Waldfischbach-Burgalben RHEINPFALZ Plus Artikel Blumenhaus Mantel: „Floristik ist unsere Leidenschaft“

Das Team um Betriebsleiterin Welga Littig (hinten Mitte), inklusive Hundedame Lilly, zaubert kreative Sträuße und passende Acces
Das Team um Betriebsleiterin Welga Littig (hinten Mitte), inklusive Hundedame Lilly, zaubert kreative Sträuße und passende Accessoires.

Aktuell blüht der Sommer in Waldfischbach-Burgalben. Was die Herzen von Blumenfreunden höher schlagen lässt, präsentiert hier das Team vom Blumenladen Thomas Mantel.

„Floristik ist unsere Leidenschaft“, sagt das Team vom Blumenladen Thomas Mantel. Das Angebot ist noch viel umfassender und die Firmenkonstruktion eine Besondere. Alteingesessen ist das Blumen- und Pflanzenfachgeschäft mit angrenzender großer Freifläche und Gewächshaus in der Hauptstraße 151 in Waldfischbach-Burgalben. Eine feste Institution, so beschreibt die AQA des ASB mbH den Betrieb, den sie 2017 von Namensgeber Thomas Mantel übernommen hat. Es ist einer von fünf Integrationsbetrieben der Tochtergesellschaft des ASB. Auf dem ehemaligen Gärtnereigelände ist auch eine Wohngruppe der GHG Pfalzblick im ASB untergebracht.

Das Blumengeschäft wird selbstständig geführt. „Der Betrieb muss sich komplett selbst tragen“, sagt Betriebsleiterin Welga Littig. Seit 2018 leitetet sie den Betrieb mit zwölf Mitarbeitern. Für sie war es eine Rückkehr zu ihren beruflichen Wurzeln. „Ich habe hier vor 25 Jahren meine Ausbildung gemacht“, erzählt die Floristin, während sie an einem großen Kranz arbeitet, der repräsentativ ist „und einfach Freude macht, wenn man hinschaut“, sagt Littig. Das sei das Tolle am Beruf. „Wir arbeiten mit Dingen, die den Menschen Freude bereiten“, sagt sie. „Floristen bilden die Natur nach, bringen sie ins Haus.“

Kunden mit Fachwissen beraten

Das Fachwissen und die kreativen Ideen der langjährigen Mitarbeiter wissen die zahlreichen Stammkunden zu schätzen. Die Kunden kommen aus einem Umkreis von etwa 30 Kilometern nach Waldfischbach-Burgalben. Leidenschaft und Fachwissen zeigen sich schon bei der Präsentation der Beetblumen vor dem Geschäft, die den Sommer zum Blühen bringen. Die werden so arrangiert, dass Kunden Ideen bekommen, wie ein Beet bepflanzt werden kann. Das Fachwissen, welche Blumen, Sträucher, Stauden sich gut vertragen, welche hitzeverträglich sind, welche Schatten vertragen, geben die Mitarbeiter gerne weiter. „Das ist ein großer Vorteil, dass wir dieses Wissen haben“, sagt Littig mit Blick auf den Wettbewerb, der sich rund um das Thema Blumen und Pflanzen in den vergangenen Jahren erheblich verändert hat. Das zeige sich deutlich daran, dass es immer weniger Blumenfachgeschäfte in den Orten gibt.

Die Fachleute stehen mit Rat und Tat zur Seite, damit sich die Pflanzen in den heimischen Gärten gut entwickeln können.
Die Fachleute stehen mit Rat und Tat zur Seite, damit sich die Pflanzen in den heimischen Gärten gut entwickeln können.

Um im Wettbewerb zu bestehen, ist neben dem Fachwissen, den kreativen Ideen, die handwerklich perfekt umgesetzt werden, erstklassige Qualität bei Blumen und Pflanzen ein wichtiger Faktor. „Bei uns bekommen die Kunden nur Rosen aus Ecuador“, sagt Littig. Die seien etwas teurer – sie werden in der Regel frisch eingeflogen – zeichnen sich aber durch vollere Blüten und Langlebigkeit aus. Einmal pro Woche fährt Littig selbst sehr früh auf den Blumengroßmarkt nach Mainz, bringt frische Blumen und Ideen mit. Schnittblumen werden etwa aus Holland geliefert. Daraus werden im Blumenhaus Sträuße nach Wunsch gefertigt. Über den bundesweiten Fleurop-Service sind diese auch bestell- und lieferbar. Hier sind die Kenntnisse der Mitarbeiterinnen gefragt. „Es ist nicht umsonst ein dreijähriger Ausbildungsberuf“, unterstreicht Littig. Sie freut sich, dass im Blumenhaus Mantel aktuell wieder eine Floristin ausgebildet wird. Das Interesse an der Ausbildung hat – wie in vielen handwerklichen Bereichen – nachgelassen. „Das ist schade. Es ist so ein toller Beruf, gerade für junge, kreative Menschen“, bedauert Littig. Der Blumenladen ist Ausbildungs- und Inklusionsbetrieb. Das Miteinander mit den Bewohnerinnen der Wohngruppe sei sehr gut. Waren, die diese fertigen, werden zum Beispiel im Geschäft angeboten.

Keine Gärtnerei mehr

Es gibt im Blumenhaus aber auch Kräuter und Gemüse wie Tomatenpflanzen verschiedenster Art und Salatsetzlinge. Im großen Foliengewächshaus hinter dem Blumenladen schlägt das Herz der Hobbygärtner höher, die sich selbst versorgen wollen. „Die Ware beziehen wir von Gärtnern aus der Region“, sagt Littig. Zum Beispiel von Gärtnereien aus Mannheim.

Als Otto Mantel den Betrieb in der Hauptstraße im Jahre 1951 eröffnete, war es eine klassische Gärtnerei. Auch als Sohn Thomas das Geschäft übernommen hatte, spielte der Gärtnereibereich noch eine größere Rolle. „Eine Gärtnerei sind wir nicht mehr“, erläutert Littig. Aber Pflanzen wie Olivenbäume – teils in beeindruckender Größe – Sträucher und Stauden, Ahorn, Kiefer, Eukalyptus und vieles mehr „gibt es bei uns“, sagt Littig. Um die Pflanzen werde sich tagtäglich intensiv gekümmert.

Mehr Sichtbarkeit dank Sozialen Medien

Nachgefragt ist auch das Angebot der Dauergrabpflege, den das Blumenfachgeschäft Mantel anbietet. Auf verschiedenen Friedhöfen in der Region ist man tätig, kümmert sich regelmäßig um die passende Grabbepflanzung, die Bewässerung. Es ist ein Geschäftsbereich, der dem Blumenladen Kunden bringt, „die zum Beispiel in den USA leben“, erzählt Littig schmunzelnd. Das funktioniere gut. Unter anderem dank der Sozialen Medien, die auch Auswirkungen haben, was die Nachfrage betrifft. In vielen aktuellen Brautsträußen ist zum Beispiel kein Grün gefragt. Aber auch sehr natürlich wirkende Sträuße, in denen Wildblumen zu finden sind, stehen bei Kundinnen hoch im Kurs. „Die Männer kaufen eher noch klassisch Rosen“, verrät Littig.

Die Sozialen Medien werden für den Blumenladen wichtiger. Aktuell wird eine komplett neue Internetseite vorbereitet und die Präsenz auf Plattformen wie Instagram ist ein Thema, damit das Blumengeschäft Mantel auch in Zukunft für Kunden präsent ist.

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