Kreis Südwestpfalz „Du sollst keine Bühne rocken, sondern Werbung machen“

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Verlegen steht der junge Mann auf der Bühne des Kramladens der Technischen Universität (TU). „Ihr müsst mehr Selbstvertrauen ausstrahlen“, sagt eine gut aufgelegte Katja Bach. Die Theaterpädagogin vom Pfalztheater gibt an diesem Nachmittag jungen und jung gebliebenen Gründern Tipps für den ersten Start-up-Slam in Kaiserslautern. Der geht nun übermorgen, Donnerstag, im Kramladen über die Bühne.

Etwa ein Dutzend Zuschauer, viele davon stehen einige Minuten später selbst auf der Bühne im stimmungsvoll beleuchteten Kramladen. Bach: „Ihr müsst senden. Wie ein Diamant, der immer glänzt.“ Sie will den meist bühnen-unerfahrenen Teilnehmern Selbstvertrauen geben, damit sie morgen möglichst unterhaltsam ihre Geschäftsidee vortragen können. Der Start-up-Slam ist eine Kooperation von Gründungsbüro und Start-up Westpfalz, dem Gründernetzwerk in Kaiserslautern. Ablaufen soll die Veranstaltung, der Name verrät es schon, ähnlich wie ein Poetry-Slam: Fünf Minuten Zeit pro Nase, um möglichst unterhaltsam alle wesentlichen Informationen des jeweiligen Produkts zu vermitteln. Für einige Teilnehmer gar nicht so einfach. Sieben Gründer stellen sich und ihre Ideen vor, alle sind zum Training gekommen. Namen und Unternehmen werden an dieser Stelle nicht verraten. „Ihr müsst selbstbewusst auf die Bühne gehen“, sagt Bach und macht’s gleich selbst vor. Den nächsten Kandidaten ahmt sie überspitzt nach: „Nicht so kritisch ins Publikum gucken“, rät Bach. Nach jedem Auftritt gibt’s Feedback aus der Runde: „Mehr das Positive herausstellen“, sagt einer, „Nicht ,ich’ sagen, lieber die Leute ansprechen“, gibt Bach als Tipp. Die Kandidatin ist etwas bedröppelt: „Ich rocke keine Bühne.“ Bach: „Musst Du auch nicht, Du willst ja Werbung machen.“ Es gibt auch Lob von der Fachfrau; manchen Teilnehmern merkt man an, dass sie nicht zum ersten Mal vor Publikum sprechen. Bach: „Die meisten haben einen universitären Hintergrund. Da lernt man, vor Gruppen zu sprechen, wenn man ein Referat hält.“ Allerdings sei es noch etwas anderes, statt wissenschaftlicher Texte zu verteidigen unterhaltsam zu sein. Einen besonders redseligen Slam-Teilnehmer muss Bach bremsen: „Denk daran, dass die Leute das erst verarbeiten müssen. Erzähl’ nicht zu viel, Du willst ja Dein Produkt verkaufen.“ Dazu darf’s am kommenden Donnerstag ruhig szenisch werden, findet Bach: „Bringt was zum Angucken mit. Das können auch Statisten sein.“ Für die Theaterpädagogin ist es die erste Zusammenarbeit mit dem Gründungsbüro, ein Pilotprojekt. „Ansonsten mache ich Teambuilding-Workshops oder Bühnen-Trainings“, erzählt sie. Von Arbeitnehmern und Schülern bis zu Studenten habe sie schon jede Gruppe trainiert – „das ist immer eine neue Herausforderung“. Am morgigen Donnerstag ist sie ebenfalls mit dabei: „Als Beistand für die Gruppe.“ Am Rand stehen Katharina Neitzel vom Gründungsbüro von TU und Hochschule, Anne Katharina Farle von Start-up Westpfalz und die Gründungslotsin der Stadt, Viktoria Speyerer. Gemeinsam organisieren sie den Start-up-Slam. Geht’s um Ablauffragen – etwa, ob Musik zwischen den Auftritten eingespielt wird –, schalten sich die Frauen ein. Das Konzept haben sie bei ähnlichen Veranstaltungen in Koblenz und in Mainz gesehen, „jetzt wollen wir hier die Massen unterhalten“. Dass gleich sieben Gründer mitmachen, damit hat das Trio nicht gerechnet. „Jetzt warten wir ab, wie die Veranstaltung vom Publikum angenommen wird“, sagt Farle. Kommt’s gut an, soll’s nicht der letzte Start-up-Slam gewesen sein. Vorbeikommen dürften alle Interessierten, nicht nur potenzielle Investoren. Spaß und nette Gespräche mit Gleichgesinnten sollen im Vordergrund stehen. Info Start-up-Slam, morgen, 19 bis 23 Uhr, im Kramladen der TU. Eintritt ist frei. Infos unter www.startup-westpfalz.de | bgi

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