Kreis Südwestpfalz Der ganze Saal singt „Wa, Wa, Wa, Wa, Waterloo“

Ganz nah am Vorbild: Kirsty Cameron und Claire Trusson (Foto) lassen mit Sebastian Gurgel und Adam Fletcherdas schwedische Quart
Ganz nah am Vorbild: Kirsty Cameron und Claire Trusson (Foto) lassen mit Sebastian Gurgel und Adam Fletcherdas schwedische Quartett Abba auferstehen.

Die Generation Abba kam am Samstagabend in der Zweibrücker Festhalle bei „The Concert Show – Abba-Gold“ voll auf ihre Kosten. Die Besucher ließen sich gern zurückbeamen in die Zeit, als die schwedische Popgruppe Europa eroberte. Begeistert fielen sie in die bekannten Songs mit ein. Ohne Zugabe durften die Sängerinnen und Musiker am Ende nicht von der Bühne.

Fast alle Plätze waren besetzt, eventuell hatte der Schneefall einige Fans abgehalten. Die Organisatoren von „Abba-Gold“ haben ihre Show perfekt ausgeklügelt. Alles ist stimmig: die Licht- und Soundeffekte, der Bühnenaufbau mit Showtreppe, die Akteure selbst. Tatsächlich scheinen Agnetha, Frida, Björn und Benny mit Kirsty Cameron, Claire Trusson, Sebastian Gurgel und Adam Fletcher präsent zu sein. Sie singen und tanzen nicht nur wie einst die Originale, sondern sie tragen auch die glamourösen Kostüme, welche die Schweden ebenfalls berühmt machten. Noch ist alles dunkel, die Spannung steigt. Da schwappt eine Soundwelle von der Bühne in den Raum. Die runde Videoleinwand links oben, die immer wieder den Namen der Show oder passende Bilder zeigt, vibriert. Es kracht und donnert. Gewollt oder ungewollt? Egal. Aus dem Off ist – so scheint es − die Originalstimme vom European Song Contest, damals noch Grand Prix Eurovision de la Chanson genannt, 1974 in Brighton zu hören: „The winner is Abba!“. Und schon rockt der Siegerhit die Festhalle. „Waterloo“ stimmen die Protagonisten an, „Wa, Wa, Wa, Wa, Waterloo“ singt der ganze Saal. Benny spielt die weiße, gezackte E-Gitarre, Björn auf dem weißen Flügel, die Sängerinnen stürmen auf ihren silbernen Plateaustiefeln zum Bühnenrand. Ein Ohrwurm jagt den nächsten, fordert besonders die Frauen, die nicht zuletzt durch die perfekt einstudierte Choreografie bestechen. Dem aufwärmenden Intro folgt „Voulez vous“. Mitklatschen ist angesagt. Zunächst noch etwas zögerlich, fallen später immer mehr Besucher mit ein. Benny, der obendrein als Moderator fungiert, fordert zum Mitmachen auf, zum Singen, Klatschen und Tanzen. Und wer an diesem Abend mit dem Handy Bilder schießt, solle sie doch „bitte auf Facebook posten“. Die Gruppe freue sich über jede Rückmeldung. Dem eher ungewöhnlichen Aufruf folgen viele. Die Hände gehen in die Höhe; es bildet sich ein Meer aus wogenden Armen: „Lay All Your Love on Me“, tönt es aus unzähligen Kehlen. Mit „Eagle“, „Fernando“ und „The Winner Takes It All“, bei dem Cameron als Solistin brilliert, schließen sich etwas ruhigere Titel an. Die Mischung ist gelungen. In dem supersexy Kimono-Outfit der Sängerinnen – später ziehen sie sich wieder eine lange Hose über − wird die heiße „Summer Night City“ selbst im Saal spürbar. Die Lichtkegel rücken jeweils Vorsänger und Instrumentalisten in den Fokus oder unterstreichen ideal die Melodieführung. Derweil fliegen auf der Videoleinwand nächtliche Straßen der Stadt vorbei. Jedes Detail ist durchdacht. Spätestens bei „Ring, ring“ hält es fast keinen mehr auf dem Sitz. Dass die Musiker ihr Metier verstehen, wird bei „When I Kissed the Teacher“ deutlich; sie verzichten auf elektronischen Sound. Die weiße E-Gitarre hat Gurgel mit einer traditionellen getauscht, spielt sie meisterhaft. Später werden Christoph Dubbel (Bass) und Sven Zumbrock (Schlagzeug), die ansonsten meist im Hintergrund bleiben, mit Soli ihr Können zeigen. Fletcher dreht derweil das weiße Klavier zum Publikum, traktiert vollendet die beleuchteten Tasten. Die Show rast voran. Ja, alle haben viel Spaß, bestätigen die Besucher Fletchers Frage. Sie und die Akteure fühlen und handeln „The Way Old Friends Do“, wie alte Freunde. Mit dem Discohit „Dancing Queen“ beginnt das Finale. Das ruhige „I Have a Dream“ entlässt die enthusiastischen Zuschauer in die kalte Nacht. Der frenetische Applaus hallt noch lange nach.

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