Kreis Südwestpfalz Bechhofen schrumpft

Um dem Bevölkerungsschwund begegnen zu können, müssten in Bechhofen neue Bauplätze ausgewiesen werden, sagte Bürgermeister Paul Sefrin am Montagabend beim Neujahrsempfang des CDU-Ortsvereins. Was einen möglichen Wechsel Bechhofens in eine andere Verbandsgemeinde oder in einen anderen Kreis betrifft, setzt Sefrin auf den Faktor Zeit.
„Wir haben uns informiert, ob und unter welchen Voraussetzungen uns ein Wechsel Chancen bringen würde“, sagte Sefrin mit Blick auf die in der Nachbarschaft mögliche Fusion der Verbandsgemeinden Bruchmühlbach-Miesau, Waldmohr und Schönenberg-Kübelberg. Einen Anlass zum Handeln sieht er dadurch nicht. „2016 ist Landtagswahl, da muss man abwarten, wie sich das Umfeld entwickeln wird“, bemerkte er und verwies auf die Diskussion zur Einkreisung der Städte Zweibrücken und Pirmasens, aber auch die für 2019 avisierte Kreisreform. „Die Fraktionen im Ortsgemeinderat werden die Entwicklung beobachten“, merkte er an. „Wir sind gerne Mitglied und Partner in den übergeordneten Kommunen. Unseren Ideen und Kräften sind wegen der Haushaltslage aber Grenzen gesetzt“, bemerkte er. Handlungsbedarf sieht Sefrin in einem anderen Bereich. Seit 2004, als Bechhofen rund 2300 Einwohner mit Erstwohnsitz zählte, sei die Einwohnerzahl rückläufig. 2014 seien es 187 Einwohner weniger, sagte Sefrin. „Das sollte uns nachdenklich machen, wir müssen uns überlegen, wie wir mit dieser Situation umgehen“, fügte er an. Bechhofen sei eine attraktive Wohngemeinde, „es gibt eine Nachfrage nach Bauland, die nicht abgedeckt werden kann“, sagte der Bürgermeister. 2009 hatte der Gemeinderat die Planungen zum Baugebiet Zwerchfeld/Hannsmannsthal gestoppt, weil eine Erschließung zu teuer geworden wäre. „Es gibt im Dorf 40 Baulücken, die sind aber unverkäuflich“, betonte Sefrin, dass es nur mit einem neuen Baugebiet gelingen werde, die Abwanderung zu stoppen. „In Kürze werden wir uns im Gemeinderat mit unseren bauplanerischen Absichten beschäftigen“, sagte er. Landrat Hans Jörg Duppré, der nach dreijähriger Pause wieder Gast des Empfangs war, griff ebenfalls das Thema Kommunal- und Verwaltungsreform auf. „Wir können das mit relativer Gelassenheit sehen und abwarten, was 2016 passiert“, sagte er. Der demografische Wandel sei eine große Herausforderung für die Kommunen. „Wir müssen die Infrastruktur aufrecht erhalten, trotz weniger werdender Menschen. Die Kosten für die Vorhaltung werden deutlich höher“, bemerkte der Landrat und sagte, dass die Kooperationen im Bereich der Schulen und Kindertagesstätten, aber auch im Sportbereich unerlässlich seien. „Wir müssen aufpassen, dass wir nicht in Gefahr geraten, deutlich abgehängt zu werden“, sagte er mit Blick auf mögliche Folgen des Bevölkerungsschwundes. Wichtig sei es, dass man miteinander kooperiere, wenn man etwas auf den Weg bringen möchte, innerhalb der Gemeinde und außerhalb. Duppré erinnerte an die Einweihung des Bechhofer Dorfgemeinschaftshauses 1980, „damals war die Einigkeit in Bechhofen nicht so groß. Ich glaube, dass sich die Verhältnisse so verändert haben, dass wir einsehen, dass wir mit solchen Konfrontationen nicht weiterkommen“, bemerkte er. Schon zu Beginn des Empfangs hatte Angelika Küttner, die Vorsitzende des CDU-Ortsvereins, betont, gemeinsam mit der örtlichen SPD etwas für das Dorf bewegen zu wollen. Die Themen Einigkeit und Gemeinsamkeit waren der rote Faden ihrer pointierten Ansprache, in der sie bedeutende und eher beiläufige Ereignisse des Jahres 2014 zusammenfasste. „Teamwork teilt die Aufgaben und verdoppelt den Erfolg“, sagte Angelika Küttner. (daa)