Südwestpfalz RHEINPFALZ Plus Artikel B10-Ausbau Hinterweidenthal-Hauenstein: LBM zuversichtlich, dass gebaut wird

Die Bahnbrücke im Bereich Katharinenhof ist einer der Knackpunkte für den vierspurigen B10-Ausbau zwischen Hinterweidenthal und
Die Bahnbrücke im Bereich Katharinenhof ist einer der Knackpunkte für den vierspurigen B10-Ausbau zwischen Hinterweidenthal und Hauenstein.

Der B10-Ausbau zwischen Hinterweidenthal und Hauenstein ist noch immer nicht über das Stadium der Variantenentscheidung hinausgekommen. Aktuell wird an einer Untersuchung zur Biotopvernetzung gearbeitet. Der Ausbau würde sich in ökologisch sehr sensiblem Gebiet bewegen. Beim Landesbetrieb Mobilität (LBM) sind die Verantwortlichen zuversichtlich, dass gebaut wird.

Seit Jahren arbeitet der LBM an den Varianten, die für den Ausbau in Frage kommen. Teilweise sollen sie sich auf der bestehenden Trasse bewegen, teilweise sehr weit davon entfernen. Eine finale Entscheidung zu Gunsten einer Variante, die dann weitergeplant werden könnte, wurde vom Bundesverkehrsministerium noch nicht getroffen, wie Volker Priebe, der stellvertretende LBM-Leiter in Kaiserslautern mitteilt. Der Bund wäre Bauherr. Aus Berlin wurde „eine ergänzende Betrachtung“ zu der Wiedervernetzung von Lebensräumen gefordert, die Wildtiere wie Wildkatze oder Luchs betreffen, wie Priebe weiter informiert. Das Ergebnis dieser Betrachtung werde noch im Juli erwartet, dann geht es nach Mainz zu einer fachlichen Prüfung und anschließend zum Bundesverkehrsministerium.

Erich Weiss von der Pirmasenser Bürgerinitiative für den B10-Ausbau ist guter Dinge, dass es mit diesem Bauabschnitt jetzt zügig voran geht. Bisher war mit einem Baubeginn frühestens ab 2030 geplant worden, was angesichts des noch frühen Planungsstadiums realistisch ist. Immerhin läuft derzeit das Raumordnungsverfahren. Danach kommt erst das eigentliche Genehmigungsverfahren mit Planfeststellungsbeschluss, dem Baurecht. Und das kann Jahre dauern, auch ohne Klagen. „Auf politischer Seite gibt es hier keinen Widerstand mehr“, gibt sich Weiss zuversichtlich. Die neue Untersuchung zur Wiedervernetzung von Lebensräumen sei eben den sensiblen Bereichen geschuldet, durch die der Bauabschnitt gehen würde.

BI Queichtal: Dort müssen keine vier Spuren sein

Auch die Diskussion um eine neue Wirtschaftlichkeitsberechnung, die vom Bundesrechnungshof gefordert werde, hält er für unnötig. Die dafür zu Grunde liegenden Zahlen bezögen sich auf den Zeitraum, in dem bei Landau schon gebaut wurde und der Schwerverkehr weiträumig umgeleitet worden sei. Die dadurch stark gesunkenen Schwerverkehrszahlen seien rein auf die Baustelle zurückzuführen und dürften nach Weiss’ Schätzung sprunghaft steigen, wenn die B10 bei Landau vierspurig fertig ausgebaut ist. „Das war eine Milchmädchenrechnung und hält den Ausbau nicht auf“, ist sich Weiss sicher.

Ganz anders sieht Walter Herzog von der Bürgerinitiative Queichtal die Situation. Der Abschnitt zwischen Hinterweidenthal und Hauenstein sei der am wenigsten befahrene Teil der Bundesstraße, auf dessen Ausbau sehr gut verzichtet werden könnte. „Da kann jeder in der Regel zügig durchfahren. Das müssen dort keine vier Spuren sein“, findet Herzog, der ebenfalls auf den sensiblen Naturbereich in dem Abschnitt verweist. „Das ist ein ganz heikler Naturraum mit besonders schützenswerten Biotopen“, betont Herzog. Die Begründungen für eine Zerstörung dieser Biotope müssten sehr stichhaltig sein, so seine Einschätzung. „Das wird schwierig, da durchzukommen“, findet Herzog, der auf den nächsten Bundesverkehrswegeplan hofft, in dem dieser Abschnitt wieder runtergestuft werden könnte.

Für den stellvertretenden LBM-Leiter Priebe gibt es keinen Grund, den Abschnitt weniger vorrangig zu planen. Wie realistisch die Umsetzung des Projekts ist, müssten die politischen Entscheidungsträger sagen. „Wir gehen davon aus, dass gebaut wird“, betont Priebe.

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