Rieschweiler-Mühlbach RHEINPFALZ Plus Artikel Die erste Bambini-Wehr legt los

Werbetag für die Bambinifeuerwehr Rieschweiler-Mühlbach, 23.7.21:
Werbetag für die Bambinifeuerwehr Rieschweiler-Mühlbach, 23.7.21:

Am Freitag kamen 40 Kinder mit ihren Eltern zur Feuerwehr nach Rieschweiler, um sich über die neue Bambini-Wehr zu informieren, Feuerwehrautos zu bewundern und das Löschen zu üben. Die Bambini-Feuerwehr soll im August in Rieschweiler-Mühlbach starten. Geleitet wird sie dann vom ehemaligen Jugendwart Mario Kuhn.

Herr Kuhn, wann startet die Bambini-Feuerwehr in Rieschweiler-Mühlbach denn genau? Einige Kinder können es ja kaum erwarten…
Am 20. August ist der erste Übungsabend. Dann geben wir auch die T-Shirts aus für die Bambini-Wehr, am Freitagabend. Die Übungen für die Bambini finden zweiwöchentlich statt, immer in den ungeraden Wochen. Kinder ab sechs Jahren sind willkommen. Die offizielle Gründung möchten wir mit dem Spatenstich fürs neue Feuerwehrhaus Rieschweiler-Mühlbach verbinden, weil das ein historisches Erlebnis ist. Wann der ist, steht aber noch nicht fest, Ende August irgendwann.

Dieses Jahr?
Ja, dieses Jahr. Die Firmen sind beauftragt. Es gibt sogar einen Termin für die erste Einweisung. Wenn der Verbandsbürgermeister aus dem Urlaub zurück ist, wird der Spatenstich vollzogen.

Warum gründen Sie eine Bambini-Wehr? Haben Sie zu viel Zeit?
(lacht) Ich wollte das eigentlich schon vor zwei Jahren machen, habe dann aber den Industriemeister gemacht und die Bambini-Wehr deshalb verschoben. Erstens brauchen wir Nachwuchs. Die Jugendfeuerwehr in Rieschweiler ist nicht mehr so stark wie sie einmal war. Derzeit hat sie 15 Mitglieder. Dazu kommt, dass mein Sohn soweit ist, dass er bald zu den Bambini kommt. Und ein gemeinsames Hobby mit dem Sohn zu haben, das ist echt cool.

Sie haben mit Ansturm gerechnet, aber nicht mit soviel. Wie viele Kinder sind denn heute da?
So um die 40 Kinder sind bis jetzt gekommen, die sich für die Bambini-Wehr interessieren. Wir haben die ersten Interessenten schon aufgeschrieben. Die Obergrenze sind 30 Kinder, mehr geht nicht. Betreuer haben wir genug, aber mit 50 Kindern auf einmal zu arbeiten, ist echt spektakulär. Wenn wesentlich mehr Bedarf wäre, würden wir eventuell eine zweite Gruppe machen.

Da war eben eine Mutter mit Kind aus Pirmasens, weil es in Pirmasens anscheinend keine Bambini-Wehr gibt. Aber die Neugründung richtet sich in erster Linie an Kinder aus Rieschweiler-Mühlbach?
Genau. Wir sind die erste Bambini-Wehr in der Verbandsgemeinde. Es ist halt Aufwand. Kleine Kinder sind natürlich anstrengender als Teenager. Und man braucht jemanden, der das begleitet.

Es gab in einigen Löschbezirken, etwa im Zweibrücker Land, schon Versuche, eine Bambini-Wehr zu gründen.
In Dellfeld gibt es eine. Die Verbandsgemeinde ist der Träger, die muss eine Bambini-Wehr genehmigen. Bei uns ist dafür der Erste Beigeordnete, Heino Schuck, zuständig. Er war begeistert und hat es bewilligt.

Die Aktiven der Feuerwehr unterstützen Sie auch?
Natürlich. Wir sind eine tolle Gemeinschaft und halten zusammen. Wir packen gemeinsam an. Aus den Reihen der Aktiven habe ich zehn, zwölf Betreuer herausfiltern können, die mir helfen. Zudem hat sich die Ehefrau eines Feuerwehrmannes bereit erklärt, uns zu unterstützen. Sie ist Erzieherin. Das ist genau das, was wir brauchen. Sie tritt mit ihrer Tochter in die Feuerwehr ein. Alle Bambini müssen auch in die Feuerwehr eintreten, alleine schon wegen des Versicherungsschutzes. Es sind Mädchen und Jungs dabei.

Was machen die Kinder heute hier?
Wir haben Spiele aufgebaut. Da hinten müssen sie mit einem Becher durch einen Parcours laufen, der mit Wasser gefüllt ist, und am Ende eine Kerze damit löschen. So versuchen wir, spielerisch Brandschutzerziehung zu machen. Wir haben einen Sponsor gefunden, der uns unter die Arme greift, der spendet für alle Kinder T-Shirts in auffälligen Farben. Später werden wir noch Regenjacken besorgen. Allein die T-Shirts sind natürlich schon ein Anreiz. Dann schauen wir mal, was die Verbandsgemeinde noch bezuschusst.

Sie springen finanziell jetzt ins kalte Wasser?
Nein, nicht ganz, das kriegen wir schon hin. Wir haben ja noch den Förderkreis der Feuerwehr Rieschweiler-Mühlbach, der uns unterstützt. Die Eltern der Bambini bekommen mit der Anmeldung ihrer Kinder automatisch einen Mitgliedsantrag für den Förderkreis. Da versprechen wir uns auch ein wenig Zulauf. Das kostet nur zwölf Euro im Jahr, das tut keinem weh.

Wenn Rieschweiler-Mühlbach die erste Bambini-Feuerwehr hat, hoffen Sie auf Nachahmer bei anderen Feuerwehren?
Ja, klar. Der Bedarf scheint ja da zu sein. Wenn andere Feuerwehren das nachmachen, könnten die Kinder, die bei uns angefragt haben, aber nicht aus der Gemeinde kommen, vielleicht dort unterkommen. Ziel ist es, dass wir die Kinder früh an uns binden und über die Jugendfeuerwehr dann später in den aktiven Dienst übernehmen können. Der demografische Wandel ist ja bekannt. Wir sind eine recht junge Truppe, die früh mit einer eigenen Jugendfeuerwehr begonnen hat. Ich glaube, wir haben 1988 oder 1989 die Jugendwehr gegründet. Da war ich ja selbst lange Jugendwart. Und jetzt gehen wir den nächsten Schritt.

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