Vorderweidenthal
Warum der Campingplatz am Bethof Durchgangscamper verbannt hat
„Er ist einer der schönsten und erholsamsten Campingplätze der Pfalz. Unser größtes Anliegen ist es, dieses Glück mit euch zu teilen“, steht auf der Internetseite der Naturfreunde. Noch. Denn geteilt wird seit Mitte März nur noch mit Dauercampern, das heißt Camper, die einen Platz meist viele Jahre pachten. Derzeit sind es 48 Dauercamper, insgesamt hat der Platz 79 Stellplätze. Für Durchgangscamper, die einige Tage oder Wochen Urlaub machen wollen, stehe der Platz nicht mehr zur Verfügung, teilt der Vorsitzende des Vereins der Naturfreunde, Klaus Kollmorgen, im Gespräch mit der RHEINPFALZ mit.
1250 Euro kostet jetzt ein Platz für Dauercamper, inklusive Strompauschale von 50 Euro, dazu kommt eine Kaution von 1000 Euro. „Es wurde viele Jahre Minus gemacht, derzeit ist es eine Zahl im mittleren fünfstelligen Bereich“, sagt der Vorsitzende von aktuell rund 125 Mitgliedern. Man wolle durch diesen Beschluss Schaden vom Verein abwenden. Der unter den Vorgängern des jetzigen Vorsitzenden seit 2007 mehr als eine halbe Million für Waschräume, einen Clubraum und die Kanalisation ausgegeben hat.
Derzeit pflegen die rund 40 Dauercamper den Platz ehrenamtlich, putzen die Sanitärräume und halten die Anlage in Ordnung. Kosten für Reinigungspersonal und Rezeptionisten fallen dauerhaft weg.
„Auf der Zeltwiese werden weiterhin Gruppen ab 15 Personen nach Voranmeldung angenommen“, informiert Kollmorgen. Eine habe sich für September bereits angemeldet. Zudem sei man in Planung, einen Abstellplatz für Wohnmobile anzubieten. Einnahmen von 160 Euro pro Tag bringt auch der „Felsbrocken“, eine feste Hütte mit eigenem Außengelände für bis zu 14 Personen. Mit dem neuen Konzept ist der Vorstand zufrieden. „Wir gehen davon aus, dass die Rechnung aufgeht, endgültig wissen wir es am Ende des Jahres“, sagt Kollmorgen.
Gaststätte-Betreiber mit Sorgen
Sorgen macht der Beschluss der Naturfreunde den Pächtern der Gaststätte am Bethof, Barbara und Kamil Ladzinski. Seit August vergangenen Jahres haben sie das Lokal mit rund 120 Plätzen gepachtet. „Wir sind Mittwoch bis Sonntag ab 12 Uhr durchgehend mit warmer Küche, auch polnischen Gerichten, da, viele glauben jetzt, weil der Campingplatz geschlossen ist, haben wir auch zu“, sagt die Wirtin. Im Sommer Geld für den Winter zurücklegen, ist das Finanzkonzept der Wirtsleute. Als der Campingplatz für Durchgangscamper geschlossen worden sei, hätten sie es sofort am Umsatz gemerkt, ist die Bilanz der Wirtsleute, die über diese Entscheidung nicht glücklich sind.
Und wie steht es eigentlich um den Bebauungsplan?
Für insgesamt 7,4 Hektar am Bethof, davon gehören den Naturfreunden insgesamt zwei Hektar, gibt es noch keinen Bebauungsplan. Das Vorhaben läuft seit mindestens 15 Jahren. Der Campingplatz weist eine Fläche von 1,4 Hektar auf, teilt die Bauabteilung der Verbandsgemeinde mit. Zudem befinden sich 17 Gebäude auf dem Plangebiet, von denen nicht beurteilt werden könne, ob sie dauerhaft bewohnt seien. Unter anderem seien derzeit ein Artenschutzgutachten sowie die Erstellung einer Wasserhaushaltsbilanz und eines Entwässerungskonzeptes in Auftrag gegeben. „Wann das Bebauungsplanverfahren abgeschlossen sein wird, kann derzeit noch nicht benannt werden“, teilt die Verbandsgemeinde mit.
Für die Ortsgemeinde Vorderweidenthal, zu der der Bethof gehört, sei die dortige Infrastruktur wichtig, betont Ortsbürgermeister Volker Christmann (SPD). „Vorderweidenthal ist froh und dankbar, dass auf unserer Gemarkung durch die Naturfreunde ein Campingplatz inklusive einer Gaststätte mit schönem Biergarten betrieben wird“, sagt Christmann. Noch besser wäre es, wenn das auch so bliebe.