Landau / SÜW
Wenn Kita-Träger PCR-Tests selbst bezahlen
In der kommunalen Kita in Edenkoben haben sich innerhalb von einem Monat nach zwei Corona-Ausbrüchen vier Erzieher mit Covid-19 infiziert. Neben ihnen mussten fast alle Kinder in Quarantäne, da sie als Kontaktpersonen ermittelt wurden und somit eventuell andere angesteckt haben könnten. Für die geimpften Kollegen blieben die Begegnungen dagegen folgenlos. Vorausgesetzt, sie hatten keine coronatypischen Erkältungssymptome.
Angesichts der immer wieder vorkommenden Impfdurchbrüche und asymptomatischen Verläufe einer Covid-19-Erkrankung treibt manche Fachkraft aber die Sorge um, ob sie sich nicht doch angesteckt haben könnte. So berichtet es jedenfalls die für den Edenkobener Kita-Bereich zuständige Beigeordnete Charmaine Beyer. Gewissheit über den Gesundheitszustand verschafft der PCR-Test. Die als Goldstandard bezeichnete Methode wird aber in der Regel nur in Verdachtsmomenten genutzt. Hat eine ungeimpfte Erzieherin Kontakt zu einer infizierten Kollegin, sollte sie sich testen lassen. Ist die Erzieherin vollständig geimpft, dann nicht zwingend. Auf die Anfrage der RHEINPFALZ, ob bei diesem Punkt Handlungsbedarf gesehen wird, hat das rheinland-pfälzische Gesundheitsministerium nicht reagiert.
Kirche bezahlt PCR-Tests aus eigener Tasche
Während in Edenkoben aus der Stadtkasse zusätzliche FFP2-Masken finanziert wurden, weil das vom Land für solche Mittel bereitgestellte Budget aufgebraucht ist, geht die protestantische Kirchengemeinde im Kirchenbezirk Landau einen Schritt weiter. „Wenn ein Corona-Fall in unseren Kitas vorliegen sollte, bezahlen wir für geimpftes Personal die PCR-Tests aus eigener Tasche, das sollte zum Schutze aller beitragen“, sagt Robin Schier, Vorsitzender des protestantischen Kindertagesstättenverbandes Landau und Umgebung, dem 19 Einrichtungen angehören.
So lange das Personal gesund ist, muss es auch dann in die Kita, wenn das eigene Kind im Haushalt oder der Partner sich mit Corona infiziert hat. Diesen Aspekt, den die Kreisverwaltung SÜW auf Anfrage bestätigt, bemängelt ein Leser, dessen Frau in der Südpfalz als Erzieherin arbeitet. „Ich finde es doch fragwürdig, wenn sich Arbeitgeber dafür bewusst entscheiden, die Person weiter auf die Arbeit kommen zu lassen. Sollte nun der potenziell Infizierte Eigeninitiative zeigen, um seine Mitmenschen zu schützen, wird dieser zurechtgewiesen und bekommt mit Lohnkürzung und Abmahnung gedroht“, schreibt der Mann, dessen Name der Redaktion bekannt ist, diesen aber in der Zeitung nicht veröffentlicht haben möchte.
„Von Kinderkrankentagen Gebrauch machen“
Losgelöst von diesem Fall verweist Beyer darauf, dass Erzieher in solchen Fällen die Kinderkrankentage nutzen könnten, die coronabedingt erhöht wurden. In den Edenkobener Kitas sei davon auch Gebrauch gemacht worden, um die eigenen Kinder zu Hause betreuen zu können.
Schier vom Kirchenbezirk Landau ergänzt in diesem Zusammenhang, dass nach Möglichkeiten gesucht werde, um dieses von Familienvater angedeutete Dilemma zu verhindern. So könnten Fachkräfte zu Hause Angelegenheiten erledigen, die Zeit beispielsweise in die Vor- und Nachbereitung investieren. Allerdings müsse auch berücksichtigt werden, wie die personelle Situation in der Kita ist. Ob ohnehin viele Kinder fehlen und die Abwesenheit der Erzieherin zu verkraften ist oder die Personaldecke dünn ist.