Schmitshausen RHEINPFALZ Plus Artikel Der erste Storch in Schmitshausen

Fühlt sich wohl auf seinem Mast: der Storch in Schmitshausen.
Fühlt sich wohl auf seinem Mast: der Storch in Schmitshausen.

Das gab es noch nie: Ein Storch in Schmitshausen. Bereits im vergangenen Jahr saß immer wieder ein Storch auf dem neuen Feuerwehrhaus, das am Ortsausgang Richtung Wallhalben steht. Umgeben von Feldern und Wiesen, fand der Storch das Dach des Feuerwehrhauses wohl einen guten Aussichtspunkt bei der Nahrungssuche. Da haben die Feuerwehrmänner gehandelt.

„Keiner der älteren Dorfbewohner, mit denen ich gesprochen habe, erinnert sich daran, dass jemals ein Storch in Schmitshausen gebrütet hat“, sagt Feuerwehrmann Christian Kühn. Doch jetzt scheint es bald soweit zu sein. Florian, wie sie den Schmitshauser Storch in Anlehnung an den Namen des Feuerwehr-Schutzpatrons nennen, war im vergangenen Sommerhalbjahr regelmäßiger Gast auf dem Dach des neuen Feuerwehrhauses am Ortseingang in Richtung Wallhalben. „Und er hat dort ordentlich alles zugesch….“, wie Christian Kühn sagt.

Daraus stand die Idee, dem Tier ein eigenes Nest zu bauen, damit es ihm weiterhin in Schmitshausen gefällt. Also besorgte Christian Kühn einen alten, zwölf Meter hohen Holzmast der Pfalzwerke und baute zusammen mit seinem Freund Matthias Bauer in der Garage seines Vaters Helmut einen passenden Nestkorb aus Obstkistenholz.

Nest in drei Tagen gebaut

Nach drei Tagen war das Nest fertig. Den Boden bedeckten die Tierschützer mit Heu. Am 11. August 2020 schließlich stellten die beiden den hohen Mast mit Hilfe des Baggerfahrers Ralf Rabung mit Abstand zum Feuerwehrhaus und mit Blick in die Wiesen auf.

Über Winter flogen die Störche in den Süden, doch im Frühjahr kamen die gefiederten Tiere wieder, und zwar mit Wucht. „Vergangene Woche habe ich auf den Wiesen neben dem Feuerwehrhaus und gegenüber dem Feuerwehrhauses 55 Störche auf einmal gezählt“, erwähnt Christian Kühn, der Schmitshauser Storchenvater.

Störche brüten noch nicht

Im Nest sitzen tagsüber oft zwei Störche, die allerdings immer wieder ins Wallhalber Tal fliegen zur Nahrungssuche. Brüten würden sie nach Auskunft eines Storchenexperten, den Kühn zurate gezogen hat, in diesem Jahr jedoch wohl noch nicht. „Die bereiten das Nest vor für das kommende Jahr“, zitiert Kühn den Storchenexperten aus Theisberg-Stegen.

Doch allein die Anwesenheit der Störche in Schmitshausen ist schon erstaunlich, verfügt die Gemeinde doch nicht einmal über einen Bach in der Ortslage. „Aber die Wiesen sind feucht“, weiß der Schmitshauser Feuerwehrmann Christian Kühn, weshalb auch Störche aus der Umgebung regelmäßig rund ums Feuerwehrhaus landen.

Vorgaben für den Nestmast

Beim Aufstellen des Mastes galt es, spezielle Vorgaben einzuhalten. So durfte der Boden laut Ralf Rabung nicht zu stark verdichtet werden, damit das Wasser versickern kann und der Holzmast nicht anfängt zu faulen. Deshalb ist der Storchenmast auch nicht einbetoniert, sondern steht aufrecht in einem Kanalrohr, das von Splitt umgeben ist. „Die Firma Staab hat uns mit dem Bagger unkompliziert ausgeholfen“, freut sich Kühn.

Er ist sich sicher, dass jetzt die Geburtenrate im Dorf steigen wird. Auch, wenn das Storchenpaar vielleicht erst im kommenden Jahr Nachwuchs bekommt. Als gutes Omen gilt es jetzt schon, dass die Großvögel das Nest angenommen haben.

Direkt neben dem Feuerwehrhaus in Schmitshausen haben Christian Kühn (rechts) und sein Mitstreiter ein Storchennest aufgestellt,
Direkt neben dem Feuerwehrhaus in Schmitshausen haben Christian Kühn (rechts) und sein Mitstreiter ein Storchennest aufgestellt, in dem sich ein Tier niedergelassen hat,
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