Ludwigswinkel RHEINPFALZ Plus Artikel Diorama: Besucheransturm auch aus Frankreich

Die Erbauer Albert Wolf und Norbert Ernst (Bildmitte) sowie Timo Conrad (Dritter von rechts) stießen bei den Besuchern auf große
Die Erbauer Albert Wolf und Norbert Ernst (Bildmitte) sowie Timo Conrad (Dritter von rechts) stießen bei den Besuchern auf großes Interesse für ihr Diorama.

Das Diorama des französischen Truppenübungslagers „Camp de Ludwigswinkel“ von 1931 lässt ein Stück Ortsgeschichte wieder lebendig werden. Zur Einweihung kamen überraschend so viele Besucher, dass die Macher mit den Führungen kaum hinterherkamen.

Das Modell im Maßstab 1:160 und die Führungen haben sich am Wochenende als Publikumsmagnet erwiesen. Nach der offiziellen Einweihung am Freitagabend mit zahlreichen geladenen Gästen gab es am Samstag einen Tag des offenen Tors. Für diesen Tag waren stündliche Führungen zwischen 10 Uhr und 16 Uhr geplant. Doch das Interesse der Besucher überstieg bei Weitem die Erwartungen: Schon gegen 11 Uhr war klar, dass man die strikten Zeiten nicht würde einhalten können. Die Erbauer Albert Wolf, Norbert Ernst und Timo Conrad, unterstützt von Bürgermeister Sebald Liesenfeld, boten im Wechsel immer dann Führungen an, wenn sich eine Gruppe Besucher eingefunden hatte. Weit über die Region hinaus hatte sich das Diorama herumgesprochen, nicht zuletzt dank einer Reportage im Südwestfernsehen, in dem das Modell zu sehen war.

In 28 Stunden ist ein Haus gedruckt

Auch den 3D-Drucker, mit dem die Häuser gefertigt worden sind, konnten Besucher bei der Arbeit beobachten. „Ein Haus zu drucken, dauerte etwa 28 Stunden“, informierte Timo Conrad die Besucher. Er arbeitet beruflich mit 3D-Druckern und hat Wolf und Ernst unterstützt. „Gegen 19 Uhr haben wir die letzten Besucher verabschiedet“, berichtete der Bürgermeister. Den Modellbauern, die in zwei Jahren Arbeit das 18 Quadratmeter große Diorama erschaffen hatten, war anzumerken, wie viel Freude es ihnen machte, die Besucher an ihrem Wissen über das Camp teilhaben zu lassen und mit anderen Modellbauern zu fachsimpeln.

Viele Besucher kamen aus dem angrenzenden Lothringen und dem Elsass. Im lothringischen Sturzelbronn hatte man für die Eröffnung des Dioramas mit örtlichen Werbeanzeigen Reklame gemacht. „Ich war wirklich erstaunt, wie viel Interesse von den Franzosen kam, damit hatte ich nicht gerechnet“, sagte Wolf. Der Verein Generation Luwi, der beim Renovieren des Lokschuppens schon kräftig mitgeholfen hatte, sorgte beim Tag des Offenen Tors für das leibliche Wohl. Auch viele Helfer waren gekommen, um sich das fertiggestellte Werk anzuschauen. „Wir wurden immer wieder von unterschiedlichen Leuten unterstützt. Wer vorbeischaute, brachte sich irgendwie ein, das war eine tolle Gemeinschaftserfahrung“ sagte der Bürgermeister.

Für Gruppen soll es in Zukunft nach Absprache Führungen geben, möglicherweise mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Auch an eine Übersetzung ins Französische ist gedacht. „Wir sind sehr froh über das Interesse unserer französischen Nachbarn, die grenzüberschreitenden Beziehungen zu pflegen, ist uns ein echtes Anliegen“, betonte Liesenfeld.

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