Südwestpfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Aufgespießt: Einmal durchzählen bitte

glasfaser

In Geiselberg bemüht sich ein Glasfaser-Anbieter um Kunden, die einen schnellen Internetanschluss benötigen. Corona-bedingt kann er nicht zum Klinkenputzen ins Dorf, deshalb bittet er zur Videokonferenz. Blöd, dass den potenziellen Kunden die Bandbreite dafür fehlt. Apropos fehlen: Die Dahner Stadträte zeigen wieder Präsenz. Beim jüngsten Durchzählen waren fast alle da.

Digitale Sackgassen

Geiselberg gehört zu den zahlreichen Gemeinden im Kreis, in denen die Versorgung mit schnellem Internet zu wünschen übrig lässt. Auf dem Papier sieht es nicht so schlecht aus, was damit zu tun hat, dass die Versorgung nicht überall schlecht ist. In der Nähe eines Verteilerkastens lässt es sich auch in Geiselberg mit schnellem Internet arbeiten oder zum Vergnügen streamen. Aber nicht in allen Straßen. Deshalb hat Bürgermeisterin Marika Vatter Bürgern, die zu Hause arbeiten müssen, es aber mangels schnellem Internet nicht können, angeboten, in dringenden Fällen das ehemalige Schulhaus zu nutzen. Sozusagen als moderner Co-Working-Space. In dem gemeindlichen Gebäude läuft der Datentransfer akzeptabel.

Da die Zukunft bekanntlich digitaler wird, als es die Gegenwart ist, ist das kein Dauerzustand. Glasfaser in jedem Haus wäre die Lösung. Die ist nicht billig. In ländlichen Gebieten ist das Ausbauinteresse der Versorger mit Blick auf die zu erwartende Rendite meist gering. In der Verbandsgemeinde Waldfischbach-Burgalben – und damit auch in Geiselberg – sondiert das Unternehmen Deutsche Glasfaser aktuell die Versorgungslage. Wenn sich bis zum 19. Februar 40 Prozent der Haushalte entscheiden, zur Deutschen Glasfaser zu wechseln, errichtet das Unternehmen ein Glasfasernetz in dem jeweiligen Ort.

Bis dato sieht es nicht gut aus. Im Schnitt hätten in den Orten bislang um die fünf Prozent der Hauseigentümer Interesse an einem Glasfaseranschluss ins Haus bekundet, verlautete kürzlich, in Geiselberg immerhin 16 Prozent. Dass es nicht mehr sind, könnte auch an unglücklicher Kommunikation liegen. Denn das Unternehmen hat – mit Rücksicht auf die Corona-Lage – zu virtuellen Informationsveranstaltungen eingeladen. Manch unterversorgter und deshalb interessierte Bürger hätte sicher gerne teilgenommen. Allein, er konnte nicht. Weil er keinen Internetanschluss hat, der schnell genug ist, um sich an virtuellen Konferenzen zu beteiligen. Hätte man als Glasfaserversorger wissen, zumindest aber ahnen können.

Achtung, Tretmine

Tretminen-Alarm in Geiselberg im Altland. „Ja und?“, werden Spaziergänger und Wanderer fragen, die gerne in diesem schönen Flecken Erde unterwegs sind. Tretminen gibt es dort wie auf allen Spazier- und Wanderwegen immer mal wieder. Also die umgangssprachlichen Hinterlassenschaften von Hunden, die deren Besitzer nicht entsorgen. Dass es kein Vergnügen ist, in eine solche tierische Tretmine zu treten, kann fast jeder Mensch bestätigen. Aus eigener Erfahrung. Keine schöne Erfahrung. Würgereiz, wenn man die zermatschte und wenig wohlriechende Hinterlassenschaft aus dem Sohlenprofil popelt, ist eine bekannte Begleiterscheinung. Lebensgefährlich ist sie nicht.

Deutlich gefährlicher hätte aber der kürzlich gemeldete Tretminen-Alarm werden können. Ein Spaziergänger hatte sie entdeckt. Es handelte sich in diesem Fall nicht um die stinkende Hinterlassenschaft eines Hundes, sondern um eine unschöne aus dem Zweiten Weltkrieg. Der Kampfmittelräumdienst rückte an, beseitigte die Mine, die – zum Glück – wohl nicht mehr gezündet hätte. Wenn es also künftig Tretminen-Alarm am Altland heißt dann bitte vorsichtig sein.

Lernfähige Lokalpolitiker

Lernfähig sind ganz offenbar die Mitglieder des Dahner Stadtrates. Vor einem Monat noch haben wir kritisiert, dass zum zweiten Mal eine Ratssitzung auf der Kippe stand, weil zu wenige Ratsmitglieder zur Sitzung gekommen waren. In der vorigen Woche tagte der Rat nun fast komplett. Nur zwei Mitglieder fehlten.

Ob den zuvor Säumigen (sicher lagen wichtige Gründe für deren Abwesenheit vor) inzwischen bewusst wurde, dass die Wahrnehmung des Mandats wichtig ist, oder ob die zu erwartende Diskussion zur Namensgebung der neuen Kita den Anstoß zur Teilnahme gab? Wir wissen es nicht. Aber die gute Präsenz in der Stadtratssitzung zuletzt spricht für alle Beteiligten. Schön, wenn es künftig so bliebe.

x