Herschberg
Der Weg in die Fasnachtsgarde ist von Oma und Mama vorgezeichnet
Wenn die vier Jahre alte Lilly manchmal von ihrer Oma zum Training der Minigarde gebracht wird, erinnert sich diese öfter an ihre eigene Jugend als Gardetänzerin bei den Herschberger Narren. Lilly Huber ist aber nicht die einzige von den 14 Mädchen und zwei Jungs, deren Muttis oder Omas schon beim Carnevalsverein auf der Sickingerhöhe das Tanzbein geschwungen haben. Insgesamt fast 90 Jugendliche zwischen vier und 23 Jahren haben zurzeit in Herschberg Spaß am Tanztraining und den Auftritten in der Kampagne.
Die blonde Lilly vertritt sogar schon die dritte Generation der Familie in der Herschberger Fasnacht. Außer Omi Liane hat auch Mama Laura viele Jahre in verschiedenen Garden des Vereins getanzt und war zeitweise Trainerin der Juniorengarde. Ungewöhnlich ist es allerdings, dass beide jeweils eine Kampagne lang als Tollitäten an der Spitze der Narrenschar standen, als Liane I. im Jahr 1980 und Laura I. als 50. Karnevalsprinzessin in Herschberg in der Session 2011.
Die Oma als Trainerin
„Wie einen Sack voller Flöhe hüten“ – so beschreibt Bärbel Juner das Training, wenn sie den Kleinsten in der Minigarde die ersten Tanzschritte beibringt. Auch bei ihrer Familie haben die Fasnacht und speziell der Karnevalstanz Tradition. Selbst früher in der rot-weißen Uniform auf der Bühne, war sie 1985 die 24. Tollität der Herschberger Narren und hat dieses Amt 2012 an ihre Tochter als Lisa I. weitergegeben. Deren kleiner Sohn Lucca ist jetzt mit Spaß bei den munteren Minis dabei, wenn sie von seiner Oma trainiert werden.
Als Ingrid I. Karnevalsprinzessin war, steckte die Fasnacht auf der Höhe noch in den Kinderschuhen. Sie hat in der Funkengarde getanzt, lange bevor es die Kinder- und Jugendgarde gab und dann 1974 als Tollität das närrische Zepter geschwungen. Nachdem Ingrid Schäfer kein Töchterchen hatte, musste sie auf Enkelin Hanna warten, die sie jetzt gerne wöchentlich zu den Proben der Minigarde bringt.
Tänzerin, Trainerin, Prinzessin
Auch die beiden entzückenden Jugend-Mariechen Nele Meyer und Leni Rutz treten in die Fußstapfen ihrer früher ebenfalls tanzenden Mütter. Miriam Rutz, deren zweite Tochter Zoe Sophie ebenfalls den Tanzsport betreibt, war nicht nur Tänzerin und Gardetrainerin bei den Herschberger Narren sondern auch die 44. Prinzessin zum Vereinsjubiläum. Mutter zweier kleiner quirliger Gardistinnen ist auch Julia Probst, die 2007 über die Narrenschar regierte und viele Jahre selbst die Gardeuniform trug.
„Die Reihe ließe sich noch weiter fortsetzen“, sagt Heike Leitl, die Jugendleiterin und auch Trainerin bei den Herschberger Narren ist. Sie weiß von fast 20 Gardemitgliedern in zweiter oder gar dritter Generation. Neben der Minigarde hat der Verein noch vier weitere Tanzgruppen im Jugendbereich, nämlich die „Grashüpfer“, „Tanzmäuse,“ Junioren- und Funkengarde sowie sechs flotte Tanzmariechen, die auf hohem Niveau über die Bühne wirbeln.