Diese seien für Bienen interessant. Forst sei eben der gesamtheitliche Blick auf die Natur.
Ratssplitter
Investitionen. Der Gemeinderat tagte am Mittwoch unter Leitung des Beigeordneten Roland Schumm (CDU) – Bürgermeister Michael Oestreicher (BWB) musste krankheitsbedingt passen – und beschloss die Prioritätenliste bei den Investitionen, die der Haupt- und Finanzausschuss empfohlen hat. Priorität haben der Straßenausbau, die weitere Umstellung auf LED-Technik bei den Straßenlampen und der Neubau des gemeindlichen Kindergartens in Burgalben. Den Grundsatzbeschluss für diesen Neubau fasste der Rat am Mittwoch endgültig.
Kulturprogramm und Feste. Mit einer Spende von 2500 Euro unterstützt die Sparkasse Südwestpfalz das Kulturprogramm der Gemeinde in der Spielzeit 2019/20. Das Programm gehört zum Arbeitsbereich des Beigeordneten Roland Schumm und „hat nichts mit dem Thema gemeindliche Feste zu tun“, sagte Schumm nach Fragen aus dem Rat. Für die gemeindlichen Feste – zum Beispiel das Bruchwissefeschd – ist der Bürgermeister zuständig. Lisa Mootz (SPD) hatte vorgeschlagen, die Termine der örtlichen Vereine – wie in anderen Gemeinden – in einem Jahreskalender und auf der Homepage zu veröffentlichen. Das erleichtere die Planung für weitere Events, sodass keine Termine kollidieren. Für das Bruchwissefeschd soll bald eine Planungssitzung anberaumt werden. Erste Gespräche zur Organisation des Festes habe der Bürgermeister schon geführt, informierte Alisha Oestreicher (BWB). In der Zeit, als die Feste noch in seinem Arbeitsbereich lagen, seien teils über 40 Vereine regelmäßig angeschrieben worden, berichtete Schumm. Sie sollten ihre Termine mitteilen. Der Rücklauf: niederschmetternd. „In der Spitze gab es mal vier Antworten“, zeigte Schumm auf.
Parkplatz Hirtenstraße. Ein Bauprojekt, das alle Grundstückseigentümer in Waldfischbach-Burgalben über wiederkehrende Beiträge mitfinanzieren, ist nun nicht nur baulich, sondern auch rechnerisch abgeschlossen: Die Erneuerung des Parkplatzes in der Hirtenstraße hat rund 103.000 Euro gekostet.