Kreis Südwestpfalz Bambini-Wehr soll helfen

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Die Nachwuchsgewinnung der Feuerwehren im Landkreis war Thema der Delegiertenversammlung des Kreisfeuerwehrbandes Südwestpfalz am Freitag im Dorfgemeinschaftshaus Höhfröschen. Sowohl Vorsitzender Werner Oster (Geiselberg) als auch die stellvertretende Kreisjugendfeuerwehrwartin, Carmen Schefsky (Heltersberg), regten eine Bambini-Feuerwehr an.

In seinem Grußwort stellte Landrat Hans Jörg Duppré fest, dass den Freiwilligen Feuerwehren Umstrukturierungen bevorstünden. Dem Ehrenamt komme größte Bedeutung zu. „Wir müssen über ganz neue Arten der Kooperation nachdenken“, forderte Duppré. Dies setze den Kooperationswillen der Führungskräfte der einzelnen Wehren voraus. Kreisfeuerwehrinspekteur Stiven Schütz informierte, dass seine beiden Stellvertreter, Bernd Hunsicker und Holger Keller, ihre Ämter niederlegten (wir berichteten). Nachfolger Hunsickers ist Andreas Glahn aus Contwig. Ein Nachfolger für Keller sei noch nicht gefunden. Schütz berichtete dass 2016 der Atem-und-Strahlenschutz-Wagen durch ein Mehrzweckfahrzeug Gefahrgut am Standort Weselberg ersetzt wurde. Weitere Fahrzeuge und Teileinheiten seien in Thaleischweiler, Münchweiler und Spirkelbach/Wilgartswiesen stationiert. 38 Feuerwehrleute verrichteten derzeit Dienst im Gefahrstoffzug. Im zweiten Halbjahr sei die Indienststellung des ersten für den Katstrophenschutz bestimmten Abrollbehälters geplant. Der könne bei länger andauernden Schadenslagen der Einsatzleitung als Besprechungsraum und den Einsatzkräften als Aufenthaltsraum dienen. Schütz: „Das Miteinander der Hilfsorganisationen und die Kameradschaft werden groß geschrieben.“ Er lobte die gute Zusammenarbeit zwischen den Verbandsgemeinden und zwischen den Wehrleitern. Die Einsatztaktik der Wehren müsse den aktuellen geopolitischen Lagen ausgerichtet werden, die von Terrorismus, Anschlägen, Amokläufen und Massen von Verletzten geprägt seien. Diese Ausrichtung erfolge mit dem Landeskonzept „Unterstützung bei terroristischen Anschlägen“. Zur Jugendarbeit stellte Schütz fest, dass weit mehr als 80 Prozent aller Neuaufnahmen in die aktiven Wehren Übernahmen von der Jugendfeuerwehr seien. „Ohne Erhalt unserer Jugendabteilungen wird es schwer, dauerhaft den Einsatzbetrieb der Wehren sicherzustellen.“ Detailliert belegte Carmen Schefsky die Nachwuchssorgen der Feuerwehr mit Zahlen: Ende 2016 gehörten 398 Kinder den 47 Jugendfeuerwehren im Kreis an, so wenige wie seit 1992 nicht mehr. 22 Jugendfeuerwehren klagten über Nachwuchssorgen. Um diesem Trend entgegenzuwirken, ist für 6. Mai an unterschiedlichen Standorten ein landkreisweiter Öffentlichkeitstag zur Nachwuchsgewinnung geplant. Zudem soll ein Infoabend zum Thema Bambini-Feuerwehr stattfinden. Mit ihr sollen Kinder unter zehn Jahren spielerisch an die Feuerwehr herangeführt werden. Hier sei auch die Politik gefordert, die gesetzlichen Grundlagen zu schaffen. Denn bisher könnten laut Gesetzeslage Kinder erst ab dem vollendenden zehnten Lebensjahr in die Jugendfeuerwehr eintreten.

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